RLW: Fazit zum Saison-Drittel weckt Lust auf mehr

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Josef Weberbauer (li.) fegte mit Anif 7:0 über Hard hinweg.
Josef Weberbauer (li.) fegte mit Anif 7:0 über Hard hinweg. - © Krugfoto
Ein Drittel ist in der Regionalliga West bereits vorüber. Grödig und Anif spielen weiterhin in einer eigenen Liga – der Rest bleibt eng beisammen. Während vom dritten bis zum zwölften Rang nur vier Punkte Abstand sind, hinkt Schlusslicht Pinzgau ohne Sieg nach – ein Zwischenfazit.




In Abwesenheit vom erkrankten Cheftrainer Fötschl führte Assistent Özel Leader Grödig zu einem knappen 3:4-Erfolg in Kufstein. Trotz 3:0-Führung musste Yilmaz und seine Truppe bis zum Schluss zittern.

Gedanken an Cup kosten Grödig fast Sieg

Der Start in das zehnte Saisonspiel hätte für Grödig nicht besser laufen können. Koita, der sich seit Wochen in Topform befindet, erzielte bereits in der dritten Minute die Führung, ehe Feiser (33./45.) mit einem Doppelschlag den 3:0-Pausenstand herstellte. Treichl verkürzte nach einem Freistoß, doch Grödig verteilte beim 2:3 ein Gastgeschenk. “Nach dem 3:0 haben wir unsere Chancen nicht genützt und im Gegenzug die Tore erhalten”, erklärte Wachter im SALZBURG24-Gespräch. Fast hätte Grödig, das am Dienstag mit dem Cup-Spiel gegen den LASK ein Saisonhighlight erwartet, den schier sicher geglaubten Sieg verspielt. Koita bescherte mit seinem achten Saisontreffer das 2:4, doch Treichl brachte die Tiroler noch mit dem Anschlusstreffer heran. Danach passierte nichts mehr und Fötschl, der von zuhause aus mitfieberte, konnte durchatmen. Ob beim Duell gegen den Bundesligisten Zeit zum Durchatmen bleibt, wird sich herausstellen. Da wird Grödig – anders als in der Liga – sicherlich defensiver auftreten.

Wie wichtig Mamby Koita (li.) für Grödig ist, beweist der Youngster Woche für Woche mit Toren./Krugfoto Wie wichtig Mamby Koita (li.) für Grödig ist, beweist der Youngster Woche für Woche mit Toren./Krugfoto ©

Fazit: Leader Grödig profitiert von Effektivität

Grödigs Zwischenfazit: Nach zehn Runden ist Grödig als einziges Team noch ungeschlagen. Mit 29 Toren erzielte die Fötschl-Elf die meisten Treffer. Bei neun Gegentoren muss man sich mit zwei mehr als Anif mit Platz zwei begnügen. Dennoch steht Grödig mit 24 Zählern auf Rang eins der Tabelle. Die vielen Neuzugänge schlugen voll ein und rufen Woche für Woche ihre Leistungen ab. Auch wenn beim bislang einzig ersichtlichen Manko, der spielerischen Qualität, noch Luft nach oben ist, kompensiert der Leader diese in Form von effektivem Fußball und Abgezocktheit. Sollte sich in der Offensive aufgrund des Luxus-Problems nicht Unruhe einschleichen, führt der Weg zum Meistertitel nur über Grödig.

Sturm-Warnung von Anif

Die Generalprobe zum ÖFB-Cup-Hit am Mittwoch gegen Sturm Graz hätte für Anif nicht besser laufen können. Mit einem 7:0 fegte der Meister wie ein Sturm über Nachzügler Hard hinweg. Besonders bemerkenswert sind dabei die sechs verschiedenen Torschützen – die Offensivschwäche zu Saisonbeginn wurde damit prompt vergessen gemacht. Nach zuletzt zwei Heimniederlagen setzte Anif bereits in Minute drei durch Stadlmann zum Torfestival an. Greil, Sommer, Sorda, Weberbauer und zwei Mal Joker Hödl zeichneten sich für den Sturm-Lauf verantwortlich. “Eine sensationelle Leistung, die Mannschaft hat ihre Dominanz gekonnt ausgespielt und auch in der Höhe verdient gewonnen”, erklärte Hofer, der sich auf den Spitzenreiter der Bundesliga bereits freut. Für die Spieler sei es das Spiel des Jahres. “Darauf freut sich jeder Amateur-Kicker.” Besonders Hödl, der selbst Grazer ist und sich als Sturm-Fan bekennt ist es eine besondere Partie: “Für 90 Minuten wird das ad acta gelegt. Wir freuen uns riesig darauf.”

Fazit: Anif trotz Umbruch weiterhin Titelkandidat

Anifs Zwischenfazit: Zu Saisonbeginn zeigte sich ein Qualitätsverlust am Abgang der Offensivkräfte. Dennoch hat Anif bewiesen, dass sie an guten Tagen jeden Gegner zerlegen, sowie an schlechten Tagen einen Umfaller fabrizieren können. “Wir sind kein Titelkandidat”, verlautbarte unlängst Trainer Hofer, dessen Team aber immer mehr in Fahrt kommt und mit Leistungen wie gegen Hard an das Meisterjahr erinnert. Spiegelbild zum Vorjahr: Auch da lag Anif zwei Zähler hinter Grödig auf Rang zwei.

Kopleder unterstreicht Torinstinkt

Sowohl Seekirchen als auch St. Johann fehlt in dieser Saison die Konstanz. Die Schriebl-Elf konnte bislang nur zwei Siege in Serie verbuchen und musste immer wieder bittere und zum Teil hohe Niederlagen einstecken. Wäre da nicht Neuerwerbung und Goalgetter Kopleder. Nach einem Freistoß-Geschenk, den der 28-jährige Stürmer selbst verursachte, stellte Sreco auf 1:0, ehe der Angreifer das Spiel gegen St. Johann mit einem Doppelpack drehte. Zunächst glich Kopleder nach Eliasch-Zuspiel aus, Taferner setzte zum Solo an, ließ Abwehrchef Hupf stehen und bereitete das neunte Saisontor des Goalgetters ideal vor. “Über 90 Minuten ist er schwer auszuschalten und vor dem Tor eine richtige Waffe”, streute Schriebl seiner “Lebensversicherung” Rosen. Den Schlusspunkt setzte Taferner selbst, als er nach einem unnötigen Strauss-Handspiel den Elfmeter zum 1:3-Endstand verwandelte.

Fazit: Ständiges Auf und Ab bei Seekirchen und St. Johann

Seekirchens und St. Johanns Zwischenfazit: Die Saison beider Teams kann man mit einem ständigen Auf und Ab zusammenfassen. Während Seekirchen für jeden Gegner ein harter Brocken ist und im Schnitt bei deren Spielen 4,7 Tore fallen, schwanken die Leistungen bei den Pongauern noch mehr. “Wir können unser Potential nicht über mehrere Spiele abrufen und müssen aufgrund individueller Fehler öfters Lehrgeld zahlen”, resümierte St. Johann-Trainer Lottermoser. Schreibl hingegen glaubt jedem Gegner Paroli bieten zu können. Manko: Die Balance zwischen Offensive und Defensive – das Torverhältnis mit 23:24 spricht Bände.

Wals-Grünau beschert Alberschwende ersten Sieg

Ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk zum 50-er von Trainer Aigner gelang den Walsern gegen den Vorletzten aus Alberschwende nicht. Zunächst streifte Mayrs Schuss die Latte, ehe die komplette Offensivabteilung bei fünf Hochkarätern versagte. Demircan stellte den Spielverlauf mit einem Doppelschlag komplett auf den Kopf. Zunächst vollendete er einen Konter, ehe er aus 40 Metern auf 2:0 stellte. “Wir hatten Chancen in Hülle und Fülle, ließen uns aber dumm auskontern”, sagte Aigner, der nach Pichlers 1:2 noch Hoffnung schöpfte. Diese ließ Fink vier Minuten vor dem Ende in Keim ersticken. Bei einem Sieg wären die Walser Dritter, nun halten sie mit 14 Zählern Platz sechs inne.

Chancenverwertung verhindert Grünauer Höhenflug

“Mit einer besseren Chancenauswertung wären wir jetzt mit einem dicken Polster Dritter und würden anders dastehen”, erläuterte Aigner, der seine Stürmer in die Pflicht nimmt. Laut seiner Ansicht müsste der Aufsteiger mit der Offensiv-Power viel mehr Treffer erzielen. Den guten Liga-Einstieg hat die fehlende Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor ein wenig getrübt. Positiv: Mit Pichler, Mayr, Ozegovic, Schnöll und Peter verfügt Aigner genügend Qualität, um zurück zur alten Stärke zu finden.

Matthias Pichler (li.) und Christopher Mayr (re.) jubelten gemeinsam über sechs Treffer – beide nimmt der Trainer nun in die Pflicht./Krugfoto Matthias Pichler (li.) und Christopher Mayr (re.) jubelten gemeinsam über sechs Treffer – beide nimmt der Trainer nun in die Pflicht./Krugfoto ©

Pinzgau ließ sich Butter vom Brot nehmen

Zehntes Spiel – neunte Niederlage für Pinzgau Saalfelden. Doch das Duell gegen Schwaz hätte sich beim 3:2 einen anderen Sieger verdient gehabt. Aus dem nichts ging Schwaz in Front, Keil (19.) und Kiss (22.) drehten das Spiel zwischenzeitlich zugunsten der Pinzgauer. Nachdem die Hintermannschaft der Fürstaller-Crew den Ball nicht wegbrachte, erzielte Ex-Profi Pichlmann den etwas schmeichelhaften Ausgleich. Herzog, der einen Kopfstoß andeutete und Mühlbacher (Foul) schwächten die Saalfeldener mit zwei Ausschlüssen selbst. “Solche Dummheiten dürfen wir nicht machen. Damit lassen wir uns die Butter vom Brot nehmen”, ärgerte dich Fürstaller, der beim 3:2 dem ersten Sieg nachtrauert.  Mit nur einem Punkt rangieren die Pinzgauer weiterhin am Tabellenende – Vorletzter Alberschwende hat sechs Zähler mehr.

Pinzgau-Trainer Fürstaller geht mit seinem Team hart ins Gericht. /Krugfoto Pinzgau-Trainer Fürstaller geht mit seinem Team hart ins Gericht. /Krugfoto ©

Fazit: Totalversagen beim FC Pinzgau

Pinzgau Zwischenfazit: Bei den letzten drei Duellen gegen Altach, Anif und Schwaz ließ der FC Pinzgau über weite Strecken sein Potential aufblitzen. Kapital konnte die Fürtaller-Crew daraus bislang nicht schlagen. Eine komplett verkorkstes Saisondrittel mit einem Torverhältnis von -23 und nur einem Zähler sind die Ausbeute. Aufholbedarf sieht der Coach in allen Belangen: “Ein kollektives Totalversagen, mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Wir müssen die Dummheiten abstellen, nur dann sind wir konkurrenzfähig.”

 

Regionalliga West: 10. Runde

  • FC Kufstein : SV Grödig 3:4 (0:3)
  • VfB Hohenems : FC Wacker Innsbruck II 1:0 (1:0)
  • USK Maximarkt Anif : FC Hard 7:0 (4:0)
  • TSV McDonald´s St. Johann : SV Seekirchen 1:3 (1:0)
  • SC Schwaz : FC Pinzgau Saalfelden 3:2 (2:2)
  • SV Wals-Grünau : Alberschwende 1:3 (0:1)
  • Altach Amat. : FC Mohren Dornbirn 1913 -:- (-:-)
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