Rund 500 Personen an Putschversuch in Montenegro beteiligt

In den für den Tag der Parlamentswahlen am 16. Oktober in Montenegro geplanten Putsch sind nach Meinung von Ermittlern etwa 500 Personen verwickelt gewesen. Nach Angaben der regierungsnahe Tageszeitung “Pobjeda” wurde die Gruppe von zwei russischen Nationalisten organisiert, deren Namen bisher nicht veröffentlicht und die auch nicht festgenommen wurden.

Am Vorabend der Parlamentswahlen am 16. Oktober waren in Podgorica 20 Serben festgenommen worden, 16 befinden sich weiterhin in Untersuchungshaft. Ein später festgenommenes Gruppenmitglied soll sich laut “Pobjeda” Ermittlern gegenüber nun zur Kooperation bereit erklärt haben.

Die Gruppe der Serben soll laut montenegrinischer Staatsanwaltschaft neben der Besetzung staatlicher Institutionen auch den Mord am Langzeitpremier Milo Djukanovic geplant haben. Die beiden russischen Anführer hielten sich in Serbien auf und wurden dort von serbischen Behörden observiert.

Serbiens Premier Aleksandar Vucic bestätigte am Montagabend indirekt die Erkenntnisse der montenegrinischen Ermittler. Er selbst habe gehört und gesehen, was für Montenegro geplant worden sei, sagte Vucic unter Berufung auf die Resultate der in Serbien laufenden Ermittlungen, die den montenegrinischen Behörden übermittelt wurden. Was den Putschversuch in Montenegro angeht, so sei die Situation “glasklar”, meinte Vucic gegenüber dem TV-Sender RTS.

Laut früheren serbischen Medienberichten waren nach den Parlamentswahlen in Montenegro mehrere Russen aus Serbien ausgewiesen worden. Medien sprachen von drei russischen Spionen. Die montenegrinische Staatsanwaltschaft ließ am Sonntag wissen, dass weder russische noch serbische Behörden in den mutmaßlichen Putschversuch verwickelt seien.

(APA)

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