Royale Hochzeit: Was Monarchie-Gegner vom Spektakel halten

Die royale Hochzeit sorgt nicht überall für positive Stimmung.
Die royale Hochzeit sorgt nicht überall für positive Stimmung. - © APA/AFP/POOL/Victoria Jones
Brutal hohe Kosten, massiver Medienrummel und das Zelebrieren einer veralteten Staatsform: Die Hochzeit von Prinz Harry und Meghan Markle bringt einige Briten auf die Palme. Im Netz und auf Veranstaltungen machen sie ihrem Ärger Luft.

Graham Smith von der Organisation “Republic”, die sich für eine Abschaffung der Monarchie einsetzt, findet es nicht in Ordnung, dass die Öffentlichkeit für die Sicherheitsvorkehrungen in Windsor aufkommen soll. Schätzungen zufolge könnte der Polizeieinsatz bei der Feier am 19. Mai rund sieben Millionen Pfund (etwa acht Millionen Euro) kosten.

“Königsfamilie sollte selbst zahlen”

“Unterm Strich ist das eine private Hochzeit und wenn sie das in Windsor feiern wollen in einer Art, die die Steuerung von Menschenmassen und Sicherheitsmaßnahmen erfordert, dann sollte die Königsfamilie selbst dafür zahlen”, sagte er dem “Belfast Telegraph”. Smith verlangt, dass friedliche Proteste in der Nähe der Kutschen-Route von Prinz Harry und Meghan nicht eingeschränkt werden. Ob am 19. Mai Demonstranten nach Windsor kommen, blieb zunächst unklar.

Hashtag #antiroyal macht die Runde

Auch in den sozialen Netzwerken herrscht nicht überall eine positive Stimmung. Auf Facebook gibt es Seiten mit Namen wie “Boycott The Royal Wedding” oder “Anti-Royal Wedding”. Ein monarchie-kritischer Hashtag (#antiroyal) macht außerdem auf dem Kurznachrichtendienst Twitter die Runde. Die Kunst-Szene setzt sich mit dem royalen Event ebenfalls kritisch auseinander. Am 12. Mai fand in der Londoner Bar Number 177 eine Show mit dem Titel “A Right Royal Group Show” statt, bei der Künstler ihre Werke zur Königsfamilie und dem Medientrubel um die Hochzeit zeigten. In der Einladung wurde gewarnt: Manche Stücke könnten Kontroversen auslösen.

Kunstwerke als Kritik gegen Monarchie

So entwarf zum Beispiel der Künstler RIP Artist ein Gemälde, auf dem Prinz Harry und Meghan Markle im Zentrum einer britischen Flagge zu sehen sind. Mit je einem Hund auf dem Arm sitzen sie Seite an Seite auf dem Boden, dazu die Aufschrift “remove them” (weg mit ihnen). Die Schriftart erinnert an ausgeschnittene Zeitungsbuchstaben.

Initiatorin der Veranstaltung ist die Betreiberin des Blogs “Hello the mushroom”, Sara Lucas. Sie lud 40 Künstler ein. Sara selbst ist an den Royals nicht besonders interessiert. “Ich finde, es gibt wesentlich wichtigere Dinge, über die berichtet werden sollte”, sagt sie. Die Schlagzeile “Mann heiratet Frau” sei keine Nachricht wert.

Royales Themenverbot im Pub

In einem Pub in der mittelenglischen Stadt Derby sind sämtliche Themen rund um die royale Hochzeit verboten. Wer die Wörter “wedding” (Hochzeit) oder “royal” (königlich) in den Mund nimmt, muss ein Pfund-Stück in ein Sparschwein werfen. Die Fernseh-Übertragung der Hochzeit wird, ebenso wie die von William und Kate, im Pub nicht zu sehen sein.

Auch in Schottland hält sich das Treiben rund um Prinz Harry und seine Verlobte in Grenzen. Nur ein Straßenfest zu Ehren der frisch Vermählten sei derzeit in Planung, berichtet die Boulevardzeitung “Daily Express” auf ihrer Website. Und das soll erst einen Tag nach der Hochzeit stattfinden.

(APA)

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