Zahl der Verkehrstoten steigt in Salzburg, österreichweit auf Tiefststand

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Bei diesem Unfall kam im August in Puch ein 41-jähriger Pinzgauer ums Leben.
Bei diesem Unfall kam im August in Puch ein 41-jähriger Pinzgauer ums Leben. - © FMT-Pictures/TA
44 Menschen kamen 2017 bei Verkehrsunfällen im Bundesland Salzburg ums Leben. Das ist um etwa ein Drittel mehr als im Jahr davor. Österreichweit geht der Trend allerdings in die andere Richtung, mit 413 Verkehrstoten verbucht man die niedrigste Opferzahl bei Beginn der Aufzeichnungen.

Mit 413 tödlich verunglückten Menschen im Jahr 2017 hat das Innenministerium (BMI) am Neujahrstag nach 2016 erneut die bisher absolut niedrigste Zahl an Verkehrstoten seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1950 vermeldet. Langfristig liegt das aktuelle Ergebnis zudem zum fünften Mal in Folge unter 500 – vor 2013 lag die Opferzahl immer darüber.

Im Vergleich zu 2016 bedeuten die 413 tödlichen Verkehrsunfälle einen Rückgang von 19 Toten bzw. von 4,4 Prozent. “Jeder schwere Verkehrsunfall ist mit viel Leid für die Opfer und deren Angehörigen verbunden, deshalb ist größtmögliche Verkehrssicherheit ein wichtiges Anliegen für die Polizei und das BMI”, kommentierte Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) die Bilanz.

1972 starben noch fast 3.000 Menschen auf Österreichs Straßen

Mit 2.948 Toten war 1972 das bisher “schwärzeste Jahr” der Unfallstatistik, 2017 war es im Vergleich dazu ein Siebentel. Die Zahl zugelassener Fahrzeuge hat seit 1972 jedoch von 2,5 Millionen auf 6,8 Millionen zugenommen. Der Zielwert des Österreichischen Verkehrssicherheitsprogrammes 2011 bis 2020 lautet 311 Opfer im Jahr 2020.

Salzburg: 13 Tote mehr als im Vorjahr

Trotz des österreichweiten Rückgangs gab es im Bundesländervergleich fünfmal eine Zunahme an Toten zu verzeichnen: So starben in Salzburg im abgelaufenen Jahr 44 Menschen (2016: 31). Den Tiefstand erreichte Salzburg im Jahr 2014, als 27 Personen auf den Straßen starben. im Burgenland 25 (19), in der Steiermark 76 (72), in Vorarlberg 15 (elf) und in Wien 20 (19). Rückläufig war die Zahl indes in Kärnten mit 30 (33), in Oberösterreich mit 81 (90), in Niederösterreich mit 93 (112) und in Tirol mit 29 (45). Die Rückgänge in den beiden letztgenannten Bundesländern bedeuten die bisher geringsten Zahlen an Verkehrstoten seit 50 Jahren.

Verkehrstote 2017

Insgesamt verloren im Vorjahr 182 Pkw-Insassen ihr Leben, 24 Lkw-Insassen (davon 16 im Klein-Lkw), 83 Motorradfahrer (davon zehn mit Leicht-Motorrädern), 13 Mopedfahrer, 32 Radfahrer (sieben mit Elektro-Fahrrad), 72 Fußgänger sowie sieben sonstige Verkehrsteilnehmer. Somit ist gegenüber 2016 die Zahl der getöteten Mopedfahrer gestiegen und die Zahl der getöteten Radfahrer und Pkw-Insassen zurückgegangen. Es kamen acht Kinder im Alter bis 14 Jahre ums Leben, davon vier als Pkw-Insassen, drei als Fußgänger, und ein Kind als Radfahrer. 2016 verunglückten sieben und 2015 elf Kinder tödlich.

Unachtsamkeit, überhöhte Geschwindigkeit und Alkohol als tödliche Unfallursachen

Als vermutliche Hauptunfallursachen der tödlichen Verkehrsunfälle gelten weiterhin mehrheitlich Unachtsamkeit bzw. Ablenkung (32,3 Prozent) und nicht angepasste Fahrgeschwindigkeit (26,3 Prozent). An dritter Stelle folgen Vorrangverletzung mit 10,9 Prozent. Alkohol war bei 19 letalen Unfällen mit im Spiel.

Auf Bahnübergängen bei Eisenbahnkreuzungsanlagen verunglückten zehn Menschen tödlich (2016: 16). Acht Fußgänger kamen auf Schutzwegen ums Leben, 2016 waren es 23. Vier Tote gab es 2017 in Straßentunneln (2016: acht). Bei Verkehrsunfällen mit Geisterfahrern kamen 2017 zwei Verkehrsteilnehmer ums Leben, nachdem es 2016 nur einen diesebezüglichen Todesfall gab. 56 Verkehrstote gab es auf Autobahnen und Schnellstraßen, was einen Anstieg um zehn Tote oder 21,7 Prozent gegenüber 2016 (46) ausmacht. Der Großteil der tödlichen Unfälle passierte auf den ehemaligen Bundesstraßen (150 Getötete), Landesstraßen (121) und sonstigen Straßen (86).

147 tödliche Unfälle ohne Fremdbeteiligung

147 (37,4 Prozent) aller tödlichen Unfälle waren Alleinunfälle, bei denen nur ein Fahrzeug beteiligt war. 72 tödlich verletzte Fahrzeuginsassen waren nicht angegurtet. Knapp ein Viertel der Getöteten (97 Opfer oder 23,5 Prozent) waren nicht österreichische Staatsbürger, jeder fünfte tödliche Verkehrsunfall (80 Personen oder 20,6 Prozent) wurde von ausländischen Staatsangehörigen verursacht.

Warum die Schweizer Straßen sicherer sind

Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) wies am Neujahrstag darauf hin, dass in Österreich fast doppelt so viele Menschen im Straßenverkehr ums Leben kommen wie in der Schweiz. Dort werde unter anderem konsequent gegen Schnellfahren vorgegangen, viele Orte haben eine fußgängerfreundliche Verkehrsplanung und es gibt ein dichtes Bahnnetz mit häufigen Verbindungen.

(APA)

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