Psychiatrische Fachärzte: Zwischen Top-Versorgung und Mangel

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Zu wenige Ärzte wollen in die Salzburger Gebirgsgauen. (Symbolbild)
Zu wenige Ärzte wollen in die Salzburger Gebirgsgauen. (Symbolbild) - © APA/Fohringer/Archiv
Das Bundesland Salzburg ist in Sachen Fachärzte für Psychiatrie gespalten. Einerseits ist die Versorgung österreichweit Spitze. Andererseits können gerade im Pongau, Pinzgau und Lungau dringend notwendige Stellen nicht besetzt werden.

Salzburg ist mit 15 Facharztstellen für Psychiatrie mit Kassenvertrag österreichweit führend. Es verfügt damit – gemessen an der Bevölkerungszahl – über das dichteste Netz an Fachärzten dieser Disziplin (zusätzlich zur gut ausgebauten psychotherapeutischen Versorgung).

Zu wenige Psychiater im Innergebirg

Leider war es bisher aber nicht möglich, eine Facharztstelle für Psychiatrie für Erwachsene für den Pongau und Lungau (je zur Hälfte) zu besetzen, heißt es von den Salzburger Gebietskrankenkasse (SGKK) in einer Aussendung. Dasselbe gilt für eine Stelle für Kinder-und Jugendpsychiatrie im Innergebirg. „Die Psychiatrie, vor allem aber die Kinder- und Jugendpsychiatrie, ist ein ´Mangelfach´: Es sind derzeit keine Fachärztinnen bzw. Fachärzte für die offenen Stellen zu finden“, erläuterte SGKK-Obmann Andreas Huss die Situation.

Seitens der Salzburger Gebietskrankenkasse bemüht man sich schon lange und intensiv, noch mehr wohnortnahe Angebote durch niedergelassene Fachärzte bzw. Fachärztinnen für Psychiatrie zu schaffen. Mit Dr. Roswitta Reichhalter konnte die SGKK im Herbst 2015 die erste Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie in der Stadt Salzburg unter Vertrag nehmen. Das eigenständige Fach Kinder- und Jugendpsychiatrie gibt es in Österreich seit 2007, es befindet sich im Aufbau. Die Ausbildung der (Fach-)Ärzte fällt in die Zuständigkeit des Bundes.

Ärzte appellieren an Politik

„Diesen Fachärzte-Mangel spüren wir, das spürt aber auch das Land Salzburg bei der Besetzung der Stellen im neuen Psychosozialen Zentrum für Kinder und Jugendliche (PVBZ)“, so Andreas Huss weiter. „Die Politik auf Bundesebene muss entscheiden, wie es weitergehen soll. Ein Schlüssel zur Lösung des Problems könnte die Aufstockung der Ausbildungsplätze sein. Auch ein neu gestaltetes Aufnahmeverfahren für das Medizinstudium wäre eine Möglichkeit“, so Huss abschließend.

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