SALK ließ sich um 4,8 Millionen Euro beraten

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Nicht jeder Beratungs-Euro sei sinnvoll ausgegeben worden, so die Kritik des LRH.
Nicht jeder Beratungs-Euro sei sinnvoll ausgegeben worden, so die Kritik des LRH. - © Neumayr/BP/Archiv
Die Salzburger Landeskliniken (SALK) ließen sich innerhalb von sechs Jahren von mehr als 200 Beratungsunternehmen beraten. 4,8 Millionen Euro wurden dafür ausgegeben. Der Salzburger Landesrechnungshof (LRH) kritisiert nun in einem Bericht, dass teils zu früh auf externe Berater gesetzt wurde und viele Tipps nicht umgesetzt wurden.

In den Jahren 2010 bis 2015 beauftragte die “Gemeinnützige Salzburger Landesklinken Betriebsgesellschaft mbH” (SALK) 204 Beratungsunternehmen, an die in Summe rund 4,8 Millionen Euro an Beratungshonoraren flossen. Dies geht aus dem Bericht des Landesrechnungshofs hervor, den Landesrechnungshofdirektor Ludwig Hillinger kürzlich an Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf übergab. Das berichtete das Land Salzburg am Montag in einer Aussendung.

Von den Honoraren entfielen knapp 87 Prozent auf Beratungsleistungen und 13 Prozent auf Rechtsberatung. Die Beratungsleistungen umfassten vor allem Strategieberatung, Personalberatung, Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung sowie Prozessberatungen. Rund 80 Prozent der Beratungshonorare entfielen dabei auf 35 Unternehmen, die restlichen 20 Prozent verteilten sich auf 169 Unternehmen.

Hohe Ausgaben für nicht umgesetzte Projekte

Der überwiegende Teil der Ausgaben in der Höhe von rund 1,5 Millionen Euro betraf Beratungsleistungen der Geschäftsführung. Diese standen in direktem Zusammenhang mit der strategische Neuausrichtung der SALK im Strategieprojekt “Universitätsmedizin Salzburg 2016” und damit verbundenen Projekten. Die Umsetzung der Empfehlung des Strategieprojekts wurde mit dem Wechsel des Geschäftsführers eingestellt. Die Umsetzung der Folgeprojekte konnte die SALK dem LRH nicht nachweisen. Das Projekt “Konzeption und Umsetzung von Themenschwerpunkten zur Implementierung der SALK-spezifischen Führungskultur” wurde eingestellt, bevor es umgesetzt wurde. Allein für die elf vom LRH geprüften Projekte wurden in Summe 974.000 Euro aufgewendet. Der LRH kritisiert, dass trotz der hohen Ausgaben Ergebnisse dieser Projekte nicht voll umgesetzt und Teilbereiche gänzlich eingestellt wurden.

Das Landeskrankenhaus Salzburg – Universitätsklinikum der PMU wendete rund eine Million Euro für Beratungsleistungen auf. Ein wesentlicher Teil davon stand im Zusammenhang mit der Neuzuordnung der Tätigkeiten im pflegerischen und ärztlichen Bereich, wie die Projekte “Neuzuordnung der Turnusärzte”, “Medizinisch-pflegerische Assistenz” und “Mitverantwortliche Tätigkeitsbereiche”.

Der Managementbereich Personalmanagement, Recht und Klinikgastronomie wendete im geprüften Zeitraum rund 50 Prozent seiner Ausgaben für Beratungsleistungen für das Projekt “Gehaltssystem Neu” auf.

SALK zieht viele externe Berater heran

Der LRH stellte fest, dass die SALK häufig zu externen Beratungsleistungen griff. Meist wurde das mit fehlenden Ressourcen oder fehlendem Knowhow begründet. Zur Vermeidung von zu erwartenden Widerständen, um bereits vorhandene Diskussionen zu beruhigen und Ergebnisse von Prozessen so konfliktfrei wie möglich umzusetzen, hat man verstärkt auf externe Berater zurückgegriffen. Der LRH stellte allerdings fest, dass Vorschläge und Ergebnisse von externen Beratungen nur teilweise umgesetzt wurden. Grund dafür war, dass sich Vorschläge nicht umsetzen ließen oder Vorhaben wegen des Widerstands der Belegschaft aufgegeben wurden.

Das kritisiert der Landesrechnungshof

Der LRH empfiehlt, vor der Vergabe externer Beratungsleistungen die Kosten dem Nutzen gegenüberzustellen und zuerst auf das in der SALK vorhandene Fachwissen zurückzugreifen. Bei der Erarbeitung von Strategien für das Unternehmen sollten Beratungsleistungen nur begleitenden Charakter haben. Der LRH empfiehlt weiters, bei der Auswahl der Berater nicht nur die Zufriedenheit mit bisherigen Leistungen und Spezialkenntnisse betreffend die SALK zu berücksichtigen. Um eine Bevorzugung auszuschließen, sollte einer transparenten und nachvollziehbaren Vergabe besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Der LRH empfiehlt, auch bei Direktvergaben Vergleichsangebote einzuholen.

Weitere Feststellungen des LRH betreffen mögliche Einsparungen bei Reisekosten für externe Berater und organisatorische Maßnahmen, um Kostenüberschreitungen bei Beratungsleistungen möglichst gering zu halten.

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