53-Jähriger soll Anleger um fünf Millionen Euro geprellt haben - © VN/Bernd Hofmeister Acht Tage - verteilt auf drei Wochen - muss der Feldkircher Helmut K. dem Schöffensenat nun Rede und Antwort stehen. Fünf Millionen Euro soll der 53-Jährige Anlagewilligen in betrügerischer Absicht aus der Tasche gelockt haben.
Ausschweifend
In noblem weißen Freizeitdress erscheint der sichtlich Angespannte vor Gericht. Bislang trug er nur Maßanzüge, Millionen gingen durch seine Hände. Nun muss er mit den wenigen Quadratmetern einer Gefängniszelle auskommen. Lange waren die Fahnder dem Mann auf den Fersen, gestern war es endlich so weit. Der erste Prozesstag ging über die Bühne. Zäh wie erwartet, K. so ausschweifend wie befürchtet. An Ausbildung genoss der dreifach Vorbestrafte ein bisschen dies, ein bisschen das: Er besuchte eine Möbelfachschule und absolvierte einen Farbpsychologielehrgang, Bankenkurse und Managementseminare waren auch dabei. Danach fühlte er sich berufen, Anlagewilligen Investitionen zu organisieren. Laut Anklage fielen etliche Investoren auf die Masche des vermeintlichen Moneymakers herein. In noblem Umfeld fanden sich immer wieder vor allem ältere Wohlhabende, die ihr Geld gewinnbringend anlegen wollten. So soll ihm auch ein Pharmaunternehmer aus den USA eine Million US-Dollar für ein Villenprojekt in St. Moritz anvertraut haben. „Das hätte auch funktioniert“, versichert der Angeklagte heute noch. „Mein Mandant ist ein ambitionierter Vorarlberger, der es in der Immobilien- und Finanzwelt zu etwas gebracht hat“, führt Verteidiger Christoph Rümmele in seinem Eröffnungsplädoyer aus. K. habe allerdings den falschen Partnern vertraut. Er habe nie jemanden schädigen wollen, sei der kreative Kopf gewesen, um die Verwaltung der Gelder habe er sich im Einzelnen nicht selbst kümmern können, so der Anwalt weiter.
Wertlose Genussscheine
Mühsam kämpfen sich alle Verfahrensbeteiligten Punkt für Punkt durch die Anklage. Noch zwei Tage ist der Beschuldigte am Wort. Dann werden die Zeugen angehört. Rekonstruktionen sind schwierig, reichen die Vorwürfe zum Teil doch über zehn Jahre zurück. K. räumt ein, Formulare nur überflogen, persönliche Haftungen übersehen zu haben. Viele Anleger wollten laut Anklagebehörde sichere Anlagen, bekommen haben sie unter anderem wertlose Genussscheine eines insolventen Yachtbau-Unternehmens. Ob das Gericht die massiven Vorwürfe tatsächlich beweisen kann, wird sich frühestens in drei Wochen zeigen. Läuft alles nach Plan, fällt der Schöffensenat spätestens am 25. November ein Urteil.