RLW: Meister in Topform und kollektives Totalversagen

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Semir Gvozdjar (rot) avancierte zum Anifer Matchwinner gegen Altachs Amateure.
Semir Gvozdjar (rot) avancierte zum Anifer Matchwinner gegen Altachs Amateure. - © Krugfoto
Während Meister Anif den dritten “Zu-Null-Sieg” einfährt, kriselt es bei “Vize” Grödig immer mehr – Bischofshofen avanciert indes zur Heimmacht. Bei St. Johann und Pinzgau orteten die Trainer kollektives Totalversagen. Auch Wals-Grünau schafft im Keller den gewünschten Befreiungsschlag nicht.




Die Leistungskurve zeigt bei Anif steil nach oben. Mitverantwortlich dafür ist laut Trainer Thomas Hofer die stabile Defensive rund um Marco Oberst sowie die immer besser funktionierenden Automatismen im Angriff.

Gvozdjar verinnerlicht Anifs Philosophie

Einen großen Anteil beim dritten Sieg ohne Gegentor hatte laut Hofer die variable Spielweise in der Offensive. “Es hat ein wenig gedauert, bis sich das Team gefunden hat. Aber die Neuzugänge haben langsam verstanden, wie wir Fußball spielen wollen”, sagte Hofer im Gespräch mit SALZBURG24. Vor allem Semir Gvozdjar strotzt nur so vor Selbstvertrauen. Mit dem Doppelpack beim 4:0-Erfolg gegen Altachs Amateure schraubte der Sommer-Neuzugang sein Torkonto auf sechs Treffer hoch.

“Zu Beginn verschleppte er häufig den Ball. Nun ist er aber zielstrebiger und hätte sogar noch öfter treffen können bzw. müssen”, erklärte Hofer. Mit dem fünften Sieg in Folge schob sich der zweifache Meister – mit sechs Zählern Rückstand auf Leader Dornbirn – auf Rang zwei hoch.

Gvozdjar dreht nach seinem Doppelpack und Anifs fünften Sieg in Serie jubelnd ab./Krugfoto Gvozdjar dreht nach seinem Doppelpack und Anifs fünften Sieg in Serie jubelnd ab./Krugfoto ©

Blitzstart untermauert Bischofshofens Heimstärke

Auf heimischem Rasen ließ Bischofshofen bislang nur beim 3:0 gegen St. Johann im Derby Federn. Ansonsten war die Heissl-Crew daheim nur schwer zu biegen. Das bekam auch Seekirchen nach dem Blitzstart der Pongauer zu spüren. Mohamed Khalil (5.) und Simon Schilchegger (11.) zündeten früh den Turbo und überraschten die Flachgauer mit einem Doppelschlag. “Mit den ersten zwei Torchancen haben wir gleich doppelt zugeschlagen. Das war spielentscheidend”, weiß Heissl, der erstmals wieder auf Goalgetter und “Schlitzohr” Leonardo Barnjak zurückgreifen konnte.

Der Joker tunnelte zunächst Seekirchens Peter Pöllhuber, während er danach den 3:1-Endstand von Khalil mustergültig vorbereitete. “Er ist zwar erst zehn Tage im Training, aber mit seiner Routine bereichert er das ganze Team. Wir hoffen, dass er seine Magen-Krankheit überstanden hat und er uns nun länger zur Verfügung steht.”

Totales Pongauer Kollektivversagen

Einen rabenschwarzen Tag erwischte nicht nur Schlusslicht Pinzgau gegen Kufstein, sondern auch St. Johann bei Nachzügler Hohenems. “Das war eine schlechte Leistung. Wir haben uns die Gegentore quasi selber geschossen”, ärgerte sich Pinzgau-Coach Franz Seiler. Ins selbe Rohr blies auch Ernst Lottermoser: “Wir sind an uns selbst gescheitert und haben das Spiel auf die leichte Schulter genommen. Nur hinfahren und Sieg abholen geht sich halt nicht aus.” Hohenems war körperlich präsenter und mental auf der Höhe. “Wir sind mit den Erwartungen nicht zurecht gekommen. Aber den Jungs steht auch so eine Leistung mal zu”, fügte Lottermoser an.

Trotz Krise – Messner erhält Rückendeckung

Ein Platz unter den besten Fünf blies Grödig-Macher Christian Haas vor der Saison als Ziel aus. Mit nur acht Punkten aus neun Spielen ist der Vizemeister derzeit allerdings meilenweit davon entfernt – rangiert auf Rang zwölf. Vielmehr besteht die Gefahr ganz unten reinzurutschen. “Natürlich wächst der Druck mit jedem Misserfolg. Aber ich habe vollstes Vertrauen in die Mannschaft”, erklärte Messner, der als Coach (noch) fest im Sattel sitzt.

“Am Freitag hat mir Haas bei einem Gespräch den Rücken gestärkt und mir das Vertrauen ausgesprochen”, fügte er an. An der 3:0-Schlappe gegen Leader Dornbirn hatte dies nur in den ersten 20 Minuten seine Auswirkungen. “Da haben wir sie überrascht, leider fehlt uns derzeit das nötige Ballglück”, resümierte Messner die fünfte Pleite in Serie. Bleibt abzuwarten, wie lange die Geduld von Haas noch anhalten wird. Gegen Wörgl soll Messner noch auf der Trainerbank Platz nehmen. Ein voller Erfolg würde die Trainerdiskussionen vorübergehend ad acta legen.

Mario Messner hat in Grödig keinen leichten Stand. In Wörgl ist er fast schon zum Siegen verdammt. /Krugfoto Trainer Mario Messner hat in Grödig keinen leichten Stand. In Wörgl ist er fast schon zum Siegen verdammt. /Krugfoto ©

Rückschlag nach Cup-Erfolg für Wals-Grünau

Den Schwung vom Cup-Sieg gegen Austria Salzburg konnte Wals-Grünau gegen Kufstein nur bedingt mitnehmen. Während die junge Aigner-Crew in der ersten Hälfte dem Gegner Paroli bieten konnte, ließen die Kräfte im zweiten Abschnitt stark nach. Sinan Bicer (70.) und Lukas Marasek (80.) fixierten in der Tiroler Schlussoffensive den Sieg. Grünau war über das gesamte Spiel gesehen einfach zu harmlos im Angriff. Mit sechs Zählern und Rang 14 zählen die Walser zu Salzburgs Problemkindern.

Westliga-Zukunft steht in der Schwebe

Sollte die Westliga reformiert werden, könnte Platz 14 zum Schleudersitz rangieren. Die Entscheidung nach der ÖFB-Präsidiumssitzung fällt erst am 14. Dezember. Bis dahin herrscht in puncto Auf- und Abstiegsplätze im gesamten Fußball-Unterhaus weiterhin Ungewissheit. “Eine typisch österreichische Lösung. Aber ich bin froh, dass sich wenigstens eine Arbeitsgruppe mit dem Thema beschäftigt. Auch wenn es nicht in Ordnung ist, dass alle Vereine in Ungewissheit schweben und nicht planen können”, erklärt Lottermoser.

Regionalliga West: 9. Runde

  • Bischofshofen : Seekirchen 3:1 (2:0)
  • Dornbirn : Grödig 3:0 (0:0)
  • Kufstein : Wals-Grünau 2:0 (0:0)
  • Hohenems : St. Johann 3:1 (1:0)
  • Anif : Altach Amateure 4:0 (4:0)
  • Wörgl : Langenegg 2:1 (2:0)
  • Pinzgau Saalfelden : Kitzbühel 2:5 (1:3)

 

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