Salzburger Bataillonskommandant: “Politik hat kein Interesse an Landesverteidigung”

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Mit der Auflösung der Fliegerabwehr sei eine funktionierende Landesverteidigung nicht mehr gegeben.
Mit der Auflösung der Fliegerabwehr sei eine funktionierende Landesverteidigung nicht mehr gegeben. - © Bundesheer
Während die Umstrukturierung des Bundesheeres in Salzburg vor allem das Kasernensterben vorantreibt und die den Salzburgern heilige Militärmusik betrifft, erhält die Auflösung des Fliegerabwehrbataillons 3 (FlAB3) nur wenig Aufmerksamkeit. Wir haben mit dem Salzburger Kommandanten Oberst Gerhard Hausmann gesprochen.




In den vergangenen Wochen hat sich im Bezug auf die militärische Infrastruktur in Salzburg einiges getan. Die Strucker-Kaserne im Lungau fiel der Umstrukturierung zum Opfer, erst letzte Woche wurde die Riedenburg-Kaserne in einem feierlichen Festakt an die Gemeinnützige Salzburger Wohnbaugesellschaft (GSWB) übergeben. Neben dem Standortsterben werden auch ganze Waffengattungen aufgelöst, darunter auch das Fliegerabwehrbataillon 3 in der Schwarzenberg-Kaserne.

„Funktionierende Landesverteidigung nicht mehr gegeben“

Die plötzliche Auflösung des Bataillons bereitet vor allem den Jungen bei der Truppe Sorgen. Von “Existenzängsten” und “Verzweiflung” spricht der Kommandant des FlAB3 Gerhard Hausmann und führt weiter fort: „Beim Verzicht auf alle schweren Waffen ist eine funktionierende Landesverteidigung überhaupt nicht mehr gegeben.” Das Bundesheer würde damit auf eine reine Infanterieeinheit beschränkt.

Salzburg fehlen 500 Rekruten

Mit der Auflösung der Einheit werden in Salzburg zudem jährlich rund 500 Rekruten weniger ausgebildet. Nachdem das Bundesheer in letzten Jahren zunehmend auf den Katastrophenschutz reduziert wird, wird das Fehlen von rund 500 Rekruten auch hier merkbar werden. „Die Eckdaten sind noch nicht bekannt, die Auflösung wird aber bis Ende 2017 durchgeführt werden”, so Hausmann.

Schlechtes Zeugnis für politische Führung

Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) machte sich letzte Woche stark für den Erhalt der Strucker-Kaserne im Lungau. Verteidigungsminister Gerald Klug hingegen verteidigt seine Einsparungspläne und gab an, dass das Bundesheer keinen regionalpolitischen Auftrag habe. Auf die Frage nach der Zukunft des Bundesheeres gab Hausmann an: „Ich habe den Eindruck, dass die derzeitige politische Führung kein Interesse an einer funktionierenden Landesverteidigung hat.“

 

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