Weniger junge Verkehrstote durch Mehrphasenführerschein

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Im Vorjahr kamen 27 junge Pkw-lenker bei Unfällen ums Leben. (Symbolbild)
Im Vorjahr kamen 27 junge Pkw-lenker bei Unfällen ums Leben. (Symbolbild) - © APA/HERBERT PFARRHOFER
Seit 15 Jahren gibt es in Österreich den Mehrphasenführerschein. Das hat zu einem großen Rückgang getöteter und verletzter junger Pkw- und Motorradlenker geführt. Starben 2003 noch 115 Autolenker im Alter zwischen 17 und 24 Jahren, waren es 2017 insgesamt 27. Bei den Motorradlenkern sank die Zahl der Toten in der Altersklasse 16 bis 24 Jahren von 23 auf fünf, so die Zahlen des Innenministeriums.

“Beim heimischen Mehrphasenführerschein handelt sich wirklich um ein europaweit vorbildliches und intelligentes Konzept”, konstatierte Stefan Ebner, Geschäftsführer vom Fachverband Fahrschulen und Allgemeiner Verkehr in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) im Gespräch mit der APA. 2003 wurden in Österreich noch insgesamt 8.401 Pkw- und Motorrad-Führerscheinneulinge inklusive Lenker von Leichtmotorrädern bis 24 Jahren getötet oder verletzt, bis zum Jahr 2016 gab es hier einen Rückgang von 35 Prozent auf 5.498. Auch allgemein geht die Zahl der Verkehrstoten und Verletzten seit Jahren konstant zurück. Ein Vergleich mit der Gesamtzahl an Getöteten und Verletzten bei Verkehrsunfällen in Österreich zeigt in diesen 14 Jahren einen Rückgang von 16 Prozent auf insgesamt 48.393 Personen.

Getštete junge Lenker im Stra§enverkehr

Besonders deutlich ist die Abnahme bei der Zahl der getöteten Führerscheinneulinge. Starben 2003 noch 138 Lenker unter 24 Jahren der Klassen A und B bei Unfällen, waren es 2017 insgesamt 32, was eine Abnahme von 77 Prozent ausmacht. Bei der Gesamtzahl der Verkehrstoten wurde in diesem Zeitraum ein Rückgang um 56 Prozent auf 414 Verkehrstote im Jahr 2017 verzeichnet.

So funktioniert die Mehrphasenausbildung

Die Erfahrung ist klein, die Selbstüberschätzung groß: Aufgrund der mangelnden Routine ist das Risiko, im Straßenverkehr verletzt oder getötet zu werden, für junge Lenker besonders hoch. Daher wurde am 1. Jänner 2003 die Mehrphasenausbildung für die Klassen A und B eingeführt. Seither müssen Führerscheinneulinge im Jahr nach der Prüfung mehrere Fortbildungen absolvieren: Zwei Perfektionsfahrten (L17: eine Perfektionsfahrt) und ein Fahrsicherheitstraining mit verkehrspsychologischem Teil. In der Klasse A beinhaltet die zweite Ausbildungsphase eine Perfektionsfahrt sowie ein Fahrsicherheitstraining mit verkehrspsychologischem Teil und Gefahrenwahrnehmungstraining.

Rund 1,5 Millionen Autolenker und Motorradfahrer absolvierten seit 2003 bereits die Mehrphasenausbildung, sagte Herbert Wiedermann, Obmann des Fachverbands der Fahrschulen und Allgemeiner Verkehr in der WKÖ. Mit Fahrlehrern, Instruktoren und Verkehrspsychologen wird Schulungspersonal aus drei verschiedenen Professionen eingesetzt, um die Fertigkeiten und das Risikobewusstsein der jungen Lenker zu stärken. Das österreichische Modell der Führescheinausbildung hat nach 15 Jahren noch immer Alleinstellungsmerkmal in Europa und dient als Role Model bei EU-Einrichtungen und Verkehrssicherheitsverbänden in vielen Mitgliedsstaaten. Zusammen mit dem dreijährigen Probeführerschein trägt es dazu bei, dass heimische Junglenker deutlich sicherer unterwegs sind als früher, bilanzierte der Fachverband der Fahrschulen.

(APA)

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