Obama hatte bis zur jüngsten, ersten Fernsehdebatte in den meisten Umfragen klar geführt. Als Grund für das nun deutlich bessere Abschneiden des Republikaners gilt Obamas schwache Vorstellung beim ersten von insgesamt drei TV-Duellen in der vergangenen Woche.
Der Republikaner Romney nimmt zunehmend die als zu zögerlich kritisierte Außenpolitik Obamas ins Visier. In einer außenpolitischen Grundsatzrede forderte Romney mehr Druck auf den Iran und bekräftigte den globalen Führungsanspruch der USA. Der in der Außenpolitik bisher wenig erfahrene Republikaner sprach sich zudem energisch gegen Einsparungen im US-Militärhaushalt aus. Präsident Obama habe in der Außenpolitik versagt.
Der Präsident hingegen rief seine Anhänger zum entschlossenen Endspurt auf und gab sich bei einem Essen mit Wahlkampf-Spendern in San Francisco kampfbereit. “Ich bin sehr entschlossen, die Wahl zu gewinnen”, sagte Obama vor etwa 100 Leuten, von denen jeder 20.000 Dollar (knapp 15.500 Euro) gespendet hatte. Er könne das Präsidialamt aber nur verteidigen, wenn die Demokraten in den verbleibenden Wochen konsequent kämpften.
Damit steigt der Druck auf Vize-Präsident Joe Biden, bei seiner Debatte mit dem republikanischen Konkurrenten Paul Ryan am Donnerstag die Initiative zurückzugewinnen. Für die Demokraten ist das nicht ohne Risiko, denn Biden ist wiederholt in Fettnäpfchen getreten.
An diesem Donnerstag (11. 10.) findet die einzige Debatte der Bewerber für das Amt des Vize-Präsidenten statt. Das zweite von insgesamt drei Rededuellen der beiden Präsidentschaftskandidaten ist für den kommenden Dienstag (16. 10.) geplant.