Putenfleisch im Check: Welches Fleisch ist wirklich “gut”?

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Nicht überall gibt es gentechnikfreies Putenfleisch.
Nicht überall gibt es gentechnikfreies Putenfleisch. - © dpa/dpaweb/dpa/Stefan Puchner
Putenfleisch ohne Gentechnik ist offenbar nicht selbstverständlich. Bei einem Puten-Frischfleisch-Check fand Greenpeace heraus, dass es gentechnikfreies Fleisch nicht in allen Supermarktketten zu kaufen gibt.

Die Tier- und Umweltschutzorganisation Greenpeace hat in den vergangenen Wochen das Angebot von Puten-Frischfleisch in österreichischen Supermärkten unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse sind durchwachsen: Im Vergleich zum letzten Check im Dezember 2012 hat sich das Angebot an Putenfleisch aus gentechnikfreier Fütterung zwar erhöht, der Anteil an importiertem Fleisch ist insgesamt jedoch gestiegen. Somit ist gentechnikfreies Putenfleisch nicht in allen Supermarktketten erhältlich.

Wo gibt es (kein) gentechnikfreies Putenfleisch?

Als einzige Kette in ganz Österreich führt Billa derzeit kontrolliert gentechnikfreies Putenfleisch aus Österreich. Besonders schlecht schneidet das Angebot von Hofer und Zielpunkt ab, dort gibt es kein gentechnikfreies Putenfleisch im regulären Sortiment zu kaufen. „Hofer und Zielpunkt müssen rasch gentechnikfreie Alternativen für Konsumentinnen und Konsumenten und damit Wahlfreiheit schaffen“, fordert Greenpeace-Sprecher Herwig Schuster.

Greenpeace: 17 Produkte getestet

Insgesamt hat Greenpeace 17 Puten-Frischfleisch-Produkte hinsichtlich Kriterien wie Gentechnik, Herkunft und Tierschutzstandards bewertet. Am besten abgeschnitten haben dabei Puten aus biologischer Landwirtschaft, die jedoch nur vereinzelt im Sortiment zu finden sind: Abgesehen vom gut sortierten Bio-Fachhandel, führen nur Merkur(ja! Natürlich) und vereinzelt Spar-Märkte (SPAR Natur*pur) Bio-Putenfleisch. Als Alternative zu Bio-Putenfleisch kommen österreichisch Produkte mit dem Siegel „Ohne Gentechnik hergestellt“ in Frage. So produzieren etwa die beiden Marktführer Wech und Pöttelsdorfer ausschließlich gentechnikfrei und unter wesentlich besseren Tierschutzstandards als ausländische Putenzüchter. „Unverständlich ist jedoch, dass Billa und Merkur teilweise Fleisch verkaufen, das von diesen österreichischen Puten stammt, die mit gentechnikfreiem Futter gefüttert wurden, jedoch nicht als solche gekennzeichnet ist“, wundert sich Schuster.

Ein “Ungenügend” für “Hubers Landhendl”

Beim dritten großen österreichischen Putenunternehmen, „Hubers Landhendl“, stammt nur ein Teil der Putenprodukte aus Österreich. Ein großer Teil wird aus Deutschland importiert, gentechnikfrei Füttern lässt „Hubers“ nirgends. In Deutschland werden die Puten zudem unter schlechteren Tierschutzstandards aufgezogen. So ist beispielsweise die gesetzliche und übliche Besatzdichte (die Anzahl der Tiere pro Quadratmeter) in Deutschland um 50 Prozent höher als in Österreich. „Immerhin hat Hubers vor Kurzem begonnen, die Herkunft des Fleisches auf allen Packungen anzugeben“, so Schuster. Im Mai dieses Jahres haben Tierschützer schwere Vorwürfe gegen “Hubers Landhendl” erhoben – wir haben berichtet.

 

Putenfleisch: Was kann ich kaufen?

Bewusste Konsumen greifen idealerweise zu Ware aus Österreich, gekennzeichnet mit Bio-Siegel und dem Zeichen “ohne Gentechnik hergestellt”. Bio-Produkte sind immer garantiert Gentechnik-frei und besser für Umwelt, Mensch und Tier. Das AMA-Gütesiegel schließt Gentechnik-Futter nicht aus: Das Gütesiegel der Agrarmarkt Austria steht für die österreichische Herkunft, leider jedoch nicht für die Gentechnik-freie Fütterung der Tiere, was sich laut Greenpeace viele Konsumenten offenbar gar nicht bewusst sind.

Die Auflistung der Puten-Produkte im Check  informiert, bei welchen Produkten nachweislich kein Gentech-Futter zum Einsatz gekommen ist. Mit Klick auf das Bild oder den Text sieht man die Produkt-Informationen und die jeweilige Bewertung.

 

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(SALZBURG24)

 

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