380-kV-Salzburgleitung: Berufungsverhandlung beginnt am Montag in Wien

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Was passiert mit der 380-kV-Leitung durch das Land Salzburg?
Was passiert mit der 380-kV-Leitung durch das Land Salzburg? - © Bilderbox
Am Montag beginnt am Bundesverwaltungsgericht in Wien die Berufungsverhandlung zur geplanten 380-kV-Leitung durch das Bundesland Salzburg. Für die mündliche Verhandlung sind vorerst fünf Tage anberaumt.

Der Projektbetreiber APG (Austria Power Grid) pocht auf die Bedeutung der Leitung für die Versorgungssicherheit. Die Freileitungsgegner wollen, dass zumindest Teile der Stromautobahn als Kabel in der Erde verschwinden.

Richtersenat entscheidet über Beschwerde

In der öffentlichen Verhandlung im Marx-Palast im 3. Bezirk werden alle Seiten zu einer Vielzahl von Themenbereichen noch einmal gehört und neu vorgebrachte Tatsachen und Beweismittel gesammelt. Über die Beschwerde entscheidet ein Richtersenat, das Ergebnis wird schriftlich ergehen. Die UVP für die Salzburgleitung war im Dezember 2015 nach mehr als drei Jahren Laufzeit mit einem positiven Bescheid des Landes zu Ende gegangen. In erster Instanz wurden lediglich die Auswirkungen der Leitung auf den Natur- und Landschaftsschutz negativ bewertet. Insgesamt sah die Behörde die Vorteile schwerer wiegen als die Nachteile.

Übertragungsnetz arbeite an Leistungsgrenzen

Die Verbund-Tochter APG hatte eine Freileitung beantragt, die Behörde entschied darum nicht über eine Verkabelung oder teilweise Verkabelung. Mit dem Bau der Salzburgleitung soll die letzte Lücke im 380-kV-Ring Österreichs geschlossen und die Versorgungssicherheit erhöht werden. Bei Leitungsausfällen verringert sich zudem die Gefahr von Stromausfällen, weil die Versorgung von beiden Seiten möglich ist.

Zudem seien für den Ausbau der erneuerbaren Energien erhöhte Transportkapazitäten nötig, argumentiert die APG. Das bestehende Übertragungsnetz stamme aus den 1950er und 1960er Jahren. Da sich der Stromverbrauch seit dieser Zeit nahezu verfünffacht habe, arbeite es an seinen Leistungsgrenzen. Zugleich erfülle die geplante Leitung eine wichtige Funktion im innerösterreichischen und europäischen Netzverbund. Sonnen- und Windstrom – etwa aus den großen Windparks in der Nord- und Ostsee, aber auch aus Ostösterreich – können leichter in die Pumpspeicherkraftwerke im Süden Salzburgs transportiert werden.

So soll die 380-kV-Salzburgleitung ausschauen

Die geplante Freileitung verläuft zwischen Elixhausen (Flachgau) und Kaprun (Pinzgau) und ist 113 Kilometer lang. Die APG gehrt derzeit von einem Investitionsvolumen von rund 650 Mio. Euro aus. Im Gegenzug zur Errichtung schreibt der UVP-Bescheid vor, dass rund 193 Kilometer an bestehenden 110- und 220-kV-Leitungen abgebaut werden müssen.

Massive Kritik von allen Seiten

Bürgerinitiativen, mehrerer Gemeinden, Umweltanwaltschaft und Naturschutzbund bekämpfen die Freileitung, weil sie gravierende negative Auswirkungen auf Natur, Landschaftsbild und Tourismus befürchten. Die IG Erdkabel zeigte sich im Vorfeld der Berufungsverhandlung überzeugt, dass der positive Bescheid des Landes aufgehoben wird. Dieser sei falsch und “klar rechtswidrig”. So seien die Gesundheitsgefährdung durch die Hochspannungsleitung falsch eingeschätzt und entsprechende Leitlinien der Europäischen Akademie für Umweltmedizin im Bescheid nicht berücksichtigt worden. Auch die Untergrundverhältnisse an den geplanten Standorten für die Leitungsmasten habe man nicht gründlich untersucht. Daneben sei nicht nachvollziehbar, warum die 380-kV-Leitung genehmigt wurde, wenn im Bescheid eindeutig von massiven Auswirkungen auf die Natur und das Landschaftsbild die Rede sei: “Es gibt technische Alternativen, alleine darum ist das Projekt nicht genehmigungsfähig”, sagte Umwelt-Anwalt Wolfgang List Ende Juni.

Unterirdische Verlegung ausgeschlossen

Doch während die Freileitungsgegner das Kabel als am Stand der Technik bezeichnen, kommt eine Verlegung unter die Erde für die APG nicht infrage. Monatelange Ausfälle bestehender Kabel in Berlin, Wien und Mailand hätten bewiesen, dass Kabel keine Alternative sein können. Auch allfällige Reparaturen von Schäden würden ein Vielfaches länger dauern. Nicht zuletzt sei eine Verkabelung auch wesentlich teurer. Eine Vollverkabelung würde im Falle der Salzburg-Leitung das 14-fache einer Freileitung betragen – Berechnungen, die von den Kabelbefürwortern stark in Zweifel gezogen wurden: Sie gehen von etwa doppelt so hohen Kosten aus.

(APA)

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