Polizei warnt: So schnell könnt ihr zu Geldwäschern werden

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Angeblich harmlose Jobs können zu Straftaten führen, ohne dass man es bemerkt.
Angeblich harmlose Jobs können zu Straftaten führen, ohne dass man es bemerkt. - © APA/dpa/Patrick Seeger
Das Jobangebot klingt verlockend: Arbeiten von zu Hause aus und mit wenigen Klicks am Computer gutes Geld verdienen. Oder einfach Pakete empfangen, umadressieren und weiterversenden. Aber solche Angebote haben meist einen Haken: Das damit verdiente Geld ist illegal. Betrüger nutzen die Ahnungslosigkeit von Menschen aus und machen sie so zu Geldwäschern, warnt die Polizei Bayern in einer Aussendung am Donnerstag.


Gerade in letzter Zeit registrierten die Cybercops des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd wieder vermehrt Hinweise darauf, dass viele Menschen in der Region solche dubiosen Angebote per E-Mail erhielten. Der ein oder andere ging auch darauf ein und wurde dadurch nicht nur zum Opfer der Betrüger, sondern selbst zum Täter. Anhand von drei – echten – Fällen zeigt die Kriminalpolizei, welche Maschen die Betrüger verwenden.

Der Warenagent

Ein Pärchen aus einer Gemeinde im südlichen Landkreis Traunstein ließ sich über ein soziales Netzwerk für einen sogenannten „450-Euro-Job“ anwerben. Beide mussten lediglich Warensendungen empfangen und die erhaltenen Pakete mit neuen Adressaufklebern versehen, die sie zuvor von einer Webseite heruntergeladen hatten. Die Pakete wurden dann nach Russland, Polen, Finnland und Großbritannien verschickt. In den Paketen waren hochwertige Handys, Tablets, teure Elektrogeräte oder hochwertige Kleidung und Sportartikel. Die wurden von Unbekannten mit ausgespähten Daten und Zahlungsmitteln bei den unterschiedlichsten Onlineshops ergaunert. Derzeit beläuft sich der Warenwert der 30 sichergestellten oder aber bereits versandten Waren auf knapp 20.000 Euro.

Das Paar hatte mit den betrügerischen Bestellungen nichts zu tun und erhielt letztlich für ihre Tätigkeit auch die versprochenen 450 Euro nicht. Beide erstatteten eine Selbstanzeige bei der örtlichen Polizei.

Love- oder Romance-Scamming

Ein 51-jähriger Mann aus dem Landkreis Traunstein lernte über eine Online-Partnerbörse eine Frau kennen. Im weiteren Verlauf wurde der Mann mit Liebesbekundungen dazu gebracht, Pakete zu empfangen und nach Russland und Finnland weiter zu verschicken. Die Chatpartner gaben vor, die Waren für bedürftige Kinder zu benötigen. Der „liebesblinde“ Mann erhielt die Versandaufkleber per E-Mail, der Warenwert dürfte in diesem Fall bei etwa 3.000 Euro liegen. 17 Pakete konnte die Kripo noch sicherstellen.

Jobangebot

Eine Frau ließ sich über das Internet für einen Job anwerben, dabei stellte sie ihr Bankkonto für Überweisungen zur Verfügung. Das eingegangene Geld in Höhe von knapp 8.000 Euro stammte – wie die späteren Ermittlungen ergaben – aus einer Phishing-Attacke. Die Frau sollte den Betrag ebenfalls ins europäische Ausland überweisen.

Ermittlungen wegen Geldwäsche und Verschleierung

In allen geschilderten Fällen laufen Ermittlungen wegen Geldwäsche und der Verschleierung unrechtmäßig erlangter Vermögenswerte gegen die Beschuldigten aus der Region. Auch wenn sie glaubhaft versicherten, dass sie sich der strafrechtlichen Folgen nicht bewusst waren.
Die Kriminalpolizei warnt davor, auf solche Jobangebote einzugehen. Denn dabei winkt keineswegs das große Geld, sondern eine Strafanzeige – und dabei ist es zunächst einmal unerheblich, ob das Opfer über die Hintergründe Bescheid wusste oder nicht.

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