Red Bull Salzburg gewinnt den großen Schlager gegen Rapid Wien

Von Aleksandar Andonov
Akt.:
5Kommentare
Red Bull Salzburg schließt zum Spitzenfeld auf und kickt Rapid Wien wohl endgültig aus dem Titelrennen.
Red Bull Salzburg schließt zum Spitzenfeld auf und kickt Rapid Wien wohl endgültig aus dem Titelrennen. - © GEPA/ Red Bull
Den Klassiker zwischen Red Bull Salzburg und Rapid Wien konnten die roten Bullen verdient gewinnen. Der Einstand von Neo-Coach Damir Canadi ging im Spitzenspiel der 15. Runde mit einer 2:1-Niederlage in die Hose. 




Auf dem Papier war das Duell zwischen Salzburg und Rapid Wien ein Topspin. In Wahrheit zeigte sich beim Aufeinandertreffen zwischen Vierten und Fünften nur die Salzburger von ihrer guten Seite. Rapid Wien war in der ersten Halbzeit die klar unterlegene Mannschaft. Red Bull Salzburg hat das Debüt von Rapids Neo-Trainer Damir Canadi vermasselt. Der Fußball-Bundesliga-Meister feierte zum Abschluss der 15. Runde einen verdienten 2:1-Erfolg im Schlager gegen den Rekordmeister und rückte bis auf zwei Punkte an das Liga-Topduo Sturm Graz und SCR Altach heran. Den Wienern fehlen nun schon zehn Punkte auf Rang eins, aber auch schon acht auf Platz vier.

Salzburg sehr spielfreudig

Vor 15.082 Zuschauern in Wals-Siezenheim bot vor allem Munas Dabbur in Abwesenheit von Kapitän Jonatan Soriano an vorderster Front eine starke Vorstellung und belohnte sich mit dem schnellen Führungstreffer (8.) selbst. Stefan Lainer legte per Kopf noch vor der Pause das völlig leistungsgerechte 2:0 (45.+1) nach. In der Schlussphase wurde es noch turbulent. Tomi gelang aus einem Elfmeter der Anschlusstreffer (92.), danach wurden Paolo Miranda und mit Verzögerung Rapids Kapitän Mario Sonnleitner wegen einer Tätlichkeit ausgeschlossen. Der Titelverteidiger blieb damit zum fünften Mal in Folge gegen Rapid unbesiegt, dabei gab es drei Siege.

Selbstvertrauen für Europa League

Während die Salzburger nach dem bitteren Ausrutscher in Mattersburg (1:2) auf die Siegerstraße zurückkehrten, kassierten die Wiener nach dem Heim-0:1 gegen den WAC die zweite Niederlage hintereinander. In den jüngsten sieben Spielen gab es nur beim 2:1 bei Admira Wacker Mödling einen Sieg, darunter gleich vier Niederlagen. Das Selbstvertrauen vor dem wichtigen Europa-League-Gastspiel bei KRC Genk am Donnerstag dürfte damit alles andere als gestiegen sein. Jenes der Hausherren vor dem Duell beim FK Krasnodar hingegen schon.

Dabbur mit Top-Leistung

Canadi hatte bei seiner Premiere keine taktische Veränderung vorgenommen, auf eine 4-2-3-1-Formation gesetzt. Der erhoffte Erfolg blieb aber aus, Rapid kam mit dem extremen Forechecking der Gastgeber überhaupt nicht zurecht, stand in der ersten Hälfte völlig auf verlorenem Posten. Die ohne den erkrankten Marc Rzatkowski angetretenen Salzburger spielten auf ein Tor, Rapid-Goalie Richard Strebinger musste schon nach etwas mehr als einer Minute bei einem Dabbur-Abschluss eine Glanztat zeigen. Die zweite Chance ließ sich der Salzburg-Stürmer nicht entgehen. Der 24-jährige Israeli ging mit einem Haken leicht an Sonnleitner vorbei und schloss ins lange Eck ab (8.). Die Wiener wirkten völlig verunsichert, ängstlich und planlos, kamen kaum aus der eigenen Hälfte heraus. Strebinger musste neuerlich im Duell mit Dabbur retten (45.), unmittelbar danach aber zum zweiten Mal hinter sich greifen. Lainer beförderte den Ball nach einer Ulmer-Ecke per Kopf in die Maschen (45.+1). 8:0-Schüsse aufs Tor spiegelten das Kräfteverhältnis vor der Pause gut wider.

Turbulente Schlussphase mit Rudelbildung

Nach dem Seitenwechsel kamen die Gäste besser ins Spiel, auch da Salzburg natürlich nicht mehr gezwungen war Risiko zu gehen. Auf eine Topchance warteten die mitgereisten Fans der Hütteldorfer aber 75 Minuten lang. Da verfehlte ein Sonnleitner-Kopfball aber recht deutlich das Tor. Da Duje Caleta-Car den eingewechselten Philipp Malicsek im Strafraum noch legte und Tomi das Elfmetergeschenk annahm (92.), wurde es noch einmal spannend. Das 2:2 lag aber nicht mehr in der Luft, auch da das Spielerische in den Hintergrund rückte. Nach einer Rudelbildung sah Miranda in einer Aktion zweimal Gelb, Sonnleitner fast drei Minuten später nach Rücksprache mit dem vierten Offiziellen Rot. Salzburg-Coach Oscar Garcia hat mit seiner Aussage im Vorfeld, dass es Trainereffekte laut einer Studie eigentlich nicht so oft gebe, also recht behalten. Canadi ist der erste Rapid-Trainer seit Lothar Matthäus 2001, der bei seiner Liga-Premiere eine Niederlage kassierte. Seine sieben Vorgänger waren erfolgreicher gestartet.

Red Bull Salzburg vs. Rapid Wien 2:1 (2:0)

Salzburg: Walke – Lainer, Miranda, Ćaleta-Car, Ulmer – Rzatkowski, Laimer, Samassekou, V. Berisha – Dabbur, Gulbrandsen (73. Radosevic)

Wien: Strebinger; Pavelic, M.Hofmann, Sonnleitner, Schrammel; Mocinic (67. Malicsek), Szanto; Schaub, Joelinton (32. Grahovac), Murg (63.) Tomi); Kvilitaia

TORE: Dabbur (8.), Laimer (45.); Tomi (90.+3)

Gelb-Rote-Karte: 93. Miranda

Rote Karte: 93. Sonnleitner

(SALZBURG24/Andonov/APA)

Leserreporter
Feedback


5Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

noch 1000 Zeichen

HTML-Version von diesem Artikel