Präsident Morales vor dritter Amtszeit in Bolivien

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Morales dürfte die Wiederwahl sicher sein
Morales dürfte die Wiederwahl sicher sein
Mit besten Aussichten für eine dritte Amtszeit von Staatschef Evo Morales sind in Bolivien am Sonntag Präsidentschafts- und Parlamentswahlen abgehalten worden. Dem Linkspopulisten ist die Wiederwahl laut jüngsten Umfragen mit einem Stimmenanteil von rund 60 Prozent praktisch sicher, sein Hauptrivale Samuel Doria Medina gilt als chancenlos.


Rund sechs Millionen Wahlberechtigte waren zur Abstimmung aufgerufen, wobei erstmals auch Auslandsbolivianer abstimmen durften. Neben dem Präsidentenamt wurden auch die 36 Senatssitze und 130 Mandate im Abgeordnetenhaus neu vergeben.

Morales war im Jänner 2006 als erster indigener Volksvertreter an die Spitze eines lateinamerikanischen Landes gewählt und 2009 im Amt bestätigt worden – beide Male mit absoluter Mehrheit. Da der schon damals erfolglos gegen Morales angetretene Oppositionskandidat Doria Medina laut jüngsten Umfragen nicht einmal jeden fünften Wähler überzeugen konnte, darf Morales als dienstältester Präsident des Kontinents fest mit einer weiteren, fünfjährigen Amtszeit von 2015 bis 2020 rechnen.

Morales hat sich als scharfer Kritiker der US-Außenpolitik profiliert und gilt als Ikone der lateinamerikanischen Linken. Unter seiner Regierung hat das Anden-Land eine nie dagewesene politische und wirtschaftliche Stabilität erlebt und deutliche Fortschritte bei der Armutsbekämpfung gemacht. Die Rückverstaatlichung des Öl- und Gassektors gehörte zu seinen wichtigsten Beschlüssen – nicht zuletzt, weil die Flucht der internationalen Energie-Multis ausblieb. Während Morales’ Amtszeit hat Bolivien zudem einen Satelliten ins All geschossen und international an Statur gewonnen.

Kritiker halten dem Staatschef hingegen vor, dass es ihm nicht gelungen sei, Straßenkriminalität, Drogenhandel und Korruption zu bekämpfen. Zudem ermöglichte ihm nur eine umstrittene Auslegung der Verfassung die erneute Präsidentschaftskandidatur.

Der 54-jährige Morales gab als Kandidat der linken Bewegung zum Sozialismus (MAS) kurz nach Öffnung der Wahllokale seine Stimme in der Kokabauern-Region Chapare ab. Morales rief alle Bürger auf, wählen zu gehen. Ein vorläufiges Endergebnis soll es nach Angaben der Wahlbehörden Montagfrüh geben.

Am Samstag hatten Hacker mittels eines Angriffs auf den Twitter-Account des staatlichen Fernsehens die Falschmeldung verbreitet, Morales sei bei einem Unfall umgekommen. Vizepräsident Alvaro Garcia Linera kündigte am Sonntag Ermittlungen dazu an.

In La Paz wurden 280 Menschen vorübergehend festgenommen, weil sie die Wahlvorschriften verletzt hatten, die unter anderem den Alkoholkonsum während des Wahlwochenendes verbieten, wie die Zeitung “La Razon” nach Polizeiangaben berichtete.

Unternehmer Medina lag in den letzten Umfragen bei 18 Prozent. Weitere Kandidaten lagen in den Umfragen weit abgeschlagen hinten. Bei der Parlamentswahl kann die Regierung, die bereits bisher über eine absolute Mehrheit in beiden Kammern verfügte, auf eine Zwei-Drittel-Mehrheit hoffen.

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