Weitere Wolfsattacke? Ziegen in St. Johann im Pongau gerissen

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Die bereits dritte Wolfsangriff innerhalb von zwei Wochen soll sich jetzt in St. Johann im Pongau zugetragen haben. Laut Wolfsbeauftragter des Landes Salzburg, Gundi Habenicht, besteht der Verdacht, dass ein Wolf zwei Ziegen gerissen hat. Auf Schafe hatte es ein Wolf bereits vor rund zehn Tagen abgesehen.

Die Wolfsbeauftragte des Landes Salzburg, Gundi Habenicht, wurde am Freitag nach St. Johann im Pongau gerufen. Dort besteht der Verdacht, dass ein Wolf zwei Ziegen gerissen und zwei Ziegen verletzt hat. “Ich habe vor Ort DNA-Proben genommen und hoffe auf gute Ergebnisse. Es handelt sich um eine hofnahe Weide, allerdings liegt der Betrieb abgelegen”, so Habenicht.

Rissopfer am Wöpplhof in St. Johann./LK Salzburg/Grill Rissopfer am Wöpplhof in St. Johann./LK Salzburg/Grill ©

Schwaiger: “Fälle scheinen sich zu häufen”

Sie informierte am Freitag auch Landesrat Josef Schwaiger, der betonte: “Dieses Jahr wird in Bezug auf den Wolf offenbar ein ganz anderes als 2017. Die Fälle scheinen sich zu häufen, aber warten wir die Auswertung der Proben ab.”

DNA-Proben sollen Wolfsangriff bestätigen

Denn auch die entnommenen DNA-Proben aus den Bisswunden der Vorfälle in Pfarrwerfen und Tenneck Ende April sind noch nicht ausgewertet. “Ich bin Freitagfrüh angerufen worden und gleich nach St. Johann gefahren. Bei den toten Tieren gab es bereits zusätzliche Fraßspuren, wahrscheinlich vom Fuchs”, so die Wolfsbeauftragte Gundi Habenicht. Ob es sich bei den Bisswunden um einen Wolf oder einen Hund handelt, sei schwer festzustellen.

Vieles weist auf den Wolf hin, die letzte Sicherheit fehlt aber noch. “Es scheint aber so, dass wir ein veritables Problem haben. Vor allem die landwirtschaftlichen Betriebe leiden sehr darunter”, betont Schwaiger.

Neben Tenneck und Pfarrwerfen wäre dies bereits die dritte Wolfsattacke innerhalb von weniger als zwei Wochen. In allen Fällen ist dies aber noch nicht bestätigt. Erste Ergebnisse der DNA-Proben soll es im Laufe der kommenden Woche geben.

Schwer verletzte Pinzgauer Ziege nach Wolfsangriff./LK Salzburg/Grill Schwer verletzte Pinzgauer Ziege nach Wolfsangriff./LK Salzburg/Grill ©

Landwirtschaftskammer besorgt

Besorgt reagiert Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Eßl auf die mutmaßlich neuerliche Wolfsattacke auf Weidetiere im Hofbereich. “Ich fühle mich in meiner Forderung nach einem wolfsfreien Alpenraum bestätigt. Ohnehin halte ich den strengen Schutzstatus für ungerechtfertigt, da der Wolf europaweit nicht in seinem Bestand gefährdet ist. Dies gehört dringend geändert, damit Tier und Mensch vor dem Wolf geschützt sind.“

Aus Sicht des Kammerpräsidenten ist unter diesen Umständen eine Weidewirtschaft sowohl im Hofbereich als auch auf den Almen nicht möglich. Die Gesellschaft müsse sich entscheiden, ob sie den Wolf will oder beweidete Almen und Wiesen. „Ich stehe voll und ganz hinter den betroffenen Bauern und setze mich mit Nachdruck dafür ein, dass derartige Situationen, wie sie jetzt aufgetreten sind, künftig vermieden werden. Dazu ist ein europaweites Management mit Entnahme von Wölfen notwendig. Diese stellen für die Weidetiere, aber durchaus auch für den Menschen eine Gefahr dar“, so Präsident Eßl abschließend.

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