Postalm-Lifte gerettet: Gläubiger akzeptieren Sanierungsplan

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Gute Nachrichten gibt im Fall der insolventen Postalm-Lifte in Strobl (Flachgau). 37 von 39 Gläubigern stimmten am Dienstag am Landesgericht Salzburg dem Sanierungsplan zu.

Der Sanierungsplan sieht laut einer Aussendung des Kreditschutzverbandes von 1870 wie folgt aus: Die Gläubiger erhalten die gesetzliche Mindestquote von 20 Prozent innerhalb von zwei Jahren. Zehn Prozent würden in den nächsten 14 Tagen durch den Masseverwalter ausbezahlt. Im Anschluss werden zwei Mal je zwei Prozent und zwei Mal je drei Prozent – jeweils sechs, 12, 18 und 24 Monate ab Annahme des Sanierungsplans – überwiesen. Die neuen Eigentümer, der Wiener Anwalt Michael Proksch und sein Linzer Partner Linus Pilar, haben den Winterpark Anfang September gekauft. Wie Proksch gegenüber den Salzburger Nachrichten schildert, würden er und sein Kompagnon in Summe bis zu 140.000 Euro für die Sanierung beitragen. Der Rest der Summe soll durch den laufenden Betrieb erwirtschaftet werden.

Gemeinde Strobl verzichtet auf Forderung: “Unser Beitrag”

Wie der Kreditschutzverband von 1870 mitteilte, wurden Forderungen in der Höhe von rund 1,8 Millionen Euro angemeldet, mehrere der insgesamt 45 Gläubiger seien zuvor aber von ihren Forderungen zurückgetreten. “Wir haben auf ein Darlehen in der Höhe von 180.000 Euro verzichtet. Das ist unser Beitrag, weil wir ein starkes Interesse am Weiterbetrieb des Skigebiets haben”, sagte etwa der ÖVP-Bürgermeister der Gemeinde Strobl, Josef Weikinger, zur APA. Er zeigte sich optimistisch, dass einem Liftbetrieb im kommenden Winter damit nichts mehr im Wege steht.

Die Winterpark Postalm GmbH & Co KG hatte im Mai 2017 Insolvenz angemeldet. Die Postalm ist Österreichs größtes Almgebiet und wird seit 1970 auch als Skigebiet genutzt und ist vor allem bei Familien mit Kindern beliebt. Die kleine Skiregion besteht aus einem Vierersessellift, vier Schleppliften, einem Tellerlift und einem Transportband. Eine künstliche Beschneiung gibt es nicht, Schneesicherheit ist also nicht gegeben.

Postalm-Lifte um symbolischen Euro gekauft

Proksch und Pilar haben die Lifte um einen symbolischen Euro vom bisherigen Eigentümer, dem Steirer Karl-Heinz Prentner, übernommen, dem das Skigebiet nur ein Jahr lang gehörte. Prentner hatte es selbst erst im September 2016 vom Trachtenhersteller Gerhard Gössl übernommen, dessen Privatstiftung ihrerseits die verschuldete Liftgesellschaft erst im Sommer 2015 erworben hatte. Gössl hegte ehrgeizige Pläne für die Region und wollte auf der Hochebene 1.500 zusätzliche Betten schaffen, war dann aber auf erheblichen Widerstand gestoßen.

Die neuen Eigentümer planen, neue Pistengeräte anzuschaffen, eine Beschneiungsanlage zu installieren und einen Lift zu ersetzen, stehen aber noch vor einigen Herausforderungen. Sie wollen nicht nur längerfristige Verträge mit der fast 50 Bauern umfassenden Agrargemeinschaft schließen, unklar ist auch, ob Ex-Eigentümer Gössl noch 100.000 Euro aus einer alten Haftung zahle, sagte Neo-Besitzer Proksch am Dienstag.

Land Salzburg kündigt Investition von 200.000 Euro an

Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) hatte bei einem Gespräch zur Zukunft der Lifte vergangene Woche angekündigt, bei Vorliegen eines konkreten Konzeptes Neuinvestitionen mit bis zu einem Drittel der Kosten zu unterstützen. Bei kolportierten Investitionen in der Höhe von rund einer Million Euro wären das 330.000 Euro durch die öffentliche Hand. Der Beitrag des Landes ist allerdings mit 200.000 Euro gedeckelt, den Rest müssen daher Anrainer-Gemeinden und Tourismusverbände stemmen. Ein weiteres Drittel wollen die beiden Eigentümer stellen, ein Drittel soll über einen Bankkredit laufen.

(APA/SALZBURG24)

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