Aus für “Aktion 20.000”: 300 Jobs in Salzburg weg

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Die zusätzlichen Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose fallen weg.
Die zusätzlichen Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose fallen weg. - © APA/HERBERT PFARRHOFER
Die neue Bundesregierung stellt die “Aktion 20.000” ein. Die, hauptsächlich von der SPÖ forcierte, Aktion zielte auf Arbeitnehmer über 50 Jahre ab, die keinen Job mehr finden. In Salzburg waren 300 zusätzlichen Arbeitsplätze geplant. Kritik kommt nun vom Gewerkschaftsbund, der Arbeiterkammer, der Landes-SPÖ sowie der FPS.

Die Regierung verweist auf die gute Konjunkturlage und stellt die Aktion 20.000 sowie den Beschäftigungsbonus ein. ÖGB-Landesgeschäftsführerin Heidi Hirschbichler verurteilt diese Maßnahme in einer Aussendung scharf: “In der Modellregion Pongau waren vor zwei Wochen 36 Stellen besetzt, womit das bisherige Ziel erreicht wurde. Nun wäre es an der Zeit die Aktion auf das ganze Bundesland Salzburg auszuweiten.” Insgesamt waren für Salzburg über 300 Arbeitsplätze geplant. Die Streichungen der Beschäftigungsförderungen sei daher mehr als unverständlich und zeige wie schnell die Aussichten von älteren arbeitslosen Menschen zunichtegemacht würden, so der ÖGB.

Eder: “Konjunkturaussicht darf kein Vorwand sein”

“Die gute Konjunkturaussicht und die gute Arbeitsmarktlage dürfen nun nicht als Vorwand verwendet werden um es jenen Menschen noch schwerer zu machen, die es ohnehin schon schwer genug haben und nicht von der guten Wirtschaftslage profitieren“ ergänzt ÖGB-Vorsitzender Peter Eder. “Eine Ausweitung und keine Abschaffung der Beschäftigungsförderung wären notwendige Schritte” so Eder und Hirschbichler abschließend.

Picherl: “Weniger Grund zur Hoffnung”

Auch die Arbeiterkammer Salzburg (AK) stimmt in die Kritik mit ein. AK-Präsident Siegfried Pichler: “Langzeitarbeitslose und ältere Arbeitnehmer brauchen unsere Unterstützung, bei ihnen kommt die gute Konjunktur nicht automatisch an.” Für die AK ist die Abschaffung des Beschäftigungsbonus, der den Unternehmen Förderungen brachte nachvollziehbar, die Abschaffung der Aktion 20.000 sieht man aber kritisch. “Die wachsende Gruppe der Langzeitarbeitslosen wird die Folgen zu spüren bekommen. Für diese Menschen besteht jetzt plötzlich weniger Grund zur Hoffnung”, kommentiert Pichler.

Die Arbeitslosenzahlen gehen insgesamt leicht zurück. Dieser Trend kommt jedoch nicht bei den Langzeitarbeitslosen an – diese Gruppe ist seit 2011 stark angewachsen.

1.600 Langzeitarbeitslose in Salzburg

In Salzburg gibt es fast 1.600 arbeitslosen Menschen, die älter als 50 Jahre alt sind. “Die Aktion 20.000 hat dieser Gruppe, die am Arbeitsmarkt große Probleme hat wieder Fuß zu fassen, eine neue Chance gegeben”, so Pichler. “Die Abschaffung ist daher der komplett falsche Schritt.”

Laut AK konnte in 8 von 11 Modellregionen der bislang beobachtete Trend zum Anwachsen der Langzeitbeschäftigungslosigkeit Älterer gestoppt werden. Der Bestand der arbeitslos vorgemerkten Langzeitbeschäftigungslosen über 50 Jahre sank im Durchschnitt der Modellregionen um 1,4 Prozent. In den übrigen Regionen Österreichs, in denen die Aktion 20.000 noch nicht angelaufen ist, stieg dieser Wert Ende Oktober noch um 6,1 Prozent – laut des Zwischenberichts des Sozialministeriums.

SPÖ und FPS in Salzburg empört

Empört zeigt sich der Salzburger SPÖ-Chef Walter Steidl. In einer Aussendung lässt er mitteilen: “Die neue Bundesregierung raubt mehr als tausend Langzeitarbeitslosen eine echte Jobperspektive. Im vergangenen Jahr haben im Bundesland Salzburg dank dieser Maßnahme etwa 40 Menschen über 50 endlich einen Job gefunden. Die ursprünglich geplanten weiteren 300 Arbeitsplätze für Salzburg, die nun dank ÖVP und FPÖ doch nicht geschaffen werden, betreffen 300 Einzelschicksale.”

“Mit diesem sozialen Kahlschlag ist die ÖVP, aber die FPÖ umgefallen. Gerade beim Thema Langzeitarbeitslosigkeit ist jede Maßnahme zu begrüßen, die den Betroffenen Hilfestellungen und somit einen Wiedereinstieg ermöglichen. Die ÖVP-FPÖ Bundesregierung hat hier auf ganzer Strecke versagt”, erklärte der FPS-Abgeordnete Markus Steiner.

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