Protest in London: Punk-Andenken gingen in Flammen auf

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Umstrittener Protest gegen Musealisierung der Punk-Bewegung
Umstrittener Protest gegen Musealisierung der Punk-Bewegung - © APA (AFP)
Punk sei zu einem Museumsstück verkommen, beschwert sich ein Sex-Pistols-Fan in London und verbrennt zahlreiche Andenken an die legendäre Punk-Ära. Joe Corre, Sohn des verstorbenen Sex-Pistols-Managers Malcolm McLaren, setzte am Samstag auf einem Boot auf der Themse Kleider, Schallplatten und andere Memorabilien aus den wilden Punk-Zeiten in Brand, wie die Nachrichtenagentur PA berichtete.

Zuvor hatte Corre erklärt, die Andenken aus seinem Besitz seien mehrere Millionen Pfund wert. Das Datum der bizarren Aktion war bewusst gewählt: Vor 40 Jahren veröffentlichten die Sex Pistols ihren Song “Anarchy in the UK” (Anarchie in Großbritannien), der zur Hymne der Punk-Bewegung wurde. Sie machte vor allem durch schrille Outfits, knallharte Musik und Protest gegen das Establishment auf sich aufmerksam.

Zahlreiche Veranstaltungen in London blicken derzeit auf die Bewegung zurück – doch Corre sagte bei der Verbrennung am Samstag: Punk hätte niemals zur Nostalgie werden dürfen und gehöre nicht ins Museum. “Punk ist tot”, hatte er bereits kürzlich bei einer Pressekonferenz in London gesagt. Auch die Mutter Corres, die Modeschöpferin Vivienne Westwood, war unter den Zuschauern des Spektakels an der Themse.

Kritiker hatten Corre zuvor vorgehalten, er handle in pubertärer Zerstörungswut und Sucht nach Aufmerksamkeit. Er solle seine Andenkensammlung lieber zugunsten eines guten Zwecks verkaufen, anstatt sie zu verbrennen, riet eine Autorin in der Zeitung “The Guardian”.

(APA/dpa)

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