Salzburg bald flächendeckend mit ultraschnellem Internet versorgt

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Salzburg ist bei der flächendeckenden Breitbandversorgung auf gutem Weg.
Salzburg ist bei der flächendeckenden Breitbandversorgung auf gutem Weg. - © APA/dpa/Matthias Balk
Bis zum Jahr 2020 sollen alle Haushalte und Unternehmen in Salzburg mit ultraschnellem Internet versorgt werden. Das ist das Ziel der 2016 gestarteten Breitbandinitiative. Salzburg scheint auf einem guten Weg, denn rund 91 Prozent der Wohnsitze sind bereits mit hochleistungsfähigen Anschlüssen ausgestattet. Jetzt will man die Defizite im ländlichen Raum angehen.




Von der vom Bund zur Verfügung gestellten Breitbandmilliarde wurden bislang 204 Millionen Euro vergeben. Der Löwenanteil davon fiel erwartungsgemäß auf die teilstaatliche Telekom Austria. Nach Salzburg fließt aktuell ein Bruchteil der Fördermilliarde, konkret 1,7 Prozent. Der zuständige Landesrat Josef Schwaiger erklärt den vergleichsweise geringen Anteil mit dem bereits bestehenden hohen Versorgungsgrad im Land. Demnach investiere die Salzburg AG jährlich zwölf Millionen Euro, um noch mehr Menschen an das 100 Mbit/s-Netz anschließen zu können. Und rund 23 Millionen Euro investierte die A1 Telekom im Vorjahr allein für den Breitbandausbau in Salzburg.

Warum sich Salzburg keinen Cent der Leerrohrförderung holt

Gar keinen Cent holt sich das Land von der Leerrohrförderung. Diese Unterstützung wird im Rahmen der Breitbandmilliarde ausgegeben und soll Baumaßnahmen fördern, bei denen im Zuge der Erneuerung von Leitungen gleich die Voraussetzungen für Breitbandnetze geschaffen werden. Zum Vergleich: Tirol ließ sich diese Maßnahmen mit rund 5,5 Millionen Euro fördern. „Die Leerrohrförderung im Rahmen der Breitbandmilliarde wird in Salzburg nicht in Anspruch genommen, da wir hier schon viel weiter sind und es viel wichtiger ist die bestehenden Lücken in der Breitbandversorgung mit echten Anschlüssen oder alternativen zum Glasfaserkabel wie LTE zu erschließen. Leere Rohre helfen hier niemandem. Ein Lückenschluss gelingt nur, wenn die Haushalte sofort mit Breitband versorgt werden“, so Landesrat Schwaiger auf Anfrage von SALZBURG24.

Landesrat Josef Schwaiger (links) bei der Präsentation der Breitbandstrategie des Landes mit LH Haslauer und Salzburg AG Vorstand Leonhard Schitter./LMZ Landesrat Josef Schwaiger (links) bei der Präsentation der Breitbandstrategie des Landes mit LH Haslauer und Salzburg AG Vorstand Leonhard Schitter./LMZ ©

Schnelles Internet für diese Gemeinden

Salzburg schlägt also seinen eigenen Weg ein, wenn es darum geht, das ehrgeizige Ziel einer flächendeckenden Breitbandversorgung mit 100 Mbit/s und mehr bis zum Jahr 2020 zu erreichen. Trotz des geringen Förderanteils soll der Ausbau in zahlreichen Gemeinden im Land, darunter Abtenau, Strobl, Ebenau, Sankt Koloman, Dienten, Lend, Hollersbach, Sankt Gilgen, Rußbach, Ramingstein, Goldegg, Hüttschlag und Unken weiter ausgebaut werden, kündigt Schwaiger an.

Schnelles Internet auch in ländlichen Regionen

Als eine der herausforderndsten Aufgaben in dem Bereich stellt sich der Ausbau in den unterversorgten ländlichen Regionen des ländlichen Raums dar. Um auch dies voranzutreiben läuft noch bis April 2018 die Förderung für KMU zur Herstellung von ultraschnellen Breitband-Glasfaser-Internetanschlüssen. Neu ist, dass im Rahmen der zweiten Ausschreibungsrunde das Land eine Anschlussförderung von bis zu 25 Prozent für Telekommunikationsbetreiber gewährt. Dadurch sollen Investitionen vorwiegend in diesen Regionen ermöglicht werden. Dort, wo die Zersiedelung besonders stark ist, suche man aktuell nach Alternativen zu den teuren Grabungsarbeiten, welche bis zu 70 Prozent der Herstellungskosten eines Breitbandanschlusses ausmachen, heißt es.

Noch im Herbst 2017 sollen regionale Informationsveranstaltungen für Gemeinden stattfinden.

Breitbandinternet in ganz Österreich./Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie Breitbandinternet in ganz Österreich./Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie ©

Kritik an Breitbandmilliarde

Kritik an der vom Bund gefahrenen Breitbandinitiative kam letzte Woche übrigens von Wirtschaftsminister Harald Mahrer (ÖVP). Er bezeichnete die vielgelobte Breitbandmilliarde als „medioker“, also mittelmäßig, und nicht zukunftsorientiert. Entscheidender Faktor, um Menschen die Teilhabe an einer gerechten Welt zu ermöglichen, sei der Zugang zur digitalen Hochleistungsinfrastruktur. Angesichts dieser Situation “kann man mit der mediokren Breitbandmilliarde, die die Bundesregierung fährt und viele andere EU-Länder fahren, nicht in Zukunft am globalen Wettbewerb teilhaben“, so Mahrer. Er zieht den Vergleich mit Südkorea: Demnach sei das Land mit seinem Gigabit-Ausbau Österreich 20 Jahre voraus. Seit zehn Jahren würden in Südkorea keine Baubescheide mehr vergeben, wenn in einem neuen Gebäude nicht das beste technologische Netz verlegt wird.

Zahl der AnschlŸsse pro 100 Einwohner, OECD-Vergleich im Jahr 2016/APA Zahl der AnschlŸsse pro 100 Einwohner, OECD-Vergleich im Jahr 2016/APA ©

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