Was geschieht mit alten Feuerwehrfahrzeugen in Salzburg?

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In Salzburg stehen derzeit knapp 700 Fahrzeuge im Feuerwehrdienst.
In Salzburg stehen derzeit knapp 700 Fahrzeuge im Feuerwehrdienst. - © Neumayr/Archiv
Die Schenkung ausgemusterter Feuerwehrwagen an ausländische Gemeinden beschäftigt in der Stadt Salzburg derzeit nicht nur das Kontrollamt, sondern auch die Staatsanwaltschaft. Wir haben uns erkundigt, was im Umgang mit alten Fahrzeugen bei Salzburgs Feuerwehren Usus ist.




In Salzburg gibt es 119 Freiwillige Feuerwehren sowie eine Berufs- und vier Betriebsfeuerwehren. In Summe verfügen sie über knapp 700 Fahrzeuge, wie Landesfeuerwehrkommandant Leopold Winter gegenüber SALZBURG24 angibt. Diese werden in drei Gewichtsklassen eingeteilt: Pkw (bis 3,5 Tonnen), Fahrzeuge über 3,5 Tonnen und Großfahrzeuge wie beispielsweise Drehleiter-Lkw. Je nach Kategorie müssen diese eine gewisse Lebensdauer aufweisen. “Pkw dürfen erst nach 15 Jahren ausgemustert werden, Fahrzeuge über 3,5 Tonnen nach 20 Jahren und Großfahrzeuge müssen mindestens 25 Jahre im Dienst stehen”, klärt Winter auf. Einige Fahrzeuge würden aber deutlich länger genutzt. “Geht man von der Anzahl der Fahrzeuge und deren ‘Ablaufdatum’ aus, werden im Schnitt jedes Jahr etwa 35 Fahrzeuge im Land Salzburg ausgemustert”, schätzt Winter. Die Zahl variiere aber.

Fahrzeuge bei der Feuerwehr im “Extremeinsatz”

Bei der Salzburger Berufsfeuerwehr, die über rund 40 Fahrzeuge verfügt, betrifft das jährlich ein bis zwei Fahrzeuge, so der stellvertretende Branddirektor Werner Kloiber im S24-Gespräch. Ob sie verkauft, verschenkt oder verschrottet werden, hänge maßgeblich vom technischen Zustand ab. “Man muss dabei immer bedenken, dass die Fahrzeuge bei uns im Extremeinsatz sind. Wir fahren in hoher Geschwindigkeit kurze Strecken – und das mit kaltem Motor. Dass das auf Dauer massiven Verschleiß bedeutet, ist klar”, sagt er.

Die letzten drei ausgemusterten Fahrzeuge der Berufsfeuerwehr seien über Zeitungsannoncen verkauft worden. Dies geschieht immer in Abstimmung mit dem Magistrat der Stadt Salzburg. Diesem stehe auch der Erlös zu. Denn bei Neuanschaffung trage einen Hauptteil der Kosten wiederum die zuständige Gemeinde, der die Feuerwehr untersteht, klärt Winter auf. Der Landesfeuerwehrverband steuere über eine Förderung einen Anteil bei. Ebenfalls gebe es über den Gemeindeausgleichsfonds des Landes Salzburg für finanzschwächere Gemeinden Unterstützung. Geht man beispielsweise von einem Fahrzeug mit Drehleiter aus, müsse man mit Anschaffungskosten von mindestens 700.000 Euro rechnen.

Blaulicht und Martinshorn nur für Einsatzorganisationen

In Kürze steht bei der Berufsfeuerwehr ein 40 Jahre alter Unimog zur Ausmusterung. Was mit diesem geschieht, ist noch nicht entschieden. Beim Verkauf an eine Privatperson oder an eine Firma muss jedenfalls die Ortskennung der Feuerwehr sowie Blaulicht und Martinshorn entfernt werden. Bei letzteren ist dies für eine erneute Anmeldung zwingend nötig. Blaulicht und Martinshorn sind rechtlich den Einsatzorganisationen vorbehalten. Jemand anderes erhält dafür keine Zulassung. Werden die Fahrzeuge an ärmere Gemeinden im Ausland verschenkt, obliege dies der jeweiligen Rechtsgrundlage des Landes, so Kloiber.

Vielerorts sei es auch Usus, dass beispielsweise Tankfahrzeuge im Besitz bleiben und vom örtlichen Bauhof zum Straßenwaschen und ähnlichen Zwecken genutzt werden. Einige werden des Weiteren als Oldtimer gehalten. Die Entscheidung, was mit den Feuerwehrfahrzeugen passiert, trifft letztlich die Gemeinde.

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