Prozess um tödlichen Arbeitsunfall in Lend: Freisprüche rechtskräftig

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Alle Angeklagten wurden freigesprochen.
Alle Angeklagten wurden freigesprochen. - © APA/Neumayr/MMV/Archiv
Nachdem der Prozess um den tödlichen Unfall im Salzburger Aluminiumwerk Lend (Pinzgau) am 30. September zu Ende gegangen war, sind nun die Freisprüche für alle 17 Angeklagten vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen rechtskräftig geworden. Das bestätigte die Sprecherin des Landesgerichtes Salzburg, Richterin Martina Pfarrkirchner, am Freitag auf Anfrage der APA.


Dem Urteil zufolge haben die beiden Arbeiter, die 2012 in einer Vorwärmekammer verbrannten, die Sicherheitsvorschriften nicht eingehalten. Bei den Angeklagten handelte es sich um einen Staplerfahrer, der irrtümlich die Türe zur Kammer per Fernbedienung geschlossen hatte, sowie um handels- und gewerberechtliche Geschäftsführer der Aluminium Lend GmbH und weiters um Sicherheitsfachkräfte und Sicherheitsvertrauenspersonen.

Zwei Arbeiter in Lend verbrannt

Bei dem Unglück starben ein 56-jähriger langjähriger Mitarbeiter, ein Schlosser aus dem Pongau, sowie ein 49-jähriger Leiharbeiter aus dem Lungau. Einige Tage danach ergaben Ermittlungen, dass ein Arbeitskollege per Fernbedienung vermutlich irrtümlich die Schiebetüre zu der Kammer geschlossen und den Heizvorgang gestartet hatte, weil es offenbar keinerlei Hinweise darüber gab, dass sich jemand in dem Raum aufhalten könnte. Die Betriebstemperatur in der Kammer beträgt im Regelfall 300 bis 400 Grad. Die beiden Verunglückten wollten offenbar einen Schaden in der Kammer begutachten, weil sich angeblich eine Abdeckplatte an der Rückwand gelöst hatte.

(APA)

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