Pfarrer in Mondsee nach Kritik an FPÖ-Politikern abberufen

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Die Pfarre Linz bestätigte nun die Abberufung des Pfarrers.
Die Pfarre Linz bestätigte nun die Abberufung des Pfarrers. - © Bilderbox
Ein in Mondsee (Bezirk Vöcklabruck) tätiger Pfarrer aus Salzburg ist nach seiner Kritik an FPÖ-Politikern von seiner Aufgabe abberufen worden. Die Diözese Linz hat einen entsprechenden Online-Bericht des Gratisblattes “Wochenblick” gegenüber der APA am Freitag bestätigt.

Der pensionierte Pfarrer aus Salzburg hat einen Kollegen während dessen Kur vertreten. Laut “Wochenblick” hat er in einer Predigt unter anderem von einer “blauen Brut” sowie “freiheitlichen Pharisäern” gesprochen und eindringlich vor der Wahl von Norbert Hofer zum Bundespräsident gewarnt.

Pfarrer: “Um Haider ist nicht Schade”

Zudem soll er laut einem Augenzeugen sinngemäß gesagt haben: “Und um den Gründer der Blauen, welcher mit dem Auto tödlich verunglückt ist, der Haider, ist nicht schade. Da hat sich Österreich viel erspart.” Auch über FPÖ-Mitglieder soll er sich abfällig geäußert haben. Gegen den Geistlichen sei bereits eine Anzeige wegen Verhetzung eingebracht worden.

Pfarrer sollen keine Wahlempfehlungen abgeben

Die Diözese bestätigte auf Anfrage, dass der Pfarrer von seiner Vertretungsaufgabe entbunden worden sei. Er habe sich nicht an eine in der Diözese Linz geltende Vereinbarung für kirchliche Funktionsträger gehalten. Demnach sollen sie sich sehr verantwortungsvoll verhalten, keine Wahlempfehlungen geben und keine Instrumentalisierung der Gottesdienste für parteipolitische Zwecke – einen “Kanzelmissbrauch” – vornehmen.

Bereits 2008 ging der Pfarrer in Pension. Zuvor war er in Breitenbach am Inn (Erzdiözese Salzburg, Tiroler Teil) tätig gewesen. Er hat seitdem immer wieder als Aushilfe in verschiedenen Pfarren gepredigt. Dabei sprach er Themen wie Naturschutz, Bauernsterben oder Raffgier direkt, aber meist humorvoll an, wie die Salzburger Nachrichten berichten.

Erzbischof Lackner bedauert Ausdrucksweise

Der Salzburger Erzbischof Franz Lackner bedauerte in einer Aussendung der Katholischen Presseagentur am Mittwoch die “entgleisende Ausdrucksweise” des Priesters. Kirchliche Mitarbeiter, hauptamtliche wie ehrenamtliche, dürften sich in ihrer Funktion nicht in tages- und parteipolitische Diskussionen einmischen, betonte er.

Der Erzbischof stellte fest, die Predigt diene in erster Linie der Verkündigung des Evangeliums und der Prinzipien des menschlichen und gesellschaftlichen Zusammenlebens. Im Übrigen sei im Kontext demokratischer Vorgänge, im Besonderen bei Wahlen, die bedachtsame Wortwahl dringlich anzuraten. Dies gelte darüber hinaus grundsätzlich für jeglichen politischen Diskurs, so Lackner.

Chefredakteur dementierte FPÖ-Nähe

Die Medieninhaber von “wochenblick.at” ist laut Impressum die Medien24 GmbH mit Sitz in Brunnenthal in Oberösterreich. Diese Firma gehört über die Emotion Media GmbH laut “FirmenCompass” zur Gänze dem Unternehmensberater Norbert Geroldinger. Dieser war Medienberichten zufolge früher FPÖ-Gemeinderat und blauer Parteiobmann in Brunnenthal.

Der Chefredakteur von “Wochenblick” Kurt Guggenbichler hatte in der Vergangenheit eine FPÖ-Nähe in Abrede gestellt. Gesellschafter seien Unternehmer, die sich im Hintergrund halten wollen, so Guggenbichler. Unter den Redakteuren finden sich allerdings ehemalige und aktive Funktionäre des Rings Freiheitlicher Jugend (RFJ), der blauen Parteijugend. Ein weiterer Redakteur ist Walter Höferl, der laut “profil” 2012 für die FPÖ Krems kandidierte.

Höferls Sohn Alexander ist Leiter von FPÖ-TV, des freiheitlichen Kommunikationsbüros und Chefredakteur des rechten Blogs “unzensuriert.at”.Der Presserat hat erst kürzlich das Online-Portal “wochenblick.at” verurteilt, weil es ihm zufolge Vorurteile gegen Flüchtlinge schürte. Es habe Ende August ein dunkelhäutigen Badegast in Zusammenhang mit sexuellen Übergriffen auf Kinder in Schwimmbädern gebracht, ohne dass es dafür irgendwelche Anhaltspunkte gegeben habe.

(APA/SALZBURG24)

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