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Proteste gegen Koranverbrennung durch US-Truppen

Die Verbrennung eines Korans durch US-Soldaten in Afghanistan hat am Dienstag wütende Proteste ausgelöst. Vor dem Stützpunkt in Bagram versammelten sich nach Behördenangaben knapp 3.000 Demonstranten und skandierten "Tod den Amerikanern". Muslimen gilt die Verbrennung sowie jede andere Schändung des Korans als Todsünde.

Die Internationale Schutztruppe ISAF räumte ein, dass Soldaten in Bagram muslimische Schriften wie den Koran "unangemessen entsorgt" hätten. ISAF-Kommandant Allen entschuldigte sich und betonte, die Soldaten hätten nicht vorsätzlich gehandelt.

"Höchst bedauerlicher Zwischenfall"

US-Verteidigungsminister Panetta sprach von einem "höchst bedauerlichen Zwischenfall", den er auf schärfste verurteile. "Diese Aktionen spiegeln nicht die Ansichten des US-Militärs wider. Wir ehren und respektieren die religiösen Praktiken des afghanischen Volkes ohne Ausnahme." Panetta versprach eine entschlossene Untersuchung gemeinsam mit der afghanischen Regierung.

Die Sprecherin der Provinzregierung von Parwan sagte, auf der US-Basis in Bagram arbeitende Afghanen hätten angebrannte Koran-Exemplare von dort mitgebracht.

Mehrere Menschen verletzt

Bei den Protesten in Bagram wurden nach afghanischen Angaben mehrere Demonstranten verletzt. Parwans Vizepolizeichef Rahman sagte, US-Soldaten hätten 13 Menschen mit Gummigeschossen leicht verletzt. Niemand sei getötet worden. Die Polizei habe die Lage unter Kontrolle.

Ein Teilnehmer an den Protesten sagte, ein Demonstrant sei von Soldaten angeschossen worden. Nach ISAF-Angaben wurde "nicht-tödliche Munition" zur Auflösung der Menge eingesetzt.

 

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