9. Juni 2012 08:32; Akt.: 9.06.2012 08:32

Pendler entdecken Vorarlberg

Metallbranche: hier sind 12 Prozent der Grenzgänger tätig. Metallbranche: hier sind 12 Prozent der Grenzgänger tätig. - © VOL.AT/Voller
von VN/Michael Gasser - 3140 Grenzgänger arbeiten in Vorarlberg. Zahl der Pendler in 10 Jahren verdreifacht.

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Vorarlberg gewinnt für Grenzgänger aus dem Ausland an Attraktivität. Das zeigt der große Grenzgänger-Report 2011 der EURES Grenzpartnerschaft Bodensee. Auf Basis vorliegender Daten spricht der Report von 3140 Beschäftigten aus den Nachbarländern am heimischen Arbeitsmarkt. 3080 Pendler kommen aus Deutschland, 40 aus der Schweiz und 20 aus Liechtenstein.

Die Pendlerzahlen waren zwischen 2007 und 2009 leicht rückläufig. Jetzt haben die Grenzgänger Vorarlberg wieder für sich entdeckt. Im Vorjahr wurde ein Anstieg von 3 Prozent registriert. In den letzten 10 Jahren hat sich die Zahl der Einpendler laut Bericht verdreifacht. Aktuell haben rund 2,5 Prozent aller Vorarlberger Beschäftigten ihren Wohnsitz im Ausland.

Die grenzüberschreitende Arbeitsmobilität hat in den letzten Jahren laut Analyse der „translake GmbH“ deutlich zugenommen. So pendelten 2011 mehr als 50.000 Beschäftige im Gebiet der EURES Bodensee über Staatsgrenzen hinweg zu ihren Arbeitsplätzen. 2010 lag die Anzahl der Pendler noch bei 47.000. Steigerungen konnten zuletzt in allen vier nationalen Teilregionen beobachtet werden. Am stärksten zugelegt hat der Pendlerstrom in die Schweiz.

Die Ostschweizer Kantone zählen mit insgesamt 29.000 Einpendlern zu den beliebtesten Gebieten der Grenzgänger. Mit 57 Prozent sind die Deutschen die größte Gruppe an „Gastarbeitern“, die täglich an- und abreisen. Die aktuell 7793 Vorarlberger entsprechen 27 Prozent aller Grenzgänger in der Schweiz. 14 Prozent der Einpendler leben in Italien. Sie arbeiten vorwiegend im Kanton Graubünden.

Fürstentum legt wieder zu

Für Liechtenstein stammen die aktuellsten Daten aus 2010. Zu dieser Zeit wurden 17.500 Beschäftigte gezählt, die täglich an ihren Arbeitsplatz ins Fürstentum pendelten. Die meisten davon waren Schweizer (52 Prozent), gefolgt von Vorarlbergern (45 Prozent) und Deutschen (3 Prozent). Grenzgänger bilden in Liechtenstein am Gesamtarbeitsmarkt mit knapp 52 Prozent die Mehrheit. Nach einem leichten Dämpfer im Krisenjahr 2009 haben sich die Pendler-Zahlen in Liechtenstein „erholt“ und legen seither konstant zu.

Wenig Bewegung gibt es in Deutschland, das für Pendler am wenigsten attraktiv ist. So wurden 2011 rund 1900 Pendler gezählt. Konstant ist dabei der hohe Anteil Vorarlberger Grenzgänger, der sich seit 10 Jahren praktisch unverändert präsentiert. So arbeiteten zuletzt 897 heimische Arbeitskräfte im benachbarten deutschen Ausland. 2010 waren es mit 890 nur geringfügig weniger.

Im Europavergleich zählt die Bodenseeregion zu den pendlerfreundlichsten Gegenden. Der Anteil der Grenzpendler an den Beschäftigten liegt mit 2,7 Prozent deutlich über dem EU-Schnitt von 1,45 Prozent.

16.184 Vorarlberger pendeln

Vorarlberger zieht es verstärkt zum Arbeiten ins benachbarte Ausland (die VN berichteten). Demnach pendelten im Vorjahr 16.184 Vorarlberger an einen Arbeitsplatz über der Grenze. 2010 waren es noch 15.539 Vorarlberger, die ihr Geld im Ausland verdienten (plus 4 Prozent).

Erstmals ist laut Grenzgänger-Report die Schweiz der beliebteste Auslands-Arbeitsort der Vorarlberger. Innerhalb eines Jahres ist die Zahl der heimischen Pendler um 8,5 Prozent auf 7793 angewachsen. Damit hat die Schweiz Liechtenstein in der Beliebtheit der Vorarlberger Grenzgänger überholt. Dort weist die aktuellste Statistik 7494 heimische Pendler aus (nach 7470 ein Jahr davor).



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