ELF2018 – Rot-Kreuz-Koordinator Stefan Soucek im Sonntags-Talk: “Wir fahren alles auf, was wir haben”

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Stefan Soucek arbeitet hauptamtlich beim Roten Kreuz.
Stefan Soucek arbeitet hauptamtlich beim Roten Kreuz. - © S24/ Rotes Kreuz Salzburg
Nach einem größtenteils verregnetem Electric Love Festival 2018 zieht das Rote Kreuz eine zufriedene Bilanz. Koordinator Stefan Soucek spricht im Sonntags-Talk darüber, wie ein Einsatz am Salzburgring abläuft, was das Besondere am ELF ist und wann überhaupt die Vorbereitung aufs nächste Jahr beginnt.




Stefan Soucek hat eine Bilderbuchkarriere beim Roten Kreuz hinter sich. Der gebürtige Tiroler ist im zarten Alter von nur sechs Jahren der Jugendgruppe des Roten Kreuzes beigetreten und hat bis heute nahezu jeden Bereich der Rettungsorganisation hautnah kennengelernt. Nach einer Station in St. Martin bei Lofer (Pinzgau) wohnt und arbeitet der 32-Jährige hauptamtlich beim Suchdienst und der Familienzusammenführung. Beim Electric Love 2018 war Soucek als Koordinator vom Roten Kreuz Salzburg im Einsatz.

SALZBURG24: Wie schaut eure Einsatzbilanz vom ELF2018 aus?

Stefan Soucek: Insgesamt kam es zu 1.452 Hilfeleistungen, 103 Transporte ins Krankenhaus und 452 Transporte ins Medical Center am Salzburgring. Es gab keine besonderen Vorkommnisse, ein ganz normales Festival.

Was ist das Besondere für das Rote Kreuz beim Electric Love?

Ein Festival hat immer etwas Besonderes, weil du da bist, wo andere feiern. Es hat eine ganz eigene Stimmung, das war damals beim Frequency schon so und damals wie heute eine lässige Zeit.

Das ganze Jahr freut man sich schon aufs Electric Love. Die Sanitäter kommen in Kontakt mit den Festivalbesuchern und die Aufgaben sind sehr vielfältig. Viele unserer Mitarbeiter wollen im nächsten Jahr auch wieder mit dabei sein. Ehrenamtliche stemmen den gesamten Einsatz – egal in welchem Bereich und das mit einem irrsinnigen Spaß an der Arbeit.

Zwei von drei Tagen hat es heuer geregnet – hat das Wetter eure Arbeit irgendwie beeinflusst?

Unsere Aufgabenbereiche verändern sich ja nicht wegen des Wetters. Das Rote Kreuz ist da, um Menschen zu helfen. Die Interventionen haben sich aber schon unterschieden. Dieses Jahr waren wetterbedingt erheblich weniger Versorgungen als letztes Jahr, weil es einfach nicht so heiß war. Es ereigneten sich hauptsächlich chirurgische Verletzungen, wie Verstauchungen. Und natürlich bereiten wir uns mit mehr Decken und Heizungen auf die Witterung vor.

Was hat sich nach sechs Jahren beim Electric Love für das Rote Kreuz geändert?

Anfangs war das Festival kleiner (100.000 Besucher und 663 Hilfeleistungen, Anm.) und mit der wachsenden Größe haben wir unsere Strukturen angepasst, um noch effizienter zu arbeiten. 2017 strömten über 180.000 Menschen auf den Salzburgring und wir haben 2.500 Hilfeleistungen verzeichnet.

Was sind eure größten Herausforderungen bei einem so großen Festival?

Die Dimension ist einzigartig, denn das ganze Land Salzburg wird miteinbezogen. Fast ausschließlich alle der 376 Mitarbeiter (über 7.000 Einsatzstunden, Anm.) sind ehrenamtlich. Da sind die Bezirke spitze, weil die ihre Leute toll motivieren. Auch die Größe des Salzburgrings ist eine Herausforderung für Logistik und Infrastruktur.

Wie läuft ein Einsatz in etwa ab – wie seid ihr organisiert?

Neben der Leitstelle vom Landesverband gibt es eine eigene am Salzburgring, die sich beide untereinander koordinieren. Wir können hier schnell am Einsatzort sein, was ein ganz großer Vorteil ist. Neben den Streifen am Gelände sind hinter jeder Stage, auf den Campingplätzen und den Hauptwegen Rot-Kreuz-Stationen für ambulante Behandlungen. Außerdem haben wir für schwerere Fälle das Medical Center.

Wie lange braucht der Rettungswagen im Notfall bis ins nächste Spital?

Der Transport ins Salzburger Landes- oder Unfallkrankenhaus dauert knapp 20 Minuten. Der Hubschrauber kommt nur, wenn es akut ist. Und das ist zum Glück sehr selten.

Was ist das Besondere für das Rote Kreuz Salzburg beim Electric Love?

Es ist die größte Ambulanz des Salzburger Landesverbands. Wir fahren alles auf, was wir haben. Für viele unserer Mitarbeiter ist es das absolute Highlight des Jahres.

Wann beginnt die Vorbereitung fürs Electric Love 2019?

Eigentlich am Tag nach dem ELF2018. Wir beenden unseren Einsatz am Sonntag bei einer Abschlussbesprechung mit dem Veranstalter, der Behörde und den Einsatzorganisation. Dort nimmt man schon neue Erkenntnisse mit. Das Electric Love ist im ganzen Jahr irgendwie präsent für uns.

Gibt es auch Momente, an denen ihr euch über die Festivalgäste ein bisschen wundern müsst?

(lacht) Das sind eigentlich banale Sachen. Warum hat man bei Sommerhitze keinen Sonnenschutz oder müssen Flip Flops wirklich im Regen und Schlamm getragen werden? Das ist aber auch der Charme eines Festivals.

Danke für das Interview.

Sonntags-Talk auf SALZBURG24

Wir veröffentlichen jeden Sonntag ein Interview mit besonderen Menschen aus Salzburg – egal ob prominent oder nicht. Wir freuen uns über eure Vorschläge an nicole.schuchter@salzburg24.at.

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