Rapid kommt nicht zur Ruhe

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Wie lange ist er noch Rapid-Trainer?
Wie lange ist er noch Rapid-Trainer? - © APA
Ausgerechnet als die Krise halbwegs überwunden schien, hat es für Rapid in der Fußball-Bundesliga den nächsten schweren Rückschlag gesetzt. Durch die 0:1-Heimniederlage am Sonntag gegen den WAC verpuffte der zarte Aufschwung der vergangenen Tage, was Trainer Mike Büskens am Montag den Job gekostet hat.

Er wisse nicht, ob es Konsequenzen für ihn geben werde, hatte der 48-Jährige nach dem Schlusspfiff noch zu Protokoll gegeben. Sportdirektor Andreas Müller, dessen Rauswurf vom Block West neuerlich massiv gefordert wurde, verzichtete auf eine öffentliche Stellungnahme. Auch er wurde am Montag “beurlaubt”.

Die Zahlen sprachen nicht für das deutsche Duo. Rapid konnte die Umfaller von Sturm Graz und Salzburg nicht nutzen und liegt als Tabellenfünfter nach 14 Runden je neun Punkte hinter den Steirern und Altach. Die im Sommer als “grüne Hölle” angekündigte neue Arena hat ihren Schrecken längst verloren – die jüngsten vier Heimspiele wurden nicht gewonnen, in der Liga reichte es in den vergangenen drei Auftritten im Allianz Stadion nur zu einem Punkt.

Diese triste Bilanz erklärte Büskens nach dem Spiel unter anderem mit der mangelhaften Chancenauswertung. Immerhin habe man es gegen den WAC auf 27 und zwei Wochen zuvor beim 0:2 gegen die Austria auf 30 Torschüsse gebracht und dabei keinen einzigen Treffer erzielt. “Letztlich sind wir daran gescheitert, dass wir nicht effektiv waren”, meinte Büskens.

Der Coach sprach von einer “Riesen-Enttäuschung” und einem “bitteren Moment”. “Wir haben mit einer jungen Mannschaft sehr viel investiert und stehen am Ende mit leeren Händen da.” Büskens wirkte zwar niedergeschlagen, zeigte sich aber zunächst noch kämpferisch. “Es gibt Hoffnung, da sich die Jungs nie hängengelassen und resigniert haben.”

In der bevorstehenden Länderspiel-Pause wolle Büskens auch ohne sieben bei Nationalmannschaften engagierten Profis gewisse Automatismen einschleifen. Diese Chance sollte er aber nicht mehr bekommen.

Dass der erst im Juni verpflichtete Deutsche vor dem kommenden Meisterschaftsspiel in zwei Wochen bei Red Bull Salzburg seinen Job verloren hat, daran hat Philipp Prosenik einen maßgeblichen Anteil. Der Stürmer erzielte schon das WAC-Tor beim 1:1 gegen Rapid im Sommer in Wolfsberg und trug sich nun wieder gegen die Grün-Weißen in die Schützenliste ein – und das als Leihgabe der Hütteldorfer.

Seine Emotionen beim Siegestreffer beschrieb Prosenik als “Gefühlschaos pur”. Auf einen Torjubel verzichtete der 23-Jährige. “Das kommt für mich nicht infrage. Ich bin Rapid-Fan, da macht man so etwas nicht.” Der Wiener staubte bei seinem siebenten Liga-Saisontor – der treffsicherste Rapidler Louis Schaub hält bei fünf – aus kurzer Distanz ab, nachdem Goalie Richard Strebinger einen Freistoß von Daniel Offenbacher nicht hatte bändigen können.

Beim Anlauf zum Freistoß rutschte Offenbacher kurz aus – offenbar aus Absicht, um Strebinger zu irritieren, wie Trainer Heimo Pfeifenberger erzählte. “Mir hat er davor aber nichts davon gesagt, dass er so etwas plant”, schmunzelte der Salzburger.

Sein Club liegt als Sechster nur noch einen Punkt hinter Rapid, dennoch war beim Ex-Hütteldorfer keine überschäumende Euphorie zu bemerken. “Wir haben schon noch viel Arbeit vor uns, was das Offensivspiel betrifft”, sagte Pfeifenberger.

(APA)

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