Rapid übt sich nach Saison des Schreckens in Demut

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Rapid-Coach Djuricin peilt die Top drei an
Rapid-Coach Djuricin peilt die Top drei an - © APA (EXPA/Groder)
Vor gut einem Jahr war der SK Rapid Wien mit einer Kampfansage an Bundesliga-Abomeister Salzburg aufgefallen. Was folgte, waren zehn Monate voller Pech und Missverständnisse, in den zwei Trainer und ein Sportchef gehen mussten. Mit dieser Erfahrung gibt man sich in Hütteldorf heuer weitaus bescheidener. “Jetzt müssen wir Stabilität reinbringen in die Mannschaft”, sagte Trainer Goran Djuricin.

Ziele für die kommende Saison sind offiziell die Rückkehr unter die Top drei der Bundesliga-Tabelle und die Qualifikation für das internationale Geschäft. Obwohl der Kader im Vergleich zur Vorsaison nicht substanziell verändert wurde, hält man sich mit großspurigen Ansagen zurück. “Das wäre ja vermessen, wenn wir den Meistertitel ausrufen nach der Saison”, erklärte Djuricin, der allerhand Verbesserungspotenzial sieht. “Ich glaube, wir müssen konkurrenzfähiger werden. Wir müssen hart an uns arbeiten, unsere Hausaufgaben machen.”

Der 42-Jährige war im April angetreten, um gewissermaßen das Tafelsilber zu retten. Unter seinem Vorgänger und direkten Vorgesetzten Damir Canadi waren die Wiener in eine Krise geschlittert, in der sogar der erstmalige Abstieg aus dem Fußball-Oberhaus möglich schien. Djuricin und sein Team schafften aber noch den fünften Platz in der Abschlusstabelle, im Cupfinale gegen Red Bull Salzburg verpasste Rapid nur knapp die Überraschung.

Zudem gelang es dem ehemaligen Ebreichsdorf-Trainer, die unter Canadi verschüttete Spielfreude wieder zu wecken. “Wir haben mehr Tore geschossen, wir sind offensiver, haben wesentlich mehr Torchancen herausgespielt”, erläuterte Djuricin, der genau dort anknüpfen will. “Was wir noch besser machen müssen, ist, das Restfeld abzusichern. Gegen die Austria (0:2-Niederlage im 321. Wiener Derby; Anm.) ist das sehr in die Hose gegangen. Aber ich denke, dass ein Aufwärtstrend zu sehen war, und dort wollen wir weitermachen.”

Auf dem Transfermarkt hat sich Rapid bisher eher zurückgehalten. Mit Boli Bolingoli kam ein Linksverteidiger von Brügge, den Club verlassen haben Jan Novota (VSC Debrecen), Arnor Ingvi Traustason (AEK Athen/zunächst auf Leihbasis), Christoph Schößwendter (Union Berlin) und Tomi (Ziel unbekannt).

Der eine oder andere Neuzugang für die Offensive hängt nun davon ab, wer den Verein noch verlässt. Matej Jelic und der vom WAC zurückgekehrte Philipp Prosenik wären Kandidaten, in trockenen Tüchern ist aber noch nichts. Optimal wäre “wenn jetzt noch ein schneller Spieler kommen würde, der in die Tiefe geht”, sagte Djuricin, der sich prinzipiell einen kleineren Kader wünscht. “Wenn zu viele Spieler im Kader sind und jede Woche drei, vier Spieler auf der Tribüne sitzen müssen oder mehr, ist das für die Stimmung auch nicht besonders gut.”

Im Tor ist vorerst eine Entscheidung für Richard Strebinger als Nummer eins gefallen. “Es waren wirklich nur Kleinigkeiten. Das Gesamtpaket hat die letzten Wochen einfach für ihn gesprochen, aber es war wirklich sehr knapp. Der Knofi (Tobias Knoflach; Anm.) ist so knapp hinter ihm”, meinte Djuricin, der in Strebinger auch den etwas erfahreneren Goalie sieht.

Die Verletztenliste ist im Vergleich zu einigen Phasen in der Vorsaison vor dem Auftakt gegen den SV Mattersburg am Samstag (16.00 Uhr) überschaubar. Ivan Mocinic, Giorgi Kvilitaia, Christopher Dibon und Philipp Schobesberger sind noch nicht fit, beim seit langem am Knie verletzten Schobesberger machte Djuricin aber Mut: “Er hat jetzt teilweise schon mittrainiert, ihm geht es relativ gut. Aber man muss ihm jetzt natürlich mehr Pausen geben, weil man schauen muss, wie die Reaktion vom Knie ist.”

Mit seiner ersten Vorbereitung als Bundesliga-Cheftrainer ist Djuricin zufrieden. Zwicken, um sicherzugehen, nicht im Märchenland zu sein, müsse er sich mittlerweile nicht mehr. “Zwei Drittel sind Coolness oder Professionalität, man gewöhnt sich schnell an das Ganze. Aber es ist noch immer so, dass ich sehr, sehr froh bin, da zu sein und Rapid-Trainer sein zu dürfen”, sagte der Wiener.

Die Früchte der Arbeit werde man aber erst später sehen. “Ich sehe das eher mittelfristig. In zwei, drei Monaten sollten wir dort sein, wo ich es mir vorgestellt habe. Jetzt machen wir einmal das Beste daraus nach den vier Wochen und schauen, dass wir drei Punkte mitnehmen am Samstag.” Das Spiel gegen Mattersburg im Allianz Stadion ist zugleich das Eröffnungsspiel der Bundesligasaison 2017/18.

(APA)

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