Rund 650 Mitarbeiter bei Shire zur Kündigung angemeldet

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Die Personen wurden beim AMS-Frühwarnsystem angemeldet
Die Personen wurden beim AMS-Frühwarnsystem angemeldet - © APA
Die Biotechnologie-Firma Shire (früher Baxalta bzw. Baxter) hat rund 650 Mitarbeiter zur Kündigung beim AMS-Frühwarnsystem angemeldet. Diese Information der Arbeiterkammer NÖ (AKNÖ) bestätigen Betriebsratskreise. Ein Großteil der Betroffenen sei in Orth an der Donau tätig, ein kleinerer Teil in Wien. Von den Transferierungen bzw. Umschichtungen bei Shire sind 500 Positionen betroffen.

“Wie viele Stellen abgebaut werden, wissen wir zum heutigen Zeitpunkt noch nicht”, hieß es am Mittwoch auf APA-Anfrage vom Unternehmen. Das entscheide sich in einem mehrstufigen Prozess über die nächsten zwölf Monate. Im AMS-Frühwarnsystem seien vorsorglich mehr als 500 Mitarbeiter zur Kündigung angemeldet worden. Es gebe einen Sozialplan, bestätigte das Unternehmen, ohne Details zu nennen. Der Standort Orth bekomme als “Innovations-Hub” einen anderen Schwerpunkt, Bereiche sollen auch nach Wien verlagert werden.

Shire-Kündigungen: Sozialplan ausverhandelt

Als Ergebnis einer Studie zum Produktionsnetzwerk habe Shire entschieden, die Prozessentwicklung, die “Produktion für nicht Gentherapie Produkte”, sowie Research Positionen, die nicht für Gentherapie oder Hämophilie zuständig sind, aus Orth zu transferieren, hieß es in einer Stellungnahme. “Das Team, das sich auf die Entwicklung von Gentherapie-Produkte spezialisiert, bleibt am Standort”, teilte das Unternehmen mit.

Die Firma sprach am Mittwoch in einer Stellungnahme von einem “Übergang”, der in mehreren Stufen über die nächsten Jahre erfolge. Ein Sozialplan sei ausverhandelt worden, hieß es von Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ) und Gewerkschaft, die ihr Unverständnis für geplante Kündigungen äußerten.

Der Betriebsrat hat bereits einen Sozialplan ausverhandelt, der im Vergleich mit anderen Lösungen “wirklich gut” sei, sagte Barbara Teiber, Regionalgeschäftsführerin der GPA-djp, auf Anfrage der APA. Darin sei auch eine Arbeitsstiftung vorgesehen. Der Sozialplan soll bis Ende 2018 laufen und beinhalte Sonderregeln für ältere Angestellte über 50 Jahren. Besonders an dem Stellenabbau sei, dass in allen Altersklassen überwiegend gut qualifizierte Menschen betroffen seien.

Entscheidung offenbar in US-Zentrale gefallen

Von der Gewerkschaft her gebe es “großes Unverständnis”, dass Stellen abgebaut werden, obwohl der Standort gut laufe und Gewinne schreibe, sagte Teiber. Die Entscheidung sei aber offensichtlich in der Zentrale in den USA gefallen. Viele Details seien aber noch nicht klar. Auch AKNÖ-Präsident Markus Wieser erklärte, er habe überhaupt kein Verständnis für die Kündigungen, da keine wirtschaftliche Notwendigkeit bestehe.

Laut AKNÖ-Informationen wurden im AMS-Frühwarnsystem bis zu 650 Shire-Mitarbeiter zur Kündigung angemeldet. Davon seien zwei Drittel am Standort Orth an der Donau (Bezirk Gänserndorf) und ein Drittel in Wien tätig. Wie viele Arbeitsplätze tatsächlich abgebaut werden, werde sich erst herausstellen.

Laut Firmenangaben werden u.a. ein zentrales Prozessentwicklungs-Team und die Plasma-Qualitätskontrolle nach Wien verlegt. “Wien, als der aktuell größte Shire Standort in Österreich, wird mit dem Transfer der Plasma-Qualitätskontrolle und dem Aufbau eines globalen Kompetenzzentrums für Abfüllung eine zunehmend bedeutende Rolle im Shire Netzwerk spielen”, teilte das Unternehmen mit. Parallel dazu werde ein “Innovations-Hub” in Österreich errichtet, in dem sich das Forschungsteam in Orth künftig auf Gentherapie und Hämatologie fokussiere. Eine kleinere Forschungs- und nicht-klinische Entwicklungsabteilung bleibe in Orth, der Rest der Kompetenzen werde im britischen Cambridge gebündelt.

Shire beschäftigt 4.000 Mitarbeiter in Österreich

Das Unternehmen begründete die Entscheidung, diverse Bereiche zu verlagern, mit einer strategischen Studie zum Produktionsnetzwerk, die nach der Übernahme von Baxalta durchgeführt worden sei. Mit dem Assessment soll dem Unternehmen zufolge das interne und externe Versorgungsnetz analysiert und optimiert werden. Die Ergebnisse seien an die Mitarbeiter kommuniziert worden.

Im Juni 2016 wurde die Fusion des britisch-irischen Unternehmens Shire und Baxalta Incorporated abgeschlossen. Shire beschäftigt derzeit 4.000 Mitarbeiter in Österreich in mehreren Gebäuden in Wien sowie in Orth an der Donau. Der Standort in Krems wurde im Vorjahr geschlossen. Betroffen waren 65 Mitarbeiter, die am Aufbau beteiligt gewesen waren.

(APA)

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