Radsport in Salzburg steckt in tiefer Krise

Wie schaut es aus mit dem Radsport in Salzburg?
Wie schaut es aus mit dem Radsport in Salzburg? - © APA
Knapp zehn Jahre nach dem Salzburg Austragungsort der Straßen-WM war, ist es ruhig um den Radsport geworden. Im “Radsportland Salzburg” schafft kaum ein Nachwuchsfahrer den Sprung in eine Profi-Mannschaft und auch Wettkämpfe der höchsten Kategorien sind Mangelware. Wir zeigen euch auf, was sich derzeit im Salzburger Radsport tut.

Radsport ist nicht gleich Radsport. Vom Rennrad über das Mountainbike bis hin zum Crossrad gibt es viele Disziplinen. Im Breitensport sind das klassische Rennradfahren und das Mountainbiken sehr beliebt.

Tourismus setzt auf Radsport

Die Salzburger Jugend zieht es immer mehr in die alpinen Gaue, wo es mittlerweile reichhaltige Angebote für Downhiller und Freerider gibt. Die Ski-Regionen und der Sommertourismus setzen zunehmend auf die Sportler auf zwei Rädern. In Salzburg gibt es insgesamt 22 Radsportvereine, die zum Landesverband (LRV) gehören. Darüber steht übergeordnet der Fachverband Österreichischer Radsport Verband (ÖRV). Wer in Österreich bei einem offiziellen ÖRV-Rennen starten will, benötigt eine Radsport-Lizenz. Diese gibt es in verschiedenen Klassen vom Nachwuchs bis zur Elite-Klasse.

Peterstorfer repräsentiert Salzburg

Als Hoffnungsträger im Salzburger Radsport gilt Tobias Peterstorfer. Der 18-Jährige fährt beim URC Wals-Siezenheim (Flachgau) und ist Teil des Mountainbike-Nationalteams. Für den Sprung zu den Profis benötigt er jede Unterstützung. “Es ist sehr schwer, in der Elite Fuß zu fassen, denn das Niveau ist deutlich höher als bei den Junioren. Die Top-Elite-Fahrer haben zudem allesamt einen professionell strukturierten Hintergrund”, erzählt der Youngster im SALZBURG24-Gespräch.

Peterstorfer: “Förderungen sind schwach”

Die Matura steht momentan noch im Vordergrund, die Zukunft ist aber unklar. “Wenn man vom Mountainbike-Sport leben möchte, muss man fast ins Ausland gehen. In Österreich gibt es nur wenige Teams und die Förderungen sind eher schwach”, klagt der 18-jährige Peterstorfer. Vom Verband stünden ihm nur wenige Mittel zur Verfügung, der Mountainbike-Sport würde auch medial zu wenig behandelt werden. In Salzburg gibt es mit Lisa Mitterbauer und Manuel Weissenbacher nur zwei Elite-Athleten aller Radsportkategorien. “Salzburg hat einen der kleinsten Fördertöpfe in Österreich, nicht zuletzt wegen der geringen Anzahl an Lizenzfahrern”, so Wilhelm Burner, Präsident des Landesradsportverbandes Salzburg.

Die Verantwortung Kinder zum Radsport zu begeistern und diese an den Rennsport heranzuführen, sieht Burner bei den Vereinen. Für die Clubs wäre mehr Unterstützung des LRV wünschenswert, die gibt es aber nur mit entsprechend höheren Lizenzzahlen. Die Katze beißt sich in den Schwanz: In Oberösterreich gibt es beispielsweise achtmal mehr Lizenznehmer als Salzburg, bei gut doppelt so hoher Einwohnerzahl. Der LRV erhält dadurch mehr Fördermittel und kann diese wiederum an die Vereine und Sportler weitergeben.

“Straßenradsport steht in Salzburg schlecht da”

Von Verbandsseite sind in absehbarer Zeit keine Veranstaltungen geplant. “Ich habe 1986 mein erstes Radrennen in Salzburg veranstaltet”, so Burner, “die Behörden machen mir diese Arbeit aber mittlerweile fast unmöglich. Es ist ein Kampf gegen Windmühlen. Der Straßenradsport steht in Salzburg mehr als schlecht da. Gott sei Dank haben wir die Mountainbiker mit starken Vereinen und gutem Nachwuchs.” Speziell der URC Wals-Siezenheim oder  MTB-Club Koppl sind dabei hervorzuheben. Letzterer ist in diesem Jahr auch Veranstalter der Österreichischen Meisterschaften in der olympischen Disziplin Cross Country. Dennoch schaffen es in Salzburg nur wenige der Jugendfahrer sich später in der Elite zu behaupten.

Der Breitensport boomt, der Nachwuchs- und Leistungssport darf dabei aber nicht in Vergessenheit geraten.

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