Prozess um Malversationen im Umfeld von Gut Aiderbichl

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Mögliche Malversationen bei Zuwendungen an den Gnadenhof
Mögliche Malversationen bei Zuwendungen an den Gnadenhof - © APA
Der Schöffenprozess um Malversationen bei Geld für Tierschutz ist am Dienstagabend im Landesgericht Ried im Innkreis vertagt worden. Einem Geschwisterpaar wird vorgeworfen, den Nachlass eines Tierfreundes um mehrere Hunderttausend Euro geschädigt zu haben. Das bestreiten sie. Der Fall spielt auch in das Umfeld von Gut Aiderbichl. Die Verhandlung wird am Donnerstag fortgesetzt.

Der 51-Jährige und seine 54-jährige Schwester – beide sind inzwischen zerstritten – sollen laut Anklage der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) 2010 als Helfer auf einem Gnadenhof im Innviertel dafür gesorgt haben, dass der damals 86-jährige Tierfreund und Betreiber Sparbücher, Konten sowie Versicherungen einrichtet und dem Mann die Verfügung darüber einräumt. Dieser hätte davon Geld kassiert und für sich verwendet, so der Vorwurf. Bei dem Mann sollen es mehrere Hunderttausend Euro gewesen sein. Die Frau soll 35.000 Euro des Gönners, die für das Gut Aiderbichl bestimmt waren, nicht dort abgeliefert haben. Angeklagt sind Untreue, Veruntreuung sowie Urkundenfälschung und -Unterdrückung.

Die beiden Angeklagten sowie deren Anwälte Manfred Ainedter (l.) und Robert Morianz (2.v.r.) /Pressefoto Scharinger Die beiden Angeklagten sowie deren Anwälte Manfred Ainedter (l.) und Robert Morianz (2.v.r.) /Pressefoto Scharinger ©

Gut Aiderbichl: Angeklagte bestreiten Vorwürfe

Die beiden Angeklagten bestreiten die Vorwürfe. Alles sei mit Wissen und Wollen des Gönners geschehen, versicherten sie. Mit dem Geld das über Konten, Sparbücher und aus Versicherungen floss, seien die Ausgaben des Hofes beziehungsweise das Gehalt des Mannes für die dort geleistete Arbeit bestritten worden. Der Verstorbene habe ihn außerdem finanziell absichern wollen, erklärte der 51-Jährige. Die Frau verantwortet sich damit, dass sie die 35.000 Euro dem Geschäftsführer von Gut Aiderbichl Dieter Ehrengruber in bar übergeben, jedoch dafür keine Quittung erhalten habe. Im Gegenzug äußerte sich sie kritisch über die Aktivitäten von Aiderbichl.

Die Verbindung dorthin besteht auch darin, dass der im November 2011 verstorbene Tierfreund seinen Hof und zusätzlich Geld für den Betrieb in einem Testament Gut Aiderbichl vermacht hat. Für die Ausgaben, die der Angeklagte bestritten haben will, habe es Rechnungen gegeben. Die in Ordnern aufbewahrten Belege seien jedoch verschwunden nachdem das Gut Aiderbichl den Hof übernommen hatte.

Verbleib von sieben Millionen Euro unklar

Die Affäre flog 2014 auf, als ein Bruder des 2011 verstorbenen Gönners Anzeige erstattete. Er war durch ihm zugetragene Informationen rund um den Verbleib des Vermögens – die Rede ist von insgesamt sieben Millionen Euro – misstrauisch geworden. Am Nachmittag wurden noch drei Zeugen befragt. Eine frühere ehrenamtliche Helferin, die sich bis dahin um die Finanzen des Gnadenhofbetreibers gekümmert hatte, fühlte sich von den Geschwistern verdrängt. Zwei Bankmitarbeiter hatten bei der Kontoeröffnung durch den Gönner und der Einräumung der Zeichnungsberechtigung an den Angeklagten den Eindruck, dass der Millionär geistig fit gewesen sei und aus eigenen Stücken gehandelt habe.

(APA)

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