Reichelts Olympia-Rechnung: “Wäre Punkterl aufs I”

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Reichelt geht gelassen ins Olympia-Rennen und will doch alles.
Reichelt geht gelassen ins Olympia-Rennen und will doch alles. - © APA/EXPA
Hannes Reichelt und Olympische Spiele, das hat bisher noch nicht richtig gepasst. Trotzdem hat der Salzburger Skirennläufer nicht das Gefühl, dass da etwas offen ist. “Ich hatte ja schon einige schöne Erfolge. Es wäre das Punkterl aufs I für die ganze Karriere, wenn da was klappen würde. Aber es ist nicht so, dass ich nach dem meine Karriere beurteile”, sagte der Super-G-Weltmeister von 2015.


Es sei schön, wieder einmal bei Olympischen Spielen dabei zu sein. “Und vielleicht sind es ja nicht einmal die letzten”, sagte der 37-Jährige schmunzelnd im Gespräch mit der APA – Austria Presse Agentur.

Reichelt hat erst einen Olympia-Start auf dem Buckel

Als 25-Jähriger war Reichelt am 18. Februar 2006 das erste – und auch einzige – Mal am Start eines Rennens im Zeichen der Fünf Ringe. Im Vorfeld von Turin/Sestriere hatte er mit dem Super-G in Beaver Creek sein erstes Weltcuprennen gewonnen, wurde dann Olympia-Zehnter.

Vier Jahre später reiste er quasi als Ersatzmann für Super-G und Riesentorlauf nach Vancouver/Whistler, wollte sich in der Kombination für Einsätze in seinen Hauptdisziplinen empfehlen. Wegen einer im Riesentorlauf erlittenen Verletzung am rechten Ellbogen musste er dann aber auf ein Antreten in der Kombi verzichten und reiste schließlich ohne Olympiaeinsatz heim.

2014: Reichelt muss nach Topform Olympia-Traum aufgeben

Vor vier Jahren war Reichelt in Topform. Er feierte am 25. Jänner 2014 einen triumphalen Abfahrtsieg auf der Streif in Kitzbühel. Zwei Tage später wurde er vom Österreichischen Olympischen Komitee für die Winterspiele in Russland nominiert, wenige Stunden später erlebte er den bittersten Moment seiner Karriere. Ein schwerer Bandscheibenvorfall war diagnostiziert worden, Reichelt hatte Lähmungserscheinungen im Bein, und wurde noch am selben Tag operiert.

Reichelt heuer auf der Streif./APA/Techt Reichelt heuer auf der Streif./APA/Techt ©

Teamkollege Matthias Mayer bedauerte den Ausfall sehr, sprach davon, dass “unser Leader bei den bisherigen Abfahrtsrennen” weggefallen sei – und fuhr dann selbst zu Olympia-Gold. Reichelt verwies darauf, dass die Gesundheit vorgegangen sei. “Es gibt ein Leben nach dem Skifahren.”

Rückblickend betrachtet schmerzt Reichelt in seiner Olympia-Historie vor allem 2010. “Vancouver hat mich brutal geärgert. Dass ich da im Vorfeld keine Form hatte, dass ich zu schwach war, dass ich überall der fünfte Mann war. Bei Olympia wäre ich dann ganz gut in Form gewesen, hatte aber keinen Platz. Mit Sotschi habe ich komplett abgeschlossen, ich bin froh, dass ich die Kitzbühel-Abfahrt so überstanden habe. Der Sieg hat doch einen unglaublichen Stellenwert.”

“Du musst das Glück auf deiner Seite haben”

Was es brauche, auch bei Olympia – das sei das Glück. “Du willst vorne einfach mitfahren und versuchst alles, dass du schnell bist. Du bist nervöser, weil dir die Chance nicht immer geboten wird. Dann musst auch ein bisserl das Glück auf deiner Seite haben, dass auch die äußeren Umstände für dich sprechen. Deshalb sage ich immer, wenn ich ins Ziel komme und mit meiner Leistung zufrieden bin, dann war es das”, sagte Reichelt.

Dass es das eine Rennen in vier Jahren ist, gilt es dabei auszublenden. “Bei Olympia schaut die ganze Welt an dem Tag X auf den Sportler. Man sollte sich davon nicht beeinflussen lassen.”

(APA)

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