Pinturault Favorit auf Kombi-Kugel – WM-Tickets zu haben

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Alexis Pinturault im Training in Wengen
Alexis Pinturault im Training in Wengen - © APA (AFP)
Mit nur zwei absolvierten Weltcup-Bewerben soll am Freitag eine kleine Kristallkugel in der Alpinen Kombination der Herren vergeben werden. Santa-Caterina-Sieger und Disziplin-Titelverteidiger Alexis Pinturault und Kjetil Jansrud zählen in der Wengen-Kombi zu den Favoriten. Aufgrund der Wettervorhersagen wurde der Slalom am Freitag um 10.15 Uhr angesetzt, die Abfahrt soll um 13.45 Uhr folgen.

Im Regelfall findet bei der Kombi immer der Speed-Teilbewerb zuerst statt, da aber viel Neuschnee erwartet wird, will man den Pistenarbeitern mehr Zeit lassen, diesen aus der Abfahrtsstrecke zu rutschen.

Für Österreich gehen in der Kombi Matthias Mayer, Max Franz, Vincent Kriechmayr, Romed Baumann, Christian Walder und Frederic Berthold und Hannes Reichelt an den Start. Speed-Spezialist Klaus Kröll tritt nicht an. Joachim Puchner und Georg Streitberger reisten nach Kitzbühel ab, wo sie am Wochenende bereits die Trainings für die Europacup-Abfahrt auf der Streif betreiten werden. Otmar Striedinger wird wegen der Quotenregelung die Kombination nicht in Angriff nehmen.

Galt zuletzt, dass erst bei drei Bewerben Kristall zu haben ist, reichen seit diesem Winter zwei. Die Kombi in Kitzbühel ist ja mittlerweile Geschichte. In Santa Caterina war der Speed-Teil ein Super-G, in Wengen ist es traditionell die Abfahrt mit Start in 2.140 m Höhe und einer Fahrzeit um die 1:45 Minuten. Der in Santa Caterina zweitplatzierte Marcel Hirscher verzichtet deshalb auf den Lauberhorn-Bewerb, er hat stattdessen diese Woche Super-G und Slalom in Kitzbühel trainiert. Im Vorjahr gewann der Norweger Jansrud vor seinem Kollegen Aksel Lund Svindal und dem Franzosen Adrien Theaux.

Österreichs letzter Erfolg in einer Kombination ist lange her, am 5. Februar 2012 siegte Romed Baumann in Chamonix vor Pinturault und dem Schweizer Beat Feuz. Danach schaffte es der Tiroler bei der Schladming-WM 2013 als Dritter noch einmal auf das Podest. Dass er in Santa Caterina über Rang 29 nicht hinauskam, war Rückenschmerzen nach einem Trainingssturz ein paar Tage davor geschuldet. Die Daumenverletzung bereitet dank einer Schiene keine Probleme.

“Leicht wird es nicht, mal schauen, wenn ich gut ins Rennen reinkomme. Pinturault ist in Topform. Feuz und Carlo Janka sind da runter in der Abfahrt pfeilschnell, und sie haben in den letzten Jahren gezeigt, dass sie im Slalom über sich hinauswachsen können”, sagte Baumann zu seinen Erfolgsausschichten. “Ich bin noch ein bisserl auf der Suche. Mit dem Santa-Caterina-Sturz ist es alles andere als ideal. Ich habe nur einen Tag trainiert und mit dem Rücken zu kämpfen gehabt.”

Vincent Kriechmayr als 14., Matthias Mayer als 15. und Christian Walder als 24. haben neben Hirscher und Baumann in Santa Caterina noch gepunktet, Frederic Berthold wurde 36. In dieser Disziplin darf Österreich bei den Weltmeisterschaften sogar mit fünf Mann antreten, da Hirscher Titelverteidiger ist.

“Bei der WM will ich auch mitfahren, das ist klar, es ist eine selektive Abfahrt in St. Moritz, gehen tut das schon für die Abfahrer”, sagte Mayer, der 2015 in Wengen Vierter war, nur 5/100 Sekunden hinter dem drittplatzierten Kroaten Ivica Kostelic, der es auch heuer am Lauberhorn wieder versucht.

“Vor zwei Jahren war ich nur knapp hinten. Ich fahre in Wengen immer die Kombi und fahre sie auch gerne. Ich werde alles geben, dass ich vorne mitfahren kann”, meinte Abfahrts-Olympiasieger Mayer, der vor der Anreise in die Schweiz auch Slalom trainiert hat. “Für mich ist es ganz gut gegangen, nicht auf einem Kristoffersen-Niveau, aber ich war zufrieden”, erklärte er lachend.

Dass es für nur zwei Bewerbe eine Kugel gibt, nimmt Mayer relativ gelassen. “Es wird grundsätzlich unter Skifahrern nicht überbewertet, wenn man eine Kombikugel gewinnt. Es ist schön, wenn man am Ende sagen kann, man hat sie daheim und war der Beste. Aber man kann den Stellenwert nicht mit anderen Kugeln vergleichen.”

Ebenfalls Slalom trainiert hat Max Franz, er nimmt die Kombi auch als Training für die Spezialabfahrt. “Ich fahre hier die Kombi, damit ich die Spannung für den nächsten Tag halte. Bei der WM geht es darum, dass du um Medaillen fährst, und da bin ich im Slalom zu weit weg”, gab er sich realistisch.

(APA)

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