Gewaltvideo: Urteile im Prozess um Prügel-Bande

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Mehrere Jugendliche auf der Anklagebank
Mehrere Jugendliche auf der Anklagebank - © APA (Archiv/Pfarrhofer)
Im Wiener Landesgericht wurde am Mittwoch gegen eine Prügel-Bande um ein erst 16 Jahre altes Mädchen verhandelt. Die Beschuldigten hatten Anfang November 2016 in Wien-Donaustadt eine 15-Jährige umringt und auf diese eingeschlagen. Das Opfer erlitt u.a. einen doppelten Kieferbruch. Ein Video der Gewalttat landete auf Facebook, wo es sich in Windeseile verbreitete und über Tage hinweg abrufbar blieb.

Mittwochabend sind im Wiener Landesgericht die Urteile gefallen. Fünf Angeklagte – drei Mädchen im Alter zwischen 16 und 17, ein 16-jähriger Bursch und ein 21-jähriger Mann – wurden wegen schwerer Körperverletzung zu teilbedingten Freiheitsstrafen verurteilt.

Freiheitsstrafen im Prozess um Prügelbande

Die 16 Jahre alte Hauptangeklagte, die sich in ihrer Einvernahme selbst als “treibende Kraft” bezeichnet hatte, erhielt 18 Monate, davon sechs Monate unbedingt. Ihre beiden Freundinnen fassten jeweils zwölf Monate aus, die ihnen zur Gänze bedingt nachgesehen wurden. Der 16-Jährige erhielt 18 Monate, davon ebenfalls sechs Monate unbedingt. Der 21-Jährige, der mit einem finalen Faustschlag letztlich die schwere Körperverletzung bewirkt haben dürfte, bekam zwei Jahre, davon acht Monate unbedingt.

Entgegen der Anklage wurde die jugendliche Prügel-Bande nicht wegen absichtlicher schwerer Körperverletzung, sondern lediglich im Sinne des Paragraf 84 Absatz 4 Strafgesetzbuch (StGB) verurteilt. Der Schöffensenat ging nicht davon aus, dass die fünf Jugendlichen es vorsätzlich darauf angelegt hatten, der 15-Jährigen bewusst eine schwere Körperverletzung zuzufügen.

Schmerzensgeld von 3.960 Euro zugesprochen

Die 15-Jährige bekam ein Schmerzengeld von 3.960 Euro zugesprochen. Der Hauptangeklagten und den beiden schuldig erkannten Burschen wurde die Weisung erteilt, sich einem Anti-Gewalt-Training zu unterziehen. Bewährungshilfe wurde angeordnet. Die 16 Jahre alte Hauptangeklagte und ihr gleichaltriger Komplize müssen sich außerdem einer psychotherapeutischen Behandlung unterziehen. Dem 16-jährigen und dem 21-Jährigen wurden offene bedingte Vorverurteilungen wegen Raubes bzw. zweifacher Körperverletzung nicht widerrufen – die Probezeiten wurden dafür auf fünf Jahre verlängert.

Hauptangeklagte erbat Bedenkzeit

Die Urteile sind nicht rechtskräftig. Die Burschen waren mit den Entscheidungen einverstanden, die Hauptangeklagte erbat Bedenkzeit. Die Staatsanwältin gab zu sämtlichen Urteilen keine Erklärung ab. Der mitangeklagte jüngere Bruder des 21-Jährigen, der bei der Prügel-Szene dabei gestanden war, wurde vom Vorwurf der Unterlassung der Verhinderung einer mit Strafe bedrohten Handlung freigesprochen.

(APA)

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