“Rock am Ring” kann fortgesetzt werden

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Das Festivalgelände musste geräumt werden
Das Festivalgelände musste geräumt werden - © APA (dpa)
Nach der Unterbrechung des Festivals “Rock am Ring” in Deutschland wegen Terrorgefahr soll am heutigen Samstag die Entscheidung über Fortsetzung oder Abbruch verkündet werden. Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) will sich um 11.00 am Nürburgring in der Eifel zu den Ereignissen äußern.

Das legendäre Musikfestival war am Freitagabend unterbrochen worden, weil die Polizei Hinweise auf eine mögliche terroristische Gefährdung hatte. Zehntausende Besucher verließen daraufhin innerhalb kurzer Zeit geordnet und ruhig das Festivalgelände, wie Veranstalter Marek Lieberberg berichtete.

Festival geht nach Terroralarm weiter

Die Polizei Koblenz teilte am Samstag auf Twitter mit: “Wir freuen uns mit euch. Es geht weiter!” Hintergründe zu dem Terrorverdacht wollte der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) um 11.00 Uhr am Nürburgring in der Eifel mitteilen.

Der Konzertveranstalter Marek Lieberberg schrieb auf der Festival-Website: “Das ist die Nachricht, auf die alle Rock am Ring Fans warten. Nach intensiven Durchsuchungen des gesamten Festivalgeländes haben sich die Verdachtsmomente für eine akute Gefährdungslage nicht erhärtet.”

Die Polizei habe “grünes Licht für eine Wiederaufnahme der Aufbauarbeiten auf den Bühnen” gegeben, schrieb der Veranstalter weiter. “Eine genaue Uhrzeit für die Öffnung werden wir so schnell wie möglich kommunizieren.” Lieberberg dankte den Besuchern für “unglaublich diszipliniertes Verhalten und die vorbildliche Kooperation”.

Polizei soll zwei Verdächtige verhören

Die deutsche Polizei verhört einem Bericht der “Bild”-Zeitung zufolge zwei Mitarbeiter eines Subunternehmers. Es habe am Freitagabend die Befürchtung bestanden, dass die beiden Männer etwas auf dem Gelände hinterlegt haben. Eine konkrete Gefährdung habe aktuell eher nicht bestanden. Die Polizei am Nürburgring wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.

“Wir können im Moment nichts sagen. Wir müssen die Ermittlungen sauber durchführen”, sagte Polizeisprecher Lars Brummer. Auf die Frage, ob das geräumte Festivalgelände mit Spürhunden untersucht werden, antwortete der Sprecher: “Wir werden das Gelände in Augenschein nehmen. Zu Einzelheiten werde ich nichts sagen.”

Hintergrund für Alarm unklar

Der genaue Hintergrund für den Terroralarm war zunächst unklar. Nach einem Bericht der “Bild”-Zeitung verhörte die Polizei zwei Mitarbeiter eines Subunternehmens. Es habe die Befürchtung bestanden, dass die beiden Männer etwas auf dem Gelände hinterlegt haben. Die Polizei am Nürburgring wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.

Das dreitägige Festival hatte am Freitagnachmittag begonnen. Alle knapp 90.000 Tickets waren verkauft. Am Abend sollte noch die Band Rammstein als Topact auftreten. Nach Angaben des offiziellen “Rock am Ring”-Liveblogs wollte sich Veranstalter Lieberberg darum bemühen, die Band am Samstag auftreten zu lassen, wenn das Festival fortgesetzt werden kann.

Lieberberg: “Ich glaube, dass wir hier für etwas büßen müssen”

Dass das Gelände geräumt werden musste, sah Lieberberg kritisch. “Ich glaube, dass wir hier für das büßen müssen, was im Fall Amri oder anderen zu wenig getan wurde.” Durch Versäumnisse der Ermittlungsbehörden sei eine andere Gemütslage eingetreten, so dass womöglich “schneller gravierende Entscheidungen getroffen werden als vorher”. Der Islamist Anis Amri hatte im Dezember 2016 bei einem Lastwagen-Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz zwölf Menschen getötet.

Polizeipräsenz erhöht

Schon vor der Unterbrechung hatten Sicherheitsbedenken das Festival begleitet. Die Polizeipräsenz am Nürburgring war – auch vor dem Hintergrund des Terroranschlags auf ein Konzert in Manchester vor eineinhalb Wochen – auf mehr als 1.200 Beamte aufgestockt worden. Für das Festival war es eine Rückkehr: In den vergangenen beiden Jahren hatte “Rock am Ring” auf dem Flugplatz Mendig stattgefunden, mehrere Besucher wurden dabei bei Blitzschlägen verletzt.

Beim parallel in Nürnberg stattfindenden Zwillingsfestival “Rock im Park” waren die Konzerte am Freitagabend weitergegangen. Dort treten dieselben Bands in anderer Reihenfolge auf.

(APA/dpa)

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