Pongauer Extrembergsteiger Sigi Brachmayer tödlich verunglückt

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Sigi Brachmayer wurde 63 Jahre alt.
Sigi Brachmayer wurde 63 Jahre alt. - © Bergrettung Salzburg
Der Altenmarkter (Pongau) Alpinist Sigi Brachmayer ist in der Nacht vom Donnerstag tot von seinen Kameraden der Bergrettung Werfen gefunden worden. Er war im Tennengebirge unterwegs gewesen, um Kletterrouten zu sanieren, teilt die Bergrettung in einer Aussendung mit. Er wurde Freitagvormittag geborgen.

Siegfried “Sigi” Brachmayer dürfte bei dem Unfall rund 200 Meter tief abgestürzt sein. Das gab die Polizei am Freitagnachmittag bekannt. Die Erhebungen betreffend der Absturzursache seien derzeit noch nicht abgeschlossen.

Der 63-jährige Altenmarkter war laut Polizei am Abend von seiner Frau als vermisst gemeldet worden, nachdem er von einer Klettertour nicht nach Hause gekommen war. Der genaue Unfallhergang ist noch nicht klar, Brachmayer war offenbar alleine unterwegs. Sein Leichnam wurde im Bereich der “Rumpelkammer” unter den steilen Südwänden des Rauchecks (2.431 Meter) gefunden. Ein Hubschrauber barg am Freitagvormittag den Toten.

Brachmayer bekannt durch “Alpintage”

Brachmayer ist vielen Alpinisten als Extrembergsteiger und auch durch die Organisation der “Alpintage” bekannt, die er seit 24 Jahren organisiert hatte. Dazu hat Sigi Brachmayer nach dem Tod seiner beiden Bergfreunde Albert Precht und Robert Jölli 2015 in Kreta beim Aufbau einer professionellen Bergrettung in Griechenland mitgeholfen.

"Er war ein Kamerad, der stets bereit war zu helfen, ein offener und quirliger Mensch, der selten ruhig sitzen konnte." Foto: Bergrettung Salzburg Gotthardt: “Er war ein Kamerad, der stets bereit war zu helfen, ein offener und quirliger Mensch.” Foto: Bergrettung Salzburg ©

“Sigi-Bolts” entsprachen nicht der Norm

Und wie Precht zählte Brachmayer in jüngeren Jahren zum Kreis der Kletterpuristen, die den Einsatz fix in den Fels gesetzter Kletterhaken strikt ablehnten. Später setzten beide selbst gebaute Bohrhaken zur Absicherung von Kletterrouten ein. Die sogenannten “Sigi-Bolts” entsprachen laut einem Sicherheitsbericht des Deutschen Alpenvereins aber nicht der Norm. So soll bei einem tödlichen Unfall im Hochkönigmassiv im Jahr 2005 ein solcher Haken nicht gehalten haben. Ein Risiko, auf das Precht wie Brachmayer aber immer wieder gezielt hingewiesen und zusätzliche Absicherung empfohlen haben.

Bergretter trauern um Brachmayer

Brachmayer selbst war mehr als 37 Jahre lang Mitglied der Bergrettung Altenmarkt. “Wir alle trauern sehr um Sigi, der ein offener, lebenslustiger Mensch war. Im Mittelpunkt seines Lebens stand immer der Bergsport, er lebte diese Leidenschaft, sei es bei Skitouren oder beim Klettern. Seine Leidenschaft übertrug er auch auf andere Menschen”, erklärt Thomas Gotthardt, Ortsstellenleiter in Altenmarkt.

Unglück beim Sanieren einer Kletterroute

In den Kletter- und Bergsportkreisen war Brachmayer bestens vernetzt. Zwei seiner besten Freunde verlor er 2015 bei einem Kletterunfall in Kreta. “Leider haben wir jetzt auch Sigi bei der Sanierung einer seiner geliebten Kletterrouten, die er mit seinem Freund und Kletterlegende Albert Precht erstbegangen hatte, verloren. Unser Mitgefühl gilt seinen Angehörigen”, sagte Gotthardt.

(SALZBURG24/APA)

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