PH-Projekt in Salzburg: Beeinträchtigung als Chance

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Das Projekt "BLuE" der PH Salzburg läuft seit Herbst 2017.
Das Projekt "BLuE" der PH Salzburg läuft seit Herbst 2017. - © Arnold Wallner/PH Salzburg Stefan Zweig
Die Pädagogische Hochschule Salzburg will sich als „inklusive Hochschule“ ein Alleinstellungsmerkmal schaffen. Aus diesem Grund wurde das Projekt „BLuE“ ins Leben gerufen, das Menschen mit Beeinträchtigung ermöglicht, auf der PH zu studieren. Die Hochschule versteht das Projekt als „win-win-Situation“.




Ein österreichweit einzigartiges Projekt läuft derzeit auf der PH Salzburg. So besuchen seit Herbst 2017 zwei junge Frauen mit kognitiver Beeinträchtigung die Pädagogische Hochschule Salzburg. Sie tun das im Rahmen des „BLuE“-Hochschulprogramms, das kognitiv beeinträchtigten Menschen das Studieren an der Hochschule ermöglicht. Innerhalb von acht Semester bzw. vier Jahren sollen sie eine Ausbildung durchlaufen, mit der sie später in Assistenzberufe einsteigen können. Menschen mit Beeinträchtigung sollen so ein selbstbestimmtes und selbstverantwortliches Leben führen können. „BLuE“ ist die Abkürzung für Bildung, Lebenskompetenz und Empowerment.

Projekt „BLuE“ fördert Eigenständigkeit

Philipp Lettowsky äußert sich im Gespräch mit SALZBURG24 positiv über das Projekt: “Meine Tochter hat im ersten Jahr ihrer Teilnahme deutlich an Selbstverantwortung, Eigenständigkeit und Wissen gewonnen. Sie kann nun Dinge tun, die sie vorher nicht konnte, wie sich beispielsweise selbst ein Essen zuzubereiten.” Seine Tochter sei von „BLuE“ ebenfalls begeistert. “Durch das Projekt wird aufgezeigt, dass Anderssein keine Beeinträchtigung, sondern eine Chance ist.“ Nach ihrer Ausbildung zur Pädagogischen Assistentin soll Laura in der Lage sein, sich selbst zu erhalten. Einen Berufswunsch hat Lettowskys Tochter bereits geäußert: “Ein Job als Bibliothekarin oder Buchhändlerin würde ihr gefallen“, erzählt Lauras Vater.

Unterschiedliche Menschen sollen voneinander profitieren

Vizerektor Wolfgang Plaute spricht bei dem Projekt von einer „win-win-Situation“, von der beide Seiten etwas haben: “Wir glauben daran, dass unterschiedliche Menschen voneinander profitieren.“ So würden sich die Tutorinnen, die mit den beiden Studentinnen zusammenarbeiten, die Fähigkeit aneignen, mit kognitiv Beeinträchtigten richtig umzugehen. Das Projekt „BLuE“ sieht vor, dass künftig jedes Jahr zwei Studenten mit kognitiver Beeinträchtigung auf der PH aufgenommen werden.

„Inklusive Hochschule“ in Österreich einzigartig

„BLuE“ ist ein Projekt, das im Rahmen der „inklusiven Hochschule“ verwirklicht wird. Neben dem Thema kognitive Beeinträchtigung befasst sich die PH auch mit weiteren Inhalten. “Wir beschäftigen uns außerdem mit Themen wie Migration, Armut, Hochbegabung sowie dem Gender-Thema.“ Angehende Lehrer sollen so während ihres Studiums angeregt werden, sich mit Diversität auseinanderzusetzen. “Unser Haus soll für eine Haltung stehen, die zukünftige Pädagogen auf die Vielfalt in ihrer Schule, in ihrem Klassenzimmer vorbereitet. Und das in einer Art und Weise, wie es sonst in Österreich nicht sichtbar wird“, erklärt Plaute.

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