Pflegeurlaub für Haustiere: Geht das?

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Die Pflegefreistellung gilt in Österreich nicht für Haustiere.
Die Pflegefreistellung gilt in Österreich nicht für Haustiere. - © SAJJAD HUSSAIN/AFP
Zwei bezahlte Urlaubstage hat sich eine Italienerin erkämpft, damit sie sich um ihren kranken Hund kümmern und ihn zum Tierarzt bringen kann. Pflegeurlaub für das Haustier: Wäre das auch in Österreich möglich? Wir haben nachgefragt.

Mit juristischer Unterstützung der Tierschutzorganisation LAV erreichte die Italienerin, dass ihr beide Fehltage als bezahlter Urlaub angerechnet werden – “aus schwerwiegenden persönlichen oder familiären Gründen”. Die Entscheidung ist ein Novum in Italien.

AK: “Haustiere in Pflegefreistellung nicht vorgesehen”

Auch in Österreich können Dienstverhinderungen aus “wichtigen persönlichen Gründen” entschuldigt werden. In so einem Fall hat man auch vollen Anspruch auf sein Gehalt. Ein Fall, bei dem das auch für Haustiere gemacht wurde, ist bei der Arbeiterkammer in Salzburg nicht bekannt. Auch nicht als Pflegeurlaub: “In Österreich ist gesetzlich genau festgelegt, für wen die Pflegefreistellung gilt. Haustiere sind in dieser Regelung nicht vorgesehen”, erklärt Nina Danninger, Rechtsexpertin der Arbeiterkammer Salzburg, im Gespräch mit SALZBURG24. Generell können Arbeitnehmer pro Jahr eine Woche Pflegefreistellung in Anspruch nehmen. In folgenden Fällen könnt ihr euch Pflegeurlaub nehmen:

  • Zur Pflege eines nachweislich kranken nahen Angehörigen, der im selben Haushalt lebt
  • Zur Pflege eines leiblichen Kindes, Wahl- oder Pflegekindes, das nicht im selben Haushalt lebt
  • Betreuung eines gesunden Kindes im gemeinsamen Haushalt, weil die Betreuungsperson aus schwerwiegenden Gründen verhindert ist

 

Sollte das Haustier schwer krank sein und zum Tierarzt müssen, müssten die Besitzer, sollten sie nicht zuvor bereits bezahlten Urlaub für den Zeitraum beantragt haben, auf das Wohlwollen ihre Arbeitgebers hoffen. Ansonsten wäre die Fehlzeit unbezahlt.

Pflegeurlaub für Haustiere in Österreich denkbar?

“Von so einem Fall in Österreich hat bei uns noch niemand etwas gehört”, sagt Elisabeth Penz, Sprecherin von “Vier Pfoten” in Österreich gegenüber SALZBURG24. Wäre eine solche Regelung in Österreich denkbar? “Das ist sicher eine ganz individuelle Sache, da müssten wir uns auch die Rechtslage anschauen. Es ist total sympathisch, wenn ein Unternehmen so etwas auf freiwilliger Basis ermöglicht. Ob das rechtlich eine Chance hätte und ob das generell so geregelt werden könnte, müsste man sich juristisch genauer ansehen”, erläutert Penz.

(SALZBURG24/APA)

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