Prammer: NS-Terror in Österreich besonders grausam

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Prammer strich den Terror in Österreich hervor
Prammer strich den Terror in Österreich hervor
Nationalratspräsidentin Prammer hat bei einer Gedenkveranstaltung anlässlich des Novemberpogroms den “Terror in Österreich” während der NS-Zeit hervorgestrichen. “Im historischen Rückblick wissen wir, dass in Österreich der Terror ganz besonders grausame Züge annahm”, ließ Prammer vor der in der Nacht auf den 10. November 1938 in der Neudeggergasse in Wien zerstörten Synagoge ausrichten.


Vor allem in Wien, aber auch in anderen Bundesländern seien Gebetshäuser zerstört, Geschäfte und Wohnungen geplündert worden. In Wien seien mehr als 6.000 Juden festgenommen, die Hälfte davon ins Konzentrationslager Dachau deportiert worden, so Prammer bei der Veranstaltung der Initiative “Verlorene Nachbarschaft”.

Es werde nun auch jenen Opfern der NS-Zeit gedacht, die lange auf ihr Recht auf Anerkennung warten mussten – “den Roma, Sinti, Homosexuellen, Kärntner Slowenen, den Zeugen Jehovas, den Jenischen oder politisch Andersdenkenden, den Widerstandskämpfern und vielen anderen, die lange geschwiegen haben, aus Angst, um nicht aufzufallen oder aus Scham”, stellte Prammer laut Grußbotschaft weiter fest.

Auch heute gelte es, stets wachsam zu sein und das “Überschreiten moralischer Grenzen zu erkennen”. Wir alle seien immer wieder gefordert, “antisemitische oder rassistische Äußerungen und Handlungen mit gebotener Eindeutigkeit zu verurteilen” und für nachfolgende Generationen das “Nie wieder” der Nachkriegsgenerationen zu sichern, forderte Prammer.

Aus diesem Grund seien Initiativen wie das Projekt “Verlorene Nachbarschaft” von Bedeutung. “Nur im Verstehen unserer Geschichte und in der Auseinandersetzung mit diesem Teil unserer Vergangenheit können wir für die Gegenwart unsere gemeinsamen Werte wie Menschenrechte und Demokratie schützen und weiter ausbauen”, so die Nationalratspräsidentin.

Politikwissenschafter Anton Pelinka betonte in seiner Gedenkrede, dass “lange Zeit” nichts an den 9. November erinnern hätte dürfen. Für das “Wegsehen” in der heutigen Zeit fehle jedes Verständnis. Die Schreckensherrschaft des NS-Regimes sei durch “Massenbegeisterung” getragen worden, erinnerte Pelinka und dankte den Alliierten für deren Einschreiten.

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