Prozess um falschen Spielervermittler in Klagenfurt: Ein Jahr Haft

Der Angeklagte soll sich gleich zu Beginn der Verhandlung vollinhaltlich schuldig bekannt haben (Symbolbild).
Der Angeklagte soll sich gleich zu Beginn der Verhandlung vollinhaltlich schuldig bekannt haben (Symbolbild). - © Bilderbox
Ein 43-jähriger Salzburger ist am Donnerstag am Landesgericht Klagenfurt wegen gewerbsmäßigen schweren Betrugs zu einer Zusatzhaftstrafe von einem Jahr verurteilt worden. Insgesamt muss der Mann, der als vermeintlicher Vermittler von Fußballer-Transfers unterwegs war, 30 Monate absitzen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der Angeklagte soll sich gleich zu Beginn der Verhandlung vollinhaltlich schuldig bekannt haben. Seine sechs Opfer habe der Mann über das Internet kennengelernt und zur Übergabe von Geld, insgesamt 148.000 Euro, überredet. Er soll vorgegeben haben, eine Transferagentur zu betreiben, die Fußballspieler vermittelt. Mit Hilfe der “Investitionen”, die er den Geschädigten abknöpfte, sollten Spieler vermittelt werden – der 43-Jährige versprach Gewinne, sollten die Transfers zustande kommen. Für den Fall, dass die Deals platzen, versprach der Mann offenbar, dass die Investoren ihr Geld vollständig zurückbekommen würden – das war aber nicht der Fall. Bis zur Verhandlung hatte er lediglich einer Geschädigten 6.500 Euro zurückgezahlt.

Spielervermittler: “Ich war in einem Strudel”

“Es tut mir leid, was passiert ist. Ich war in so einem Strudel drin”, soll der Angeklagte vor Gericht gesagt haben. Von dem Geld sei nichts übrig: “Ich habe es weitergegeben.” Die Namen seiner Hintermänner wollte er auf Nachfrage aber offenabr nicht preisgeben. Sehr wohl wolle er den angerichteten Schaden aber wiedergutmachen, beteuerte er.

Opfer offenbar “sehr blauäugig”

In seiner Urteilsbegründung erwähnte Richter Gerhard Pöllinger, der dem Schöffensenat vorsaß, einige Milderungsgründe: etwa das reumütige Geständnis und die teilweise Schadenswiedergutmachung. Auch seien die Opfer “sehr blauäugig” auf den Mann hereingefallen. Erschwerend waren jedoch die einschlägigen Vorstrafen des Mannes – und dass der 43-Jährige die Betrügereien während einer Probezeit beging. Erst vor einem Jahr war der Mann in Salzburg wegen gewerbsmäßigen, schweren Betrugs zu 18 Monaten Haft verurteilt worden, der Schöffensenat erachtete eine Gesamtstrafe von 30 Monaten als tat- und schuldangemessen.

Der Angeklagte nahm das Urteil an. Staatsanwältin Sarah Katschnig gab keine Erklärung ab.

(APA)

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