Salon5 holt Waldheim-Holzpferd aus dem Stall

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Gelesen wird aus Schindels Roman "Der Kalte"
Gelesen wird aus Schindels Roman "Der Kalte"
Das nach einem Entwurf des Bildhauers Alfred Hrdlicka gebaute Holzpferd, das im Präsidentschaftswahlkampf 1986 bei den Protesten gegen Kurt Waldheim prominente Auftritte hatte, wird wieder aus dem Stall geholt: Ab Freitag (24.10.) soll die Skulptur “als Mitspieler und Teil des Bühnenbilds” einer szenischen Lesung von Robert Schindels Roman “Der Kalte” im Nestroyhof in Wien-Leopoldstadt dienen.


In dem 2013 erschienenen Roman behandelt Schindel anhand der Figur des Bundespräsidentschaftskandidaten Johann Wais, dessen lange verheimlichte Kriegs- und SA-Vergangenheit vom politischen Gegner im Wahlkampf thematisiert wird, die heißen Diskussionen der Waldheim-Jahre. Die “szenisch-literarische Aufstellung” (Dramaturgie und Texteinrichtung: Karl Baratta, Anna Maria Krassnigg) des Romans, die bis 2. November weitere fünf Mal gezeigt wird, startet eine Veranstaltungsreihe des Salon5 im Nestroyhof. Sie bildet quasi das Vorspiel zu der ursprünglich für Oktober angekündigten und nun auf kommendes Frühjahr verschobenen Uraufführung des Stückes “Dunkelstein” von Robert Schindel durch das mit dem Salon5 in künstlerischer Partnerschaft verbundene Theater Nestroyhof Hamakom.

“In seiner vollen Größe” sei das im Besitz des Republikanischen Clubs stehende Holzpferd zuletzt in Paris (2000) und im Jüdischen Museum Wien (2004) aufgestellt gewesen, hieß es heute in einer Aussendung. Die “feierliche Enthüllung” finde am Freitag vor der Premiere im Beisein von Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) statt. Nach der Premiere ist ein Gespräch mit dem Autor Robert Schindel angekündigt, nach der Vorstellung am Nationalfeiertag spricht Ari Rath mit Karl Baratta über “Waldheim ohne Schleier”.

Einerseits wolle die Veranstaltungsreihe “LiteraTurnhalle (II): Die Politik des Vergessens” an den 1986 stattgefundenen zweifachen Paradigmenwechsel erinnern, sagte Salon5-Leiterin Anna Maria Krassnigg im Gespräch mit der APA: Damals sei zwar endlich eine heilsame Vergangenheitsdiskussion geführt worden, andererseits sei auch der Weg zu einer schwarz-blauen Regierung geebnet worden. “Es wäre nicht überinterpretiert, uns zu unterstellen, dass wir das nicht ganz zufällig gerade jetzt wieder thematisieren”, so Krassnigg. “Wir sind heute offenbar wieder in einer ähnlichen Situation.”

Am 25. Oktober diskutieren Barbara Toth, Georg Hoffmann-Ostenhof, Fritz Hausjell, Heribert Steinbauer und Regina Hofer über “Waldheim zwischen Journaille und Journalismus”, am 4. November Ruth Beckermann, Ruth Wodak, Kurt Bergmann, Michael Fleischhacker und Doron Rabinovici über “Waldheim – Die österreichische Wende”. Dazu kommen am 28. und 29. Oktober sowie am 5. November Auftritte von Max Gruber und der Gruppe Des Ano mit dem Programm “Faul im Staate”.

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