RLW: Die Macht vom Untersberg und elf Teams im Abstiegskampf

Von Aleksandar Andonov
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Grödig-Boss Christian Haas feiert mit dem Team den Derby-Sieg und die Winterkrone.
Grödig-Boss Christian Haas feiert mit dem Team den Derby-Sieg und die Winterkrone. - © Krugfoto
In der letzten Runde vor der Winterpause erklomm Grödig im Westliga-Schlager wieder den Thron. Während St. Johann vor Seekirchen das drittbeste Salzburger Team der Liga wurde, übernahm der SAK 1914 wieder die rote Laterne am Tabellenende. Elf Teams befinden sich im Abstiegskampf. 




In der 18. Runde der Regionalliga West waren alle Augen auf das Gipfeltreffen zwischen Grödig und Anif gerichtet. Anif stand nach 14 ungeschlagenen Spielen schon vor dem Aufeinandertreffen als Herbstmeister fest. Im Schlager der Runde wurde neben der Vormachtstellung um den Untersberg auch die Winterkrone ausgespielt.

Grödig krönt sich zum Winterkönig

Die Erzrivalen lagen zum Kehraus der Herbstsaison punktgleich an der Spitze, dominieren mit 14 Punkten Vorsprung auf den Dritten die Liga nach Belieben. Im Hinspiel fügte die Fötschl-Elf den Anifern eine bittere 1:3-Heimpleite hinzu. Beim erneuten Duell gab es viele Parallelen zum vergangenen Derby. “Es war ein sehr ähnliches Spiel, dass wir dank unserer Kaltschnäuzigkeit entschieden haben”, erklärte Fötschl. Anif kontrollierte das Spiel und war von Grödigs defensiver Ausrichtung etwas überrascht. “So defensiv hatten wir sie nicht erwartet”, gestand Hofer im Gespräch mit SALZBURG24.

Benedikt Pichler (li.) erzielte hier den 2:1 Siegtreffer für Grödig. Benedikt Pichler (li.) erzielte hier den 2:1 Siegtreffer für Grödig./Krugfoto ©

Nur Grödig kann Anif schlagen

Und auch wieder entschieden kleine Nuancen das Spiel: Anif machte zu viele individuelle Fehler in der Defensive und kassierte so zwei Gegentreffer gegen kompakt stehende Grödiger. “Die Fehler haben uns das Spiel gekostet und vorne haben wir zu wenig Lösungen gefunden, um Räume zu schaffen”, analysierte Hofer die bittere 2:1-Niederlage. Zwar konnte Wachter (58.) auf Wallners Führungstreffer (54.) postwendend ausgleichen, doch auf Pichlers (74.) Führung fanden die Hofer-Schützlinge keine Antwort mehr. Somit setzt sich Grödig per Fotofinish die Winterkrone vor dem Erzrivalen Anif auf und bleibt auf heimischen Boden unbezwingbar. “Wenn man Anif die einzigen zwei Niederlagen hinzufügt, kann man sehr stolz auf die Mannschaft sein”, lobte Fötschl sei Team.

Grüll und Ajibade retten St. Johann

Mit 20 Punkten Rückstand wird St. Johann das drittbeste Salzburger Team. Die Lottermoser-Elf geht mit dem sechsten Rang und mit 24 Punkten in die Winterpause. Nach einem verkorksten Mitteldrittel fanden die Pongauer zuletzt mit fünf Siegen in sieben Partien wieder in die Spur. Gegen die Amateure von Wacker Innsbruck zeichneten sich Marco Grüll, Benjamin Ajibade und Roman Hupf für den knappen 3:2-Erfolg verantwortlich. Das 1:0 köpfelte Hupf (14.) nach einem Sreco-Eckball ein. Das 2:0 und 3:1 von Grüll bereitete Sturmkollege Ajibade mustergültig vor. “Das Sturmduo harmonierte hervorragend und war neben unserem Kapitän und Abwehrboss Hupf ein Grundstein für den knappen Erfolg”, erklärte Lottermoser. St. Johann verschafft sich mit fünf Punkten Abstand auf die Gefahrenzone etwas Luft.

Seekirchen beweist erneut Heimstärke

Auf der eigenen Anlage ist Seekirchen nur schwer zu biegen. In neun Spielen verlor die Schriebl-Elf nur gegen Tabellenführer Grödig (0:3). Ihre Heimstarke stellten die Wallerseer gegen Altaschs Amateure erneut unter Beweis. Nach einem aberkannten Abseitstor von Fridrikas drängte Seekirchen weiterhin als bessere Mannschaft auf die Führung. Kurz vor der Pause gelang Taferner (40.) nach Rösslhuber-Flanke das erlösende 1:0. In der Folge blieben die Heimischen das bessere Team, ließen kaum Chancen der Altacher zu. Praktisch mit dem Schlusspfiff machte Taferner (90.) mit seinem Doppelpack alles klar. “Der Sieg zum Abschluss tut sehr gut. Auch wenn der Abstand nach hinten nicht zu groß ist, können wir gelassener in die Winterpause gehen”, sagte Seekirchens sportlicher Leiter Mario Lapkalo. Ebenso wurde bekannt, dass der Verein und zwei Spieler getrennte Wege gehen werden. “Stjepanovic zieht es wieder in die Heimat oder nach Deutschland. Von Christopher Greil werden wir uns trennen – er hat beruflich keine Zeit mehr für den Fußball.”

Eugendorf hält Distanz zu Abstiegsrängen

Zwar befindet sich Eugendorf mit 21 Punkten auf den neunten Platz, doch mit drei Punkten Abstand nach hinten hat die Eder-Crew wahrlich nicht viel Luft zu den Abstiegsrängen. Im direkten Duell gegen Hohenems galt für Eugendorf verlieren verboten. In einer zerfahrenen Partie hatten die Gäste den besseren Start erwischt. Klammer (27.) köpfelte nach einer Hereingabe von rechts ungehindert zur Führung ein. Die ganze Abwehr von Eugendorf sah dabei nicht sonderlich gut aus. Bis zur 41. Minute dauerte es, dass die Eder-Mannen eine Antwort auf den Rückstand fanden. Christof Kopleder, der nach einer Sperre und Erkältung wieder in die Startelf rückte, erzielte den viel umjubelten Ausgleich. Danach fanden beide Teams Chancen zur Entscheidung vor, vertändelten den Ball jedoch teilweise leichtfertig. Somit überwintert Eugendorf nach einem Katastrophen-Start am neunten Rang.

Nicholas Mayer (li.) erzielte den 2:1-Führungstreffer, musste danach das Feld verlassen. /Krugfoto Nicholas Mayer (li.) erzielte den 2:1-Führungstreffer, musste danach das Feld verlassen. /Krugfoto ©

Austria Salzburg remisiert mit Kufstein

Die Durststrecke von Austria Salzburg nimmt weiterhin keine Ende. Seit sechs Spielen fuhr die Emich-Truppe keinen vollen Erfolg mehr ein. Für das Duell mit Kufstein nahmen sich die Violetten viel vor: “Wir wollten das Spiel unbedingt gewinnen”, erklärte Austria-Trainer Didi Emich. Denkbar schlecht fiel der Start für das Vorhaben aus. Nach 20 Minuten gerieten die Violetten in Rückstand, drehten noch vor der Pause durch Ebrima Ndure (34.) Nicholas Mayer (42.) zu ihren Gunten um. Danach musste Mayer wegen regelwidrigem Verlassen des Spielfelds mit Gelb-Rot vom Platz. “Für mich die spielentscheidende Szene – das war völlig überzogen”, äußerte sich Emich. Luka Dzidziguri (51.) stellte kurze Zeit später mit seinem Doppelpack den 2:2-Endstand her. “Zurückblickend auf den Saisonstart ist der elfte Rang ein kleiner Erfolg für uns. Wichtig ist, dass wir nicht auf einem Abstiegsplatz stehen und es noch selber in der Hand haben”, sagte Emich, der mit der Personalien Reifeltshammer endgültig abgeschlossen hat: “Er hat die Mannschaft im Stich gelassen, daher steht sein Abschied für mich fest.”

Fehlende Aggressivität – SAK wieder Letzter

Mit einem Sieg oder Unentschieden hätte der SAK Mitkonkurrent Dornbirn mit im Abstiegskampf gehalten. Im Kellerduell ließ das Team von Trainer Eidke Wintersteller jedoch jegliches Zweikampfverhalten vermissen und musste schlussendlich mit einer 3:0-Niederlage die Heimreise aus Vorarlberg antreten. “Wir haben den Ballführenden nicht genügend attackiert beziehungsweise jegliche Aggressivität vermissen lassen”, analysierte Wintersteller. Die Städter agierten des Weiteren vor dem gegnerischen Tor zu stümperhaft und ließen so beste Gelegenheiten liegen. Bei den Spielern aus Nonntal macht sich aufgrund der Tabellensituation immer mehr die Unzufriedenheit bemerkbar: “Klar, dass die Spieler enttäuscht sind, es hat keiner damit gerechnet dass wir abgeschlagen auf dem letzten Rang platzieren – gut dass jetzt Winterpause ist”, erklärte Wintersteller.

Regionalliga West: 18. Runde

  • Hard : Schwaz 1:1 (1:1)
  • SV Seekirchen : Altach Amat. 2:0 (1:0)
  • USC Eugendorf : Hohenems 1:1 (1:1)
  • TSV St. Johann : FC Wacker Innsbruck II 3:2 (2:1)
  • SV Grödig : USK Anif 2:1 (0:0)
  • SV Austria Salzburg : Kufstein 2:2 (2:1)
  • Dornbirn : SAK 1914 3:0 (1:0)

(SALZBURG24/Andonov)

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