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Rennsimulator: Forza 4 gibt Gummi

Forza 4 für XBOX 360 schlägt sogar Gran Turismo für die PS3 Forza 4 für XBOX 360 schlägt sogar Gran Turismo für die PS3 - © AP
von VOL.at / Alf Waibel - Der härteste Konkurrent des Vaters aller Racegames auf den Sony-Konsolen ist rechtzeitig zum wichtigen Weihnachtsgeschäft in den Regalen: Forza 4 ist das beste Forza aller Zeiten, und schlägt auch Gran Turismo auf ganzer Linie.

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Nicht nur dass die Redmonder ihre Fanbase zuverlässiger betreuen als die japanische Konkurrenz, schließlich erscheinen Microsofts Forza-Titel in schöner Regelmäßigkeit, auch technisch wie auch spielerisch hat Forza 4 mittlerweile die Nase vorn.

Beim ersten Start fühlt sich der Fan gleich heimisch: Abgesehen von einer Veredelung von Menüs und Optik scheint sich nicht viel verändert zu haben. Auch was die Ladezeiten anbelangt, alles beim alten. Noch immer muss man längere Zeiten beim Weg durch die Menüs in Kauf nehmen. Weiterentwickelt hat sich zum einen eindeutig die Optik – hier kann man vielerorts schon von Fotorealismus sprechen. Die Cockpits haben noch einmal richtig zugelegt – in diesem Forza macht es mir zum ersten Mal richtig Spaß, aus der Fahrerperspektive Rennen zu bestreiten, da auch die Übersicht passt. Wer Kinect hat, darf sich zudem über ein neues cooles Feature freuen: Beim Blick zur Seite, in den Außenspiegel oder in beim natürlichen Blick in die nächste zu fahrende Kurve wechselt die Ansicht etwas. In Verbindung mit einem Rennsitz die fast perfekte Illusion!

 Forza 4 gibt sich vielseitig: So kommen sowohl Hardcore-Racingfans auf ihre Kosten wie auch Casual Gamer. In mehreren Stufen lassen sich Fahrhilfen aktivieren und deaktivieren, bis hin zu Bremsassistenten, die selbständig unterstützend bremsen, wenn man die Kurve zu scharf anfährt. Wer alle Fahrhilfen deaktiviert, bekommt fast eine Race-Sim. Der Karrieremodus ist wie immer das Sahnestück des Spiels: Mit den ersten Credits einen Kleinwagen gekauft, ein bisschen getuned, und ab geht’s auf die erste Strecke. Lästige Geschicklichkeitseinlagen in Form irgendwelcher Renn-Prüfungen, um die Lizenz für eine bestimmte Rennklasse zu bekommen, hat Forza nicht zu bieten. Einsteigerfreundlicher geht’s kaum.

Die Gegner weisen ein durchaus herzerfrischendes KI-Verhalten auf: So brettert ein allzu sehr gestresster Führungsfahrer auch einmal in der Kurve direkt in die Botanik, oft vergisst man, nicht gegen menschliche Opponenten zu fahren, so echt wirkt die KI zuweilen. Für gefahrene Rennen gibt es Erfahrungs- und Rufpunkte in der jeweils gefahrenen Marke. Bald schon steht schon die erste Belohnung eines auszuwählenden Wagens an, von modernen Autos bis hin zu AMI PS-Monstern ist da für jeden Geschmack etwas dabei. Wer länger mit dem gleichen Wagen Rennen gewinnt, bekommt beim jeweiligen Autohersteller Ansehen und Ruf, was sich in reduzierten Tuning-Preisen bis hin zum kostenlosen Auffrisieren des Boliden niederschlägt.

Die Autopalette wurde gegenüber Forza 3 um etliche Oldtimer und Klassiker wie auch 2010er und 2011er Autos erweitert. Porsche fehlt aus Lizenzgründen, was aber durch getunte Ruf-Porsches etwas abgemildert wird. 

 Neben dem Karrieremodus findet sich noch der Event-Kalender als zweiten Hauptmodus. Hier lassen sich wagenspezifische Herausforderungen direkt anwählen. Neu dazu gekommen ist der „Rivalen“-Modus: Hier geht es darum, Bestzeiten auf definierten Strecken aufzustellen und online via Xbox Live andere Spieler herauszufordern oder deren Zeit zu schlagen. Wenn die selbst erkämpfte Zeit geschlagen wurde, sendet Xbox Live direkt eine Nachricht. Vorteil für Onlinemuffel: Man kann relativ stressfrei ein Rennen fahren, ohne sich mit unfairen Gegnern direkt auseinander zu setzen müssen und kann seine Leistung dennoch mit menschlichen Opponenten messen.

Ein besonderer Leckerbissen ist der Autovista-Modus: Hier werden die coolsten Sportwagen der letzten Jahre detailliert vorgeführt. Spieler können die Türen öffnen oder den Motor anlassen. Kinect Nutzer können ihr Spielerlebnis durch scheinbar direkte Einwirkung des eigenen Körpers steigern, müssen dabei aber stehen. Überhaupt ist die Einbindung der Xbox 360 Bewegungssteuerung eine gelungene Idee, welche aber nur in Rennen, Zeitfahren und Splitscreen verfügbar ist, nicht im Karrieremodus, Online oder in Herausforderungen. Nebst dem erwähnten Blick in die Kurve können die Rennen auch ohne eigentlichen Controller bestritten werden. Durch das imaginäre Halten eines Lenkrads steuern sich die Boliden erstaunlich präzise. Allerdings sind in diesem Modus sämtliche Fahrhilfen aktiviert – das ganze spielt sich also sehr arcadelastig und wird Profis unterfordern. Dennoch: Ein nettes Goodie.

Technisch hat sich Forza zum einen deutlich verbessert, allerdings leidet der Titel immer noch unter extremen Ladezeiten. Selbst die Installation des Games auf der Konsole verringert die Ladezeiten höchstens um 2-3 Sekunden. Allerdings wartet Forza 4 auch mit allerlei grafischem Schnickschnack auf – originalgetreue Fahrzeuge mit überzeugenden Cockpits, schöne Lichteffekte und die schönsten Rennstrecken aller Zeiten gleich nach der Realität kosten eben ihren (Speicher)Preis. Die Framerate weiß durchgehend zu gefallen, keine Ruckler oder Popups trüben den tollen Gesamteindruck. Wie bereits in den Vorgängern wird immer nur tags gefahren – Städte als Kulisse fehlen zudem. 

Fazit:

Bereits Forza 3 war ein sehr stimmiges Racegame als harte Konkurrenz für die Gran Turismo Serie auf der Playstation. Forza 4 setzt sich nunmehr als technisch noch einmal überarbeites Sequel zum Vorgänger für mich persönlich in Sachen Style, Fahrphysik und Zugangsfreundlichkeit an die Spitze aller Racing-Titel auf der Konsole. Ein motivierender Karrieremodus, überlegene Technik mit netten Features wie Einbindung von Kinect und Einsteigerfreundlichkeit, gepaart mit Anspruch für Pro-Gamer und die coolsten Autos aller Zeiten – das sind die Rezepte für den Erfolg. Mein Wunsch an das nächste Forza: Nachtrennen, Städtekurse und Rallyestrecken. Ansonsten für Xbox 360 Gamer mit Benzin im Blut der Weihnachtstip 2011!



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