Rebellen in Darfur ließen UNO-Soldaten wieder frei

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In der sudanesischen Krisenregion Darfur haben Rebellen nach eigenen Angaben am Montag 49 festgehaltene Blauhelmsoldaten der UNAMID-Mission wieder freigelassen. Drei zusammen mit ihnen gefangen genommene Sudanesen hielten sie zunächst weiter fest. Es werde überprüft, ob sie sudanesische Geheimdienstagenten seien, hieß es. Ursprünglich war von 52 gefangen genommenen UNO-Soldaten die Rede gewesen.


Der Sprecher der Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit (JEM), Gibril Adam Bilal, sagte, die 49 Soldaten der gemeinsamen Mission von UNO und Afrikanischer Union (AU), seien nach ihrem Eindringen in eine von den Rebellen kontrollierte Zone festgesetzt worden. Sie seien wieder freigelassen worden, weil Nachprüfungen ergeben hätten, dass die Soldaten nicht wussten, dass sie sich in einem von Rebellen kontrollierten Gebiet befanden. Sollte sich herausstellen, dass die drei Sudanesen keine Geheimdienstagenten seien, würden sie umgehend auf freien Fuß gesetzt, sagte der Sprecher.

Eine UNAMID-Sprecherin sagte, die drei Zivilisten arbeiteten für die UNAMID-Mission, nicht für die sudanesische Regierung. Die Zahl der Blauhelmsoldaten gab sie mit 55 an. Der JEM-Sprecher hatte zuvor gesagt, bei den UNOSoldaten handle es sich um 46 Senegalesen sowie jeweils einen Soldaten aus dem Jemen, Ghana und Ruanda.

Die JEM ist die am schwersten bewaffneten Rebellengruppe in Darfur. Dort herrscht seit Februar 2003 ein Bürgerkrieg, bei dem nach UNO-Schätzungen bisher 300.000 Menschen getötet wurden. Die sudanesische Regierung spricht von 10.000 Toten. In der Region kämpfen mehrere Rebellenorganisationen gegen regierungstreue Milizen und Streitkräfte. Die wichtigsten Gruppierungen lehnten im vergangenen Juli einen Friedensvertrag mit der Führung in Khartum ab.



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