Pistorius: Fünf Jahre Haft wegen fahrlässiger Tötung

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Oscar Pistorious hatte seine Freundin in der Nacht zum Valentinstag 2013 erschossen.
Oscar Pistorious hatte seine Freundin in der Nacht zum Valentinstag 2013 erschossen. - © APA/EPA
Der südafrikanische Paralympics-Star Oscar Pistorius wurde am Dienstag in Pretoria zu fünf Jahren Haft wegen fahrlässiger Tötung verurteilt. Die Findung des Strafausmaßes ist nach Angaben seiner Richterin keine “einfache Sache” gewesen.

Der Prothesen-Sprinter hatte seine Freundin in der Nacht zum Valentinstag 2013 erschossen und erklärt, sie mit einem Einbrecher verwechselt zu haben.

Pistorius sofort in Haft genommen

Nach seiner Verurteilung zu fünf Jahren Gefängnis wegen fahrlässiger Tötung ist der südafrikanische Paralympics-Star Oscar Pistorius noch im Gerichtssaal in Haft genommen worden. Die Verteidigung verzichtete zunächst auf einen Berufungsantrag, der die Vollstreckung des Urteils ausgesetzt hätte. Pistorius wurden Fingerabdrücke abgenommen. Dann bekam er Gelegenheit, sich von seiner Familie zu verabschieden. Seine Strafe soll er nach Mitteilung des Gerichts im Zentralgefängnis von Pretoria verbüßen.

Der Pistorius-Prozess im Überblick

  • 14. Februar 2013: Nach tödlichen Schüssen auf seine Freundin Reeva Steenkamp in der Nacht auf den Valentinstag steht Pistorius unter Mordverdacht.
  • 22. Februar: Pistorius kommt gegen Kaution und Auflagen überraschend frei. Ein Richter kritisiert Staatsanwaltschaft und Polizei: Es gebe keine klaren Beweise für eine vorsätzliche Tat. Aber auch Pistorius’ Aussage sei widersprüchlich.
  • 3. März 2014: Der Prozess beginnt in Pretoria. Pistorius beteuert erneut seine Unschuld.
  • 10. März: Bei der Aussage des Pathologen, der Steenkamps Leiche obduziert hat, bricht Pistorius zusammen und übergibt sich.
  • 26. Mai: Der Angeklagte wird auf Anordnung des Gerichts Tagespatient in der Psychiatrie. Die bis zum 20. Juni dauernde Beobachtung soll Aufschluss über die Schuldfähigkeit geben. Eine Psychiaterin hatte Pistorius eine Angststörung bescheinigt.
  • 8. Juli: Die Beweisaufnahme wird abgeschlossen. Insgesamt hatten Anklage und Verteidigung 36 Zeugen aufgeboten.
  • 12./13. Juli: Pistorius wird nach einem Handgemenge aus einem Nachtklub in Johannesburg geschmissen worden. Er geriet offenbar mit dem Freund eines bekannten aneinander.
  • 7./8. August: Im abschließenden Plädoyer erneuert der Chefankläger seinen Mordvorwurf, der Verteidiger fordert einen Freispruch.
  • 11. September: Das Urteil über Pistorius wird erwartet. Das Strafmaß soll aber erst Wochen später verkündet werden.
  • 21. Oktober: Oscar Pistorious wird zu fünf Jahren Haft wegen fahrlässiger Tötung verurteilt.

Mit der Einschätzung, dass Pistorius nicht einfach versehentlich, sondern auf grobe Weise fahrlässig handelte, schloss sich die Richterin der Auffassung der Staatsanwaltschaft an. Die Anklage hatte für Pistorius eine Strafe von mindestens zehn Jahren verlangt.

Berufung möglich

Weder Verteidigung noch Staatsanwaltschaft kündigten zunächst Berufung an. Sie haben dafür bis zu zwei Wochen Zeit. Ein Berufungsverfahren würde die Vollstreckung der Gefängnisstrafe bis zur Entscheidung durch das Oberste Gericht Südafrikas aussetzen. Die Haftstrafe für Pistorius könnte bei guter Führung bereits nach zehn Monaten in Hausarrest umgewandelt werden, erklärten südafrikanische Justizexperten.

Verteidigung bat um Hausarrest

Die Verteidigung bat darum, ihm das Gefängnis zu ersparen und nur Hausarrest zu verhängen. Sie verwies dabei auf die Behinderung des beidseitig beinamputierten Sportlers. Masipa erklärte hingegen, auch Behinderte könnten eine Gefängnisstrafe absolvieren. Sie fügte hinzu, dass es schlecht für die Gerechtigkeit in Südafrika wäre, wenn der Eindruck entstünde, dass Reiche und Berühmte vor Gericht besser behandelt werden als Arme.

(APA/SALZBURG24)

 

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