Der Verzicht auf Fleisch soll zum Klimaschutz beitragen. - © Bilderbox
“Man denkt immer nur ans Auto, die Industrie oder die Heizungen. Aber 20 Prozent aller CO2-Emissionen entstehen durch die Lebensmittelproduktion, wobei der hohe Fleischkonsum mit einem CO2-Anteil von 85 Prozent das Hauptproblem darstellt.”
Die Produktion von einem Kilo Fleisch inklusive Futtermittelanbau, Treibhausgase, Flächenverbrauch, Jauche und Lagerung schädige das Klima nicht weniger als 250 Kilometer Autofahren, argumentierte Rössler und fügte hinzu: “Die Österreicher essen pro Kopf und Jahr 110 Kilo Fleisch. Dafür werden jährlich 80 Millionen Tiere geschlachtet. Das macht klar, warum wir soweit davon entfernt sind, unser Klimaziel zu erreichen.”
Zweimal Fleisch pro Woche sei genug, und wenn schon Fleisch, dann Bio-Fleisch. Dies sei nicht nur ethisch vertretbarer, sondern hinterlasse auch einen deutlich geringeren ökologischen Fußabdruck, so die Landtagsabgeordnete weiter. Rössler forderte das Land Salzburg auf, mit gutem Beispiel voranzugehen und endlich konsequent alle Krankenhäuser und andere öffentliche Küchen auf Bio umzustellen.
Politik und Konsumenten in die Pflicht nehmen will Rössler auch in Sachen Wegwerf-Gewohnheiten. 25 Prozent des gebackenen Brotes würden originalverpackt im Restmüll landen. “Anders gesagt, wir werfen das Getreide von 20.000 Hektar Anbaufläche einfach weg. Wir müssen geplanter und bewusster einkaufen, und nicht jedem ‘Nimm zwei, zahl eins’-Angebot auf den Leim gehen, schließlich hat der Handel absolut kein Interesse, die Verkaufsmengen zu reduzieren.”
Zudem müssten die Behörden und Abfallberatungsstellen Kampagnen organisieren und Mülleimer kontrollieren. “Denn Mülltrennen ist gesetzlich vorgeschrieben, in Plastik verpacktes Brot und andere Lebensmittel im Restmüll sind nicht nur verboten und klimaschädlich, sie verursachen auch Mehrkosten bei der Müllverwertung, die man im Sinne der Kostenwahrheit vorschreiben müsste”, so Astrid Rössler über den Zusammenhang von Fleisch, Weg-Werfgesellschaft und Klimaschutz. (APA)