Die Frage was mit den Duval-Hotels passiert beschäftigt Bad Gastein schon länger. - © FMT-Pictures/M.W.
Der Bad Gasteiner Bürgermeister Gerhard Steinbauer (V) ist um Höflichkeit bemüht, wenn er zum Zustand der im Verfall begriffenen Häuser des Wiener Immobilienentwicklers Franz Duval (86) befragt wird. Die Situation sei unverändert, sagte er zur APA, “die Verfahren bei der Bezirkshauptmannschaft St. Johann laufen”. Vier Belle-Epoque-Häuser sind nach wie vor sanierungsbedürftig, Instandsetzungsaufträge wurden beeinsprucht. Auch gibt es nach rund 30 Gesprächsrunden zwischen Vertretern von Duval und Hans-Peter Haselsteiner immer noch kein Ergebnis darüber, ob der Strabag-Chef als touristischer Investor einsteigt.
Leicht genervt klingt der Bürgermeister schon, wenn er zu dem leidigen Thema befragt wird. “Es gibt nichts Neues zu berichten.” Diese Antwort ist in den vergangenen drei Jahren zur Routine geworden. Die ehemaligen Hotels “Straubinger”, “Badeschloss” und “Haus Austria” sowie das alte Postamt hatten für Schlagzeilen gesorgt: Passanten seien gefährdet, weil der Putz von der Fassade herunterfalle, warnte die Gemeinde. Es regne durchs Dach, die ehemals glanzvollen Bauwerke mit denkmalgeschützter Substanz seien stark in Mitleidenschaft gezogen.
In dem sonst florierenden Tourismusort mit 9.000 Gästebetten und im Jahresschnitt 1,1 Millionen Nächtigungen (2008: 1,2 Millionen) gelten die vor elf Jahren von Duval erworbenen vier Häuser aus der k. &. k. Monarchie immer noch als Schandfleck. “Am Dach des Hauses Austria wurden vor dem Wintereinbruch kleinere Reparaturen gemacht”, sagte eine Sprecherin der Bezirkshauptmannschaft, ansonsten seien behördlich verfügte Instandsetzungsaufträge für notwendige Sicherungsmaßnahmen bei allen vier Häusern bekämpft worden. “Die Einsprüche müssen erst von den Oberbehörden entschieden werden”, so die Beamtin.
Dem Wiener Unternehmer sind die auferlegten Kosten zu hoch. Duval wolle die Objekte nicht verfallen lassen, die Instandsetzungsaufträge seien aus formellen Gründen bekämpft worden, weil die behördlichen Kostenvoranschläge für die Reparaturen “überhöht sind”, erklärte sein Anwalt Hans Wabnig. “Wir haben gegen den Kostenvorschuss der Bezirkshauptmannschaft Rechtsmittel ergriffen.” Da ja eine Revitalisierung der Gebäude beabsichtigt sei, mache es keinen Sinn, in jene Teile der Häuser zu investieren, deren Substanz unbrauchbar sei. Nach dem Winter werde man selbst Aufträge zur Erhaltung der Substanz erteilen, sagte der Jurist. Die Vorschreibung für das Badeschloss sei aber bereits abgearbeitet worden.
Jedenfalls wolle Duval “sein Vorhaben” in Bad Gastein als Immobilienentwickler verwirklichen, darum suche er einen Investor, sagte Wabnig. Über den Stand der Verhandlungen mit Haselsteiner wurde allerdings Stillschweigen vereinbart. “Es hat etwa 30 Gesprächsrunden gegeben, Landeshauptmannstellvertreter Haslauer war um die zehnmal involviert”, sagte ein Sprecher des Salzburger Wirtschafts- und Tourismusreferenten Wilfried Haslauer (V). “Zurzeit ist er vermittelnd tätig.” Das ist offenbar notwendig, denn aus dem Büro von Hans-Peter Haselsteiner hieß es wenig vielversprechend: “Seit einem halben Jahr gibt es nichts Neues. Es ist kein offizieller Abbruch der Gespräche erfolgt.” (APA)