RLW: “Hopp oder Drop” – Salzburger Derby-Festspielen

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Grödig rang Anif im "großen" Salzburg-Derby nieder.
Grödig rang Anif im "großen" Salzburg-Derby nieder. - © Krugfoto
Derby-Kracher so weit das Auge reicht. In der 12. Westliga-Runde kam es gleich zu drei Salzburg-Derbys, bei denen “Hop oder Drop” als Devise galt. Ein Kellerduell, das keinem half, stand einem Torfestival der Mittelständler sowie dem Derby mit verkehrtem Vorzeichen gegenüber.




Der Startschuss zu den Salzburger Derby-Festspielen fiel am Freitag. Da ging es im Tabellenkeller zwischen Wals-Grünau und Pinzgau Saalfelden um wichtige “Körndl” im Abstiegskampf. Schlussendlich stand ein 2:2 zu Buche, welches keinem Team so richtig weiterhalf.

Scheibenhofer-Volley rettet Grünau Punkt

Ein Sieg hätte Grünau nach sieben Schlappen im Kampf gegen den Sturz in die Viertklassigkeit sehr gut getan. Die Walser münzten ihre anfängliche optische Überlegenheit jedoch nicht mehr als in nur einem Tor aus. Florian Schindl (69.) tanzte drei Pinzgauer aus und erzielte die Führung. Danach drehten die Saalfeldener durch Thomas Herzog (80.) und Hannes Dürnberger (88.) in der Schlussphase das Spiel, ehe Patrick Scheibenhofer (90.) nach einem Eckball per Volleyschuss außerhalb des Strafraums mit einem Traumtor der umjubelte Ausgleich gelang. “Wenn ich auf die Tabelle schaue, könnte ich weinen. Dass wir noch den Ausgleich erzielten, spiegelt die Moral des Teams wider. Aber ich habe keine Angst, wir kommen schon wieder da unten raus”, erklärte Franz Aigner im Gespräch mit S24.

Sollte Wacker Innsbruck aus der Bundesliga runter rasseln, drohen der Regionalliga West – bei Fortbestand der aktuellen Form – vier Absteiger. Neben Wals-Grünau und Pinzgau spielt Aufsteiger Bischofshofen, der in Wörgl 3:0 verlor, ebenso eine gewichtige Rolle im Konzert der Salzburger Sorgenkinder.

Grünaus Retter in letzter Sekunde: Wirbelwind Patrick Scheinbenhofer./Krugfoto Grünaus Retter in letzter Sekunde: Wirbelwind Patrick Scheinbenhofer./Krugfoto ©

Anifer Sturmlauf endet mit bösem Erwachen

Boom! Grödig schlägt als Anifer Schreckgespenst erneut zu und bezwingt den zweifachen Meister 2:0. Mit solch einem Ausgang hätten wohl auch nur die wenigsten Optimisten beim Ex-Bundesligisten gerechnet. Weil Anif die Hausherren in der ersten halben Stunde schwindlig spielte, aber am eigenen Unvermögen und Keeper Manuel Kalman scheiterte. Der Grödiger Goalie bekam vor Ex-Anifer Josef Stadlbauer den Vorzug und zog mit super Paraden der Hofer-Elf den Zahn. “Da wurde mein Mut zur Veränderung belohnt”, weiß Grödig-Trainer Mario Messner, dessen Team mit Roman Wallner ein Schlitzohr auf dem Feld hatte. Wallner führte einen Einwurf knapp 17 Meter weiter vorne aus – Petrit Nika (37.) schob zum 1:0 ein.

Faruk Zeric (li.) erlegte Anif mit seinem Treffer zum 2:0. /Krugfoto Faruk Zeric (li.) erlegte Anif mit seinem Treffer zum 2:0. /Krugfoto ©

Überrascht von Siegesfreude

Anif versagte in der Folge vor dem Tor auf ganzer Linie. “Unbegreiflich, was wir nach dem 10:0 gegen Langenegg verballert haben. Die Chancen reichen normal für zwei Spiele, das Duell hätten wir nie und nimmer verlieren dürfen”, ärgerte sich Hofer, der nach dem Rückstand auf die Tribüne geschickt wurde. Für Schiedsrichter Gabriel Gmeiner aus Wien gestikulierte der Meistercoach beim Einwurf und dem Gegentreffer zu heftig. Als Faruk Zeric (60.) das zweite Tor nachlegte, kam Anif aus der Schockstarre nicht mehr zurück, der Jubel in Grödig kannte keine Grenzen. “Ich war überrascht, wie groß die Freude im gesamten Verein nach so einem Derbysieg wirklich ist”, gestand Messner.

Offenes Visier beim “Hopp oder Drop”-Derby

Sowohl bei Seekirchen, als auch bei St. Johann kam zuletzt ein wenig Sand ins Getriebe. Dementsprechend viel Risiko nahmen beide Teams im direkten Duell. Michael Aigner (1., 45+2) und Benjamin Taferner (44., 46.) sorgten für eine komfortable 4:0-Führung nach haarsträubenden Fehlern der Gäste. Danach folgte der große Auftritt der Pongauer, die mit drei Treffern das Spiel noch einmal spannend machten. “Bei Seekirchen flatterten die Nerven. Wir schrammten hauchdünn an der Sensation vorbei”, analysierte St. Johann-Coach Ernst Lottermoser.

Da auf Josef Höllers (71.) 5:3 nur mehr Marco Grüll mit seinem Dreierpack eine Antwort fand, blieb es beim etwas schmeichelhaften 5:4-Spektakel für Seekirchen. “Wenn es 5:5 oder 10:10 ausgeht, kann sich auch keiner beschweren. Beide Teams spielten Hopp oder Drop”, gab Seekirchen-Trainer Alex Schriebl zu.

Regionalliga West: 12. Runde

  • Wals-Grünau : Pinzgau Saalfelden 2:2 (0:0)
  • Seekirchen : St. Johann 5:4 (3:0)
  • Bischofshofen : Wörgl 0:3 (0:2)
  • Grödig : Anif 2:0 (1:0)
  • Langenegg : Hohenems 0:3 (0:0)
  • Schwaz : Dornbirn 1913 0:4 (0:1)
  • Reichenau : Kufstein 2:3 (1:1)
  • Altach Amateure : Kitzbühel 0:1 (0:1)

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