RLW: So steht die Gemeinde Anif zum Bau einer Flutlichtanlage

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Wie realistisch ist ein Aufstieg von Anif in die neue Erste Liga?
Wie realistisch ist ein Aufstieg von Anif in die neue Erste Liga? - © Krugfoto
Es ist das Winter-Thema Nummer eins im Salzburger Fußball-Unterhaus. Die Frage, wer am Ende der Saison den Sprung in die reformierte Erste Liga wagt, ist bei vielen Fußballfans omnipräsent. Gemeindevertreter aus Anif (Flachgau) beziehen im SALZBURG24-Gespräch Stellung zur Erweiterung der Infrastruktur.




Der Winterkönig der Fußball-Westliga setzt weiterhin alle Hebel in Bewegung, um den Sprung in die Erste Liga zu realisieren. Mitte Dezember reichte der Spitzenreiter fristgerecht den Rechnungsabschluss bei der Bundesliga ein und wahrte somit die theoretische Chance auf einen Lizenzantrag.

Wer finanziert das Flutlicht in Anif?

Sportlich befindet sich die Hofer-Elf schon auf dem Niveau der Ersten Liga, infrastrukturell und finanziell muss in Anif aber noch etwas passieren. Die Frage aller Fragen: Woher kann das Geld für den Bau einer Flutlichtanlage in Anif kommen und können langfristige Sponsoren dazugewonnen werden? Obmann Norbert Schnöll klärte im SALZBURG24-Gespräch auf: “Wir haben konstruktive Gespräche geführt und arbeiten derzeit Konzepte für die Baubewilligung aus. Der Kosten-Nutzenfaktor muss für alle Seiten stimmen”, erklärte Schnöll.

Sollte die Gemeinde, die einen Neubau der Volksschule in Betracht zieht, kein offenes Ohr für das angepeilte Budget von 240.000 Euro haben, hat Schnöll einen Plan B. “Es kann durchaus auch sein, dass es über ein Sponsoring oder eine Kooperation mit einer Flutlichtfirma finanziert wird. Erstmals brauchen wir aber die Genehmigung der Gemeinde”, sagte Schnöll.

Budgetierung nicht im Plan der Gemeinde Anif

Die Gemeinde im Süden Salzburgs sprach sich bei der letzten Gemeindesitzung allerdings gegen die Budgetierung der Infrastruktur-Erweiterung aus. “Der Bau einer Flutlichtanlage ist im Budgetplan für heuer nicht vorgesehen”, sagte Bürgermeisterin Gabriella Gehmacher-Leitner (Liste Krüger) auf Anfrage von SALZBURG24. Seit Ende November sei das Thema in der Gemeinde nicht mehr diskutiert worden. “Derzeit fehlen uns Informationen vom Sportverein. Daher können wir uns in puncto Baugenehmigung weder dafür noch dagegen aussprechen”, erläuterte Gehmacher. Ein persönliches und ausführliches Treffen habe es bis dato noch nicht gegeben. Die Bürgermeisterin gehe allerdings davon aus, dass der Vorstand des Sportvereins bei der Gemeindevertretung in Kürze vorstellig wird und seine Pläne offen legt.

Große Hürde bleibt der Naturschutz

Dass der Aufstieg in das Profi-Geschäft zum finanziellen Kraftakt wird, steht außer Frage. “Potente und langfristige Partner müssen her”, fügte Schnöll an. Auch wenn die Hofer-Elf sportlich auf bestem Wege ist, sich für höhere Aufgaben zu qualifizieren, drängt sich das Thema Naturschutz immer mehr in den Vordergrund. “Auf der Sportanlage befinden sich bereits zwei Flutlichter und die Anlage in Grödig führt ebenso schon zu Belästigungen der Bewohner in Anif”, sagte Gehmacher. Dazu könne man mit zunehmender Lärmbelästigung und höherem Verkehrsaufkommen rechnen, so die Bürgermeisterin.

ÖVP Anif spricht sich gegen Profi-Fußball aus

“Wir sind eine Dorfgemeinde und wollen das Profi-Abenteuer nicht genehmigen. Ein Blick zu unseren Nachbarn nach Grödig zeigt, welche Folgen solch ein Aufstieg mit sich bringen könnte”, sagte ÖVP-Obmann Thomas Schnöll, der mit seiner Partei von 21 Mandate fünf inne hat. Die Bürgermeisterin von der Liste Krüger kann sich in der Gemeindevertretung auf gleich zehn Mandate ihrer Fraktion stützen. Die SPÖ hat drei, während die Grüne mit zwei und die FPÖ die restlichen Sitze vervollständigen. Gehmacher und ihre Partei hätte somit die absolute Mehrheit und könnte die Richtung in puncto Flutlicht vorgeben.

Flutlicht auch ohne Aufstieg erwünscht

Bis 15. März müssen aufstiegswillige Vereine zumindest den Baubeschluss eines Flutlichts (400 Lux) vorweisen. Sollte es bis Saisonbeginn nicht stehen, muss man zudem ein Ausweichstadion finden. Anif könnte Grödig sowohl als Heim- als auch als Ausweichstadion anführen, das bestätigte die Bundesliga auf S24-Anfrage. Ebenfalls sehen die ÖFB-Zulassungsbestimmungen vor, dass ab Mitte März der Trainer und der Manager beim Verein als Dienstnehmer angemeldet sind. Für Anif kein leichtes Unterfangen: “Diese Anforderungen sind sehr schwer zu stemmen. Da muss man das Format der Bundeliga schon hinterfragen. Bis jetzt bin ich auch ohne Fixanstellung gut ausgekommen”, erklärte der Fußball-Obmann Schnöll. Eine Modernisierung will der Club nicht am Aufstieg fest machen: “Wir müssen die Anlage auf Vordermann bringen.”

Am Montag startet der zweite Workshop der Fußball-Bundesliga in Salzburg, wo den Anwärtern für die neue zweithöchste Spielklasse nähere Rahmenbedingungen präsentieren werden.

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